BöSEL /BEIRUT /ASCHAFFENBURG Er ist 24 Jahre jung, er fährt seit eineinhalb Jahren Gabelstapler und er ist ein Naturtalent. Ali El-Arab, er wurde 1984 in Beirut geboren und lebt seit 23 Jahren in Bösel, nimmt an den Deutschen Meisterschaften der Staplerfahrer teil und kann das im Grunde noch gar nicht so richtig fassen.

„Ich habe einmal einen Bericht über so einen Stapler-Wettbewerb in der Sendung Galileo gesehen“, sagt El-Arab, der für den SV Bösel als linker Stürmer in der 3. Kreisklasse spielt. „Damals hab’ ich gesagt, das machst du auch.“ Und El-Arab ist ein Mann, der nicht lange zögert. So meldete er sich wenig später für den Norddeutschen Staplercup in Bremen an, der am 14. Juli dieses Jahres stattfand. 178 Staplerfahrer hatten sich für den Bremer Wettbewerb angemeldet und darunter sehr viele Fahrer, die über eine jahrzehntelange Erfahrung mit dem Stapler verfügen.

In seinem Freundeskreis wurde El-Arab zunächst belächelt. „Was willst du da, da hast du keine Chance“, hieß es unisono.

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Doch als der Böseler mit dem Pokal für den Zweitplatzierten zurückkam, verstummten diese Stimmen. Und nicht nur in Bösel, sondern im gesamten Nordwesten wird man nun Ali, er ist gelernter Konstruktionsmechaniker und fährt für die Hilkenbrooker Firma L+P-Lacktechnik Stapler, ganz fest die Daumen drücken.

Warum er mit dem Stapler so gut umgehen kann, kann sich El-Arab im Grunde selbst nicht so recht erklären. „Ich spiele gerne Computer- und Strategiespiele, aber im Grunde ist Staplerfahren nicht nur Millimeterarbeit, sondern vor allem reine Nervensache.“

Vier Parcours hat der Böseler nun in Aschaffenburg zu bewältigen: Er wird Slalom mit leeren Getränkekisten fahren. Er muss mit einer Vorrichtung an der Gabel Flaggen korrekt aufhängen. Er wird mit einen Miniatur-Stapler auf der Gabel Miniatur-Flaschen stapeln und er wird auch mit einem Tablett voller Sektgläser auf Tour gehen

Doch diese Aufgaben können El-Arab nicht wirklich erschüttern. Er kann z. B. mit dem Reifen eines Staplers Streichholzschachteln schließen ohne diese zu beschädigen, und er hat mit einem am Gabelende befestigten Edding auch schon eine komplizierte Bauzeichnung nachgemalt. Aus dieser Sicht heißt es für die kommenden Tage in Aschaffenburg einfach nur: „Keine Nerven zeigen.“

60 Finalisten kämpfen um den Titel

Von Donnerstag, 11., bis Sonnabend, 13. September, wetteifern Deutschlands beste Staplerfahrer auf dem Schlossplatz in Aschaffenburg um den Titel „Deutscher Meister im Staplerfahren“.

Nach bundesweit 27 regionalen Qualifikationswettkämpfen stehen die insgesamt 60 Finalisten nun fest.

In Vor- und Zwischenrunde, Halbfinale und Finale geben die Fahrer aus ganz Deutschland ihr Bestes, um am Ende der Meisterschaft die fast zwölf Kilogramm schwere Meisterschale in den Händen halten zu können.

Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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