KAMPE KAMPE - Der wohl bekannteste Schiedsrichter im Kreis Cloppenburg, Johannes Marks, feiert heute, Donnerstag, seinen 80. Geburtstag, und das Unglaubliche: Er steht noch Sonntag für Sonntag als Schiedsrichter auf dem Fußballplatz.

Geboren wurde Marks am 17. November 1925 in Elisabethfehn-Ost. Hier besuchte er auch die Schule und arbeitete zunächst auf dem elterlichen Hof. Als 16-Jähriger wurde er 1941 zum Arbeitsdienst eingezogen. Mit 17 Jahren wurde er Soldat. 1944 geriet er in Frankreich in amerikanische Gefangenschaft. Hier wurden die Weichen für seine einmalige Schiedsrichterkarriere gestellt. Er lernte die Schalker Fußballlegenden Fritz Szepan und Ernst Kuzorra kennen, die ihm als einen der jüngsten im Lager dazu „verdonnerten“, den Schiedsrichter bei Fußballspielen der Gefangenen zu machen.

Nach einer Unterweisung ins Regelwerk begann die „richtige“ Schiedsrichterlaufbahn. Wieder zu Hause blieb Marks dem Fußball treu. Da es keinen Fußballverein im Ort gab, dem er sich anschließen konnte, gründete er noch im selben Jahr mit einigen Freunden den BSV Viktoria Reekenfeld. Hier engagierte sich Marks als Vorstandsmitglied, Spieler und Jugendbetreuer bis 1959. Doch neben der Welt des Sports gab es auch andere bedeutende Ereignisse. Er erlernte den Maurerberuf, er heiratete Veronika Meyer. 1949 wurde Tochter Edeltraut geboren. 1952 baute sich das junge Paar in Kampe ein Haus. Mit dem Fahrrad fuhr Marks bis 1957 nach Oldenburg zur Arbeit, danach fand er in Harkebrügge eine Beschäftigung. Bis zur Rente 1980 arbeitete Marks in seinem Beruf als Maurer.

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Zu seinen Hobbys gehören heute neben Fußball die Gartenarbeit sowie die Politik. Die Nachrichtensendungen im Fernsehen sowie das Lesen der NWZ gehören zum Tagesablauf. Die NWZ lässt er sich nicht wie seine Nachbarn ins Haus bringen, sondern er holt sie jeden Morgen zusammen mit seiner Frau vom fünf Kilometer entfernten Kiosk. „Jeden Morgen zehn Kilometer mit dem Fahrrad, das hält uns fit“, sind sich beide einig. Zu seinem Leben gehörte immer der Fußball. 1959, Marks war längst Kamper geworden, wurde unter seiner Federführung in Kampe der Sportverein gegründet. Von nun an war der SV Kampe seine Fußballheimat. In Kampe war Marks von Anfang an im Vorstand tätig. Zwölf Jahre führte er als Vorsitzender die Geschicke des Vereins, heute ist er Schiedsrichterobmann. Mit der Gründung des Kamper Sportvereins begann dann endgültig die große Schiedsrichterkarriere des Johannes Marks. Kurze Zeit spielte er noch in Kampe Fußball, doch gleichzeitig besuchte er den

Schiedsrichterlehrgang, den er mit der Note Gut abschloss. Von den Jugendklassen bis zur Bezirksklasse und damit weit über die Grenzen des Kreises hinaus hat Marks für Fairplay auf den Fußballfeldern gesorgt. In seiner bis jetzt 46-jährigen Schiedsrichter-Laufbahn hat Marks nach eigener Hochrechnung – Pokalspiele auf Turnieren mit eingerechnet – mehr als 3000 Fußballspiele geleitet und ganze Fußballgenerationen kennen gelernt. Spieler und Vorstände wechselten, aber Marks blieb den Vereinen als Schiedsrichter treu, scherzt er. Sein Ziel als Schiedsrichter war immer, mit 23 Mann auf den Platz und mit 23 Mann wieder herunterzukommen. Kaum vorstellbar ist: Nur dreimal sprach er einen Feldverweis aus. „Einer von ihnen hadert noch bei jedem Zusammentreffen mit mir“, erzählt Marks augenzwinkernd. Da der Spieler die nächsten Sonntage nicht spielen durfte, sei er zur Freundin gegangen und einige Monate später verheiratet gewesen. Viele Spiele sind Marks unvergessen, darunter natürlich das

erste Spiel Kampe gegen Scharrel. Die Fahrt nach Scharrel erfolgte mit dem Rad. Als Aufwandsentschädigung gab es seinerzeit acht D-Mark und pro gefahrenen Kilometer zehn Pfennig. Unvergessen auch das Spiel Lindern gegen Reekenfeld, als die Lindener, mit dem Pfeifen unzufrieden, fragten: „Wo koamt de Schiedsrichter her? Denn hebbt de Moorpiraten mitbrocht.“ So Gott will, erzählt Marks, möchte er noch bis zum Jubiläum 50 Jahre Schiedsrichter weiter pfeifen. Er pfeift jetzt noch Jugend- und Damenspiele. „Mit den jungen Leuten und den Frauen komm’ ich prima aus,“ erzählt er.

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