CLOPPENBURG Am sechsten Spieltag reisten die Cloppenburger zum Tabellenletzten SV Meppen. Im Emsland erwischte der ersatzgeschwächte BVC, der ohne Paul Eckhoff und Günther Hollitzner antreten musste, einen Sahnetag. Cloppenburg siegte mit 9:0. Herbert Stolle erzielte fünf Tore, Josef Gerst traf dreimal und Franz Solowski einmal. Dank des hohen Auswärtssieges schob sich der Aufsteiger auf den zweiten Platz vor.

Eine Woche später verpasste der BV Cloppenburg den Sprung an die Tabellenspitze. Der Zweite verlor beim TSR Wilhelmshaven mit 1:5. 3000 Zuschauer hatten eine Gästemannschaft gesehen, die besser im Bett geblieben wäre. Zu allem Überfluss musste Torhüter Waldemar Mrusek in der zweiten Halbzeit das Spielfeld verlassen. Er war bei einer Abwehraktion unglücklich auf die Schulter gefallen. Nur Franz Solowski und Hans Cypris hatten Normalform erreicht.

Torjäger Herbert Stolle

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Nach neun Spieltagen behauptete sich der BVC weiterhin in der Spitzengruppe und hatte zudem mit Herbert Stolle den führenden Torjäger in seinen Reihen. Er hatte schon acht Tore erzielt. Dahinter kam auch schon Teamkollege Solowski mit sieben Toren. Die weiteren Cloppenburger Tore gingen auf das Konto von Josef Gerst (5) und Günther Hollitzner (4).

Cloppenburgs Mannschaft war in aller Munde, die Spieler gefragt wie nie. Franz Solowski wurde für ein Repräsentativspiel des Bezirkssportbundes Oldenburg gegen Hannover nominiert. Torwart Mrusek musste absagen. Die Verletzung aus dem Wilhelmshaven-Spiel war noch nicht verheilt. Für ihn wurde Badur vom VfL Oldenburg nominiert.

Mitte November 1948 ließ der BVC daheim einen wichtigen Zähler liegen. Gegen den Tabellensiebten Germania Leer sprang nur ein 1:1 heraus. Josef Bockhorst, der als Mittelstürmer aufgelaufen war, hatte die Hausherren in Führung gebracht. Mehr BVC-Tore sah das Cloppenburger Publikum aber nicht. Nachdem Germanias Rechtsaußen Janßen den Ausgleich erzielt hatte, trat Cloppenburgs Anhang mit langen Gesichtern den Heimweg an.

Nur zwei Wochen später hellte sich die Miene der treuen BVC-Fans wieder auf. Frisia Loga war zu Gast an der Friesoyther Straße. Der BVC gewann mit 6:1. Am letzten Spieltag der Hinrunde machten die Cloppenburger mit einem 4:2-Erfolg in Larrelt einen weiteren Schritt Richtung Tabellenspitze. „Die Südoldenburger waren die technisch überlegene Mannschaft und kamen zu einem verdienten Auswärtserfolg”, schrieb die Nordwest-Zeitung am 7. Dezember 1948. Cloppenburg beendete die Hinrunde auf dem vierten Tabellenplatz.

Der Spielplan der Rückrunde bescherte den Cloppenburgern zum Auftakt gleich ein Auswärtsspiel beim Herbstmeister VfB Oldenburg. Gegen den haushohen Favoriten verteidigte der BVC mit Mann und Maus. Mehrfach musste Mrusek Kopf und Kragen riskieren. Der VfB tat sich schwer, ging aber durch Erdmann in Führung.

Knüppelharte Zweikämpfe

In der zweiten Halbzeit erhöhte Clüver auf 2:0. Die Partie wurde daraufhin hektisch. Die Zweikämpfe zwischen Cloppenburgs Cypris und seinem Gegenspieler Emmerich waren knüppelhart. Acht Minuten vor Schluss erzielte Josef Bockhorst den Anschlusstreffer. Aber die Gäste schaukelten den knappen Vorsprung über die Zeit.

Trotz der Niederlage bekamen die Cloppenburger Lob von allen Seiten. „Der stämmige Ernst Kraft klärte hart und entschlossen – aber jederzeit fair. Torwart Mrusek sicher in der Ballaufnahme mit gutem Stellungsspiel. Die linke Angriffsseite, vor allem Franz Solowski, einfallsreich und ständig gefährlich, wie überhaupt die Elf aus Cloppenburg den Sieger an Schnelligkeit übertraf”, schrieb die NWZ am 11. Januar 1949.

Im Auswärtsspiel gegen BW Schinkel 04 kam der BVC zu einem 4:1-Erfolg. Rechtsaußen Josef Bockhorst erzielte die Führung. Kurze Zeit später erhöhte Herbert Stolle auf 2:0. Ein Eigentor von Fritz Cypris brachte die Hausherren auf 1:2 heran. Nach dem Wechsel stellte Franz Solowski mit zwei verwandelten Elfmetern den 4:1-Endstand her. Doch die Bestnote bekam Ernst Kraft. Der Mittelläufer war immer wieder Ausgangspunkt zahlreicher Angriffe.

Ende Januar reiste Kickers Emden nach Cloppenburg. Die Ostfriesen entpuppten sich als harte Nuss, die die Cloppenburger nicht knacken konnten. Die Ostfriesen gewannen mit 1:0. Dabei hatte der BVC nur in der zweiten Halbzeit zu überzeugen gewusst. Angriff auf Angriff rollte auf das Emder Tor zu, doch die Gäste verteidigten geschickt. Zudem hatten sie das Glück auf ihrer Seite. Franz Solowski setzte einen Elfmeter neben das Tor.

Die Presse ging nach der Schlappe mit den BVC-Spielern hart ins Gericht. „Bei den Platzherren vermisste man die durchdachten und zwingenden Kombinationszüge und den gefürchteten Schuss“, hieß es in der NWZ vom 25. Januar 1949.

Nach der Niederlage sah es so aus, als würde der BVC den Anschluss an die Spitzengruppe langsam verlieren.

Vorschau auf Teil drei: Josef Gerst zerlegt Eintracht Osnabrück im Alleingang. Bittere Schlappe in Leer sorgt für lange Gesichter.

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