Hannover /Cloppenburg Drei Punkte hätten es werden sollen. Einer wurde es. Doch beim 2:2-Unentschieden des Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg am Sonnabend bei Arminia Hannover stand ganz klar die Zahl „Zwei“ im Vordergrund.

Zwei Gegentore kassierten die Spieler von Trainer Steffen Bury zum zwischenzeitlichen 0:2. Und zweimal knipsten die Joker Lukas Ostermann und Enes Muric spät in der zweiten Hälfte des zweiten Durchgangs zum 2:2-Endstand in der altehrwürdigen Arena am Bischofsholer Damm.

Es war letztlich nach der 1:2-Heimpleite gegen Wunstorf im zweiten Saisonspiel ein Zähler für die Moral, wobei sich die klar auf Siegkurs segelnden Gastgeber am Ende zweimal dumm anstellten.

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„Nach dem 1:2 gegen Wunstorf ist viel Kritik auf die Spieler hereingeprasselt. Wir haben ohne Selbstvertrauen gespielt. Hätte allerdings ,Aleks’ Kotuljac gleich am Anfang seine riesen-große Chance genutzt, wäre das Spiel anders gelaufen“, erklärte Bury nach dem Schlusspfiff. Damit lag er wohl richtig. Doch in der siebten Minute fingerte Arminia-Keeper Bastian Fielsch den Kopfball des Ex-Fürthers aus drei Metern noch vor der Torlinie aus der Gefahrenzone.

Danach wurde es gruselig. Der BVC hatte sicher einen Spielplan, spielte aber fast nur planlos lange Bälle. In der Zentrale erwischten Kristian Westerveld und Christian Willen einen ziemlich rabenschwarzen Tag. Es gab schnelle Ballverluste ohne Ende. Zweite Bälle wurden kaum gewonnen. Und die Standards verpufften wirkungslos.

Nach einem schnell ausgeführten Freistoß – zuvor war allerdings Willen ungeahndet gefoult worden – bestrafte Leutrim Kabashi mit einem Schlenzer den BVC mit dem 0:1 (41.). Wütend machte sich Bury auf in die Kabine, wo er dann mächtig laut wurde und sich zu diversen Umstellungen entschloss. Mit Erfolg. Denn sein Team legte zu und sich den Gegner mit zunehmender Spieldauer zurecht.

Doch wieder ging der Schuss nach hinten los. Als sich Mike Koenders nach einer Flanke verschätzte, jagte Mohamad Saade die Kugel nach einem der ganz seltenen Arminen-Angriffe zum 2:0 in die Maschen (68.). Die zweite BVC-Niederlage im zweiten Spiel schien besiegelt.

Doch die zwei Joker, die Bury im zweiten Durchgang brachte, stachen prima. Lukas Ostermann feierte mit freundlicher Unterstützung von Arminia-Fänger Fielsch das 1:2 (82.). Nur 120 Sekunden später gerieten die BVC-Bank und die 15 mitgereisten Fans sogar noch völlig in Ekstase.

Nach einer Ecke ließen sich die ohne Absicherung planlos nach vorne rennenden Gastgeber auskontern. Der enorm rackernde Kotuljac tankte sich an der Torauslinie durch. Der Schuss von Nick Köster wurde geblockt. Doch den Abpraller knallte Youngster Enes Muric mit seinem zweiten Ballkontakt humorlos ins Netz. Das „Finale furioso“ war perfekt und blitzartig wich viel Druck von den Verantwortlichen.

„Meine Mannschaft hat Qualität. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass wir in die Spur finden“, bleibt Bury Optimist. Nur viel Zeit sollten er und seine Mannen nicht mehr verstreichen lassen. Sonst könnten vom Zug an der Tabellenspitze die Rücklichter bald nicht mehr zu erkennen sein.

Enttäuschendes Bury-Team rettet nach 0:2-Rückstand noch Punkt für die Moral

SV Arminia Hannover - BV Cloppenburg 2:2 (1:0).

BV Cloppenburg Bangma (3,5) - Düker (3,5, 70. Behrens), Niemeyer (3,5), Koenders (5,0) - Köster (3,5), Westerveld (4,5), Willen (4,5), Heins (4,0), Kersting (5,0, 46. Ostermann) - Faqiryar (5,0, 82. Muric), Kotuljac (3,0).

Tore 1:0 Leutrim Kabashi (41.), 2:0 Mohamad Saade (68.), 2:1 Lukas Ostermann (82.), 2:2 Enes Muric (84.).

Personal/Taktik Der BVC gegenüber dem 1:2 gegen Wunstorf mit dem Sechser Nick Köster anstelle von Stürmer Brian Behrens in der Startelf. Im „3-5-2“ spielte Mike Koenders hinten links. Vor Köster standen die Routiniers Kristian Westerveld und Christian Willen in der Zentrale. Julian Kersting wurde auf die linke Außenbahn beordert. Milad Faqiryar gab die zweite Spitze. Hannover spielte ein „4-5-1“ mit hoch stehenden Außenverteidigern.

Ecken 4:6.

Chancen 5:7.

Fazit Hätte Aleksandar Kotuljac in der siebten Minute seinen Kopfball aus drei Metern im Netz untergebracht, wäre das für den BVC gegen einen in seinen Möglichkeiten fraglos limitierten Gegner wohl der Dosenöffner zum Sieg gewesen. Doch danach ging fast gar nichts mehr. Die Hannoveraner bissen sich rein ins Spiel und sahen nach dem 2:0 schon wie die sichere Sieger aus. Doch der BVC steckte nicht auf, riskierte alles und rettete dank eines späten Doppelschlags einen unter dem Strich verdienten Punkt.

Spieler des Spiels Dag Rüdiger - Hannovers Linkspol sorgte mit seiner Antrittsschnelligkeit immer wieder für schnelles Umschalten. An fast allen gefährlichen Arminia-Aktionen beteiligt.

Schiedsrichter Florian Cacalowski (Schöningen) - Bester Mann auf dem Platz. Leitete fast fehlerlos. Note: 1,5.

Zuschauer 549.

Nächstes Spiel An diesem Sonnabend (Anstoß 17 Uhr) zu Hause gegen Eintracht Northeim.

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