CLOPPENBURG Die A-Junioren-Fußballer des BV Cloppenburg spielen in dieser Saison in der Bezirksliga – zumindest offiziell. Inoffiziell dürften wohl die Trainer der anderen 13 Bezirksligisten ohne Zögern unterschreiben, dass das Team von Trainer Andreas Meiler in einer anderen Liga spielt. 20 Siege in Serie, mehr als vier Treffer pro Spiel, aber im Durchschnitt noch nicht einmal ein Gegentor pro Partie – die Konkurrenz freut sich schon auf die Saison 2012/13. Dann spielt der BVC nämlich auch offiziell in einer anderen Liga. Schließlich hat sich das Team von der Friesoyther Straße schon fünf Spieltage vor Schluss den Titel und den Aufstieg in die Landesliga gesichert. „Fast alle Spieler sind schon in der Saison 2010/11 in der A-Jugend gewesen und haben den bitteren Abstieg mitgemacht. Ich habe früh geahnt, dass wir nicht in diese Liga gehören“, sagt Meiler.

9:2-Erfolg zu Beginn

Daran hatten seine Spieler keinen Zweifel gelassen. Sie starteten mit einem 9:2-Erfolg gegen den TSV Abbehausen in die Saison und gewannen auch die folgenden 19 Begegnungen. Kurioserweise konnten sie aber erst nach dem ersten Unentschieden der Saison richtig feiern. Das 1:1 beim 1. FC Nordenham am 20. Mai bedeutete nicht nur den ersten Punktverlust, sondern auch den Gewinn der Meisterschaft.

Einzige Enttäuschung

Und das wenige Tage nach der einzigen Enttäuschung der Saison: Einen Tag vor Himmelfahrt hatte die Meiler-Elf im Finale des Bezirkspokals 1:2 gegen den TV Dinklage verloren. Zwar könne man gegen den Tabellenfünften der Landesliga durchaus verlieren, „aber wir sind in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft gewesen“, ärgert sich Meiler noch immer.

Dafür hatten sich die Cloppenburger bereits im Winter Pokale gesichert. So hatte der BVC nicht nur die Kreismeisterschaft auf Hallenboden gewonnen, sondern auch noch völlig überraschend den LzO-Wintercup aus Oldenburg entführt. Und das, obwohl sich A-Junioren-Bundesligist und Gastgeber VfL Oldenburg ebenso die Trophäe holen wollte wie ein Allstar-Team, das vor allem aus Herren-Landesliga-Spielern bestand. Am Ende aber triumphierte der A-Junioren-Bezirksligist.

„Das war schon eine Augenweide, wie wir in Oldenburg gespielt haben“, erinnert sich Meiler gerne an das von zahlreichen Zuschauern verfolgte Turnier. „Das war traumhaft.“ Zumal er auf Topspieler Tim Jansen hatte verzichten müssen. Tim Jost hatte in der Abwehr überragend gespielt, und Matthias Abornik war als bester Torjäger ausgezeichnet worden.

Große Zukunft

Zwar will der ehemalige Coach des Herrenteams Rot Weiß Visbeks, der das BVC-A-Junioren-Team im Frühling 2011 übernommen hatte, keinen Spieler aus seiner erfolgreichen Elf hervorheben. Aber er macht schon klar, dass Jansen, Abornik und Jost (alle Jahrgang 1993) „mittelfristig Ober- und sogar Regionalliga spielen können“. Die drei Leistungsträger wechseln nach der Saison in den Herrenbereich. Jansen wird dem BVC wohl erhalten bleiben, Abornik verlässt den Verein. Wo Jost spielen wird, hängt davon ab, wo er sein Studium beginnt. Da sechs weitere Spieler ab Sommer bei den Erwachsenen mitspielen müssen, wird der BVC in der A-Junioren-Landesliga mit einem neuen Gesicht auftreten. „Fünf Spieler der aktuellen Mannschaft bleiben und vier rücken aus der B-Jugend auf“, kündigt Meiler an. „Da müssen dann natürlich noch ein paar Spieler von außen hinzukommen.“

Das Eilen von Erfolg zu Erfolg dürfte dann vorbei sein – was Meiler allerdings nicht stört. „Das ist eben eine neue Herausforderung“, sagt der Trainer. Schließlich spielt der BVC dann in der Liga, in die er gehört. . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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