Cloppenburg Nach drei Jahren Abstiegskampf in der fünfgleisigen Fußball-Regionalliga meinten es die vielzitierten Fußballgötter noch einmal gut mit dem BV Cloppenburg. Am Ende der Spielzeit 2014/2015 sicherte der Relegations-Aufstieg von Werder Bremen II dem Club von der Friesoyther Straße, der als Drittletzter sportlich abgestiegen war, ein weiteres, viertes Jahr in der vierthöchsten Spielklasse der Republik.

Das wurde gerne hingenommen. Doch die bösen Vorzeichen wurden ignoriert. Die Trainer Jörg-Uwe Klütz und Mario Neumann – nebenbei Mädchen für alles an der Friesoyther Straße – verließen das schon leck-geschlagene Schiff. Klütz, parallel in seinem Unternehmen tätig, war der Aufwand für ein Weitermachen zu groß. Neumann zog es zum unter Vollprofitum arbeitenden Ex-Zweitligisten SV Meppen. Ein Faktum, was den Cloppenburger Verantwortlichen früh bekannt war. Entsprechende Reaktionen der ehrenhaft ehrenamtlich Verantwortlichen blieben allerdings aus. Irgendwie köchelte die BVC-Suppe weiter vor sich hin wie in einer der beliebten chinesischen Straßen-Suppenküchen.

Neumanns Position als Trainermanager blieb unbesetzt. Bevor mit Uwe Groothuis ein dem Club zufällig angebotener A-Lizenzinhaber als neuer Cheftrainer während dessen Ägypten-Urlaubs verpflichtet wurde, erhielt Ex-Torjäger Alket Zeqo bereits ein Arbeitspapier als Co-Trainer. Beide waren im Haifischbecken der vierten Liga absolute Novizen. Noch früher nach dem Weggang des Top-Torjägerduos Tim Wernke und Andreas Gerdes Wurpts wurde mit dem Niederländer Aladji Barrie der vermeintliche erste Teil adäquaten Ersatzes verpflichtet. Ein Trugschluss.

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Dennoch schien alles gut zu laufen. Der Saisonstart mit schnellen acht Punkten aus sechs Partien durfte sich durchaus sehen lassen, trotz eines abermals frühen Ausscheidens aus dem finanziell lukrativen Pokalwettbewerb.

Doch dann kam der große Abwärtstrend – für Szenekenner keinesfalls unerwartet. Vor allem zu Hause verprellte der BVC seine letzten treuen Anhänger. Individuell fraglos regionalligareif besetzt, ging fast nichts mehr. Tore gerieten zur absoluten Rarität und hinten stand die Null wie beim benachbarten Bundesligisten Werder Bremen so gut wie nie. Hinzu gesellte sich eine in ihrer Dimension immer mehr ausufernde Verletztenmisere.

Es kam, was kommen musste. Nach einem blutleeren 0:3 am 14. Spieltag in Goslar wurden Groothuis – menschlich fraglos ein toller Typ – und Zeqo beurlaubt. Klütz coachte die spürbar verunsicherte Mannschaft für 180 Minuten. Doch selbst gegen das bereits abgeschlagene Schlusslicht aus Schilksee reichte es im eigenen Stadion nur zu einem enttäuschenden 1:1. Das folgende 0:2 beim späteren Meister Wolfsburg II fiel in die Rubrik „Normalität“.

Der Anfang November des vergangenen Jahres vom Bezirksligisten SV Altenoythe losgeeiste neue Coach Steffen Bury wollte und sollte das BVC-Schiff vor dem Untergang retten. Drei Unentschieden gegen oben stehende Teams und nur ein Gegentor in 270 Minuten machten kurzzeitig Hoffnung. Unter dem Strich war der BVC-Kahn aber nicht mehr zu retten. Zum einen dürfte die Chemie innerhalb des Kaders nicht so gut gewesen sein, wie stets nach außen kolportiert. Außerdem sah sich Bury Nebenkriegsschauplätzen ausgesetzt. Ausgerechnet in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfs wurde publik, das sich der Verein mit den Gehaltszahlungen massiv im Rückstand befindet. Kapitän Christian Willen bestätigte dies seinerzeit ungern.

Als sich das schlimme Ende der Saison – 48 Monate lang zählte der BVC von 1919 zu den besten 146 deutschen Clubs – längst abzeichnete, wurden Aktivitäten gestartet. Sebastian Schütte wurde als neuer sportlicher Leiter verpflichtet. Ihm folgte der umtriebige Gerold Bruns als neuer Medien-Beauftragter. Einhergehend mit diesen Personalien wurde der offenbar mit reichlich Herzblut ausgestattete Daniel Plate ins Präsidium befördert.

„Wir sind dabei, neue Strukturen zu schaffen, angefangen im Junioren-Leistungsbereich. Aber alles braucht seine Zeit. Wir haben sicher den Anspruch, in der Oberliga im ersten Drittel mitzumischen. Auch wenn ich den BVC als potenziellen Regionalligisten sehe, braucht ein Wiederaufstieg vielleicht auch zwei Jahre“, so Bury.

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