KREIS CLOPPENBURG Es sind Momente, die untrennbar mit dem Fußball verbunden sind: das Wembley-Tor, die „Hand Gottes“ von Diego Maradona, der Kopfstoß von Zinedine Zidane gegen Marco Materazzi. Aber auch der heimische Fußball hat interessante Szenen zu bieten, etwa das Gastspiel des englischen Spitzenclubs West Ham United 1968 in Cloppenburg im Stadion an der Friesoyther Straße. Gegner war eine Auswahl aus den Vereinen BV Cloppenburg, BV Essen und BW Ramsloh.

Bereits vor dem ersten Ballkontakt bekam Bernd Niehe, Spielführer der Auswahlelf, weiche Knie im Anstoßkreis. Bei der Platzwahl und Begrüßung stand ihm kein Geringerer als Bobby Moore, Weltmeister von 1966, gegenüber. Ein Erlebnis, das sich bei dem heute 70-Jährigen fest eingebrannt hat. „Das war ein Riesenerlebnis. Den Handschlag mit Bobby werde ich nie vergessen. Das war ein sehr sympathischer Typ.“ Auch die Partie blieb unvergessen. Mit Moore, Geoff Hurst und Martin Peters standen gleich drei Weltmeister in der Startformation. Zu ihnen gesellte sich noch Schottlands Nationalkeeper Robert Ferguson. Bereits in der 14. Minute knallte Martin Peters einen 20-Meter-Schuss in die Maschen. Auswahltorwart Siegfried Malcherek war chancenlos. Alles rechnete nun mit einem furiosen englischen Sturmlauf.

Aber nur sechs Minuten später gelang Essens Hans Neteler per Hechtkopfball der Ausgleich. Der Stürmer sorgte immer wieder für Gefahr im Strafraum der Engländer. Das Stadion glich fortan einem Tollhaus, und die 6000 Zuschauer trauten ihren Augen nicht. Zum Träumen blieb den Spielern der Auswahlelf aber keine Zeit. Ramslohs Hermann Woloschin lieferte sich mit dem Engländer Sissens erbitterte Duelle. „Das war ein kleiner quirliger Typ. Der konnte mächtig flitzen“, erinnert sich Woloschin. Auf der halblinken Position hatte Bernd Niehe seinen Platz. Er sorgte mit seinen Standards für mächtig Wirbel in der englischen Hintermannschaft. Nach einer knappen halben Stunde markierte Sissens aber das 2:1 für den haushohen Favoriten. Kurz vor der Pause erhöhte Dear auf 3:1.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In der 57. Minute bot sich der zusammengewürfelten Elf die Chance zum Anschlusstreffer. Nach einem Foul an Angreifer Neteler zeigt Referee Qualmann auf den ominösen Punkt. Die beiden möglichen Elferschützen Bernd Niehe und Hermann Woloschin tauschen sich kurz aus. „Du Bernd, ich schieß jeden rein“, ruft Woloschin seinem Mitspieler zu. „Das kann ich von mir nicht behaupten. Dann schieß du“, erwidert Niehe.

Gesagt getan. Der sonst so sichere Schütze fand aber in Ferguson seinen Meister. Woloschin nimmt es in der Rückschau mit Humor. „Der Elfer war nicht hoch genug. Oder nicht flach genug. Nein, im Ernst. Den hat er ganz gut gehalten.“ Nicht mehr zu halten waren die Londoner. Am Ende gewann West Ham mit 8:1. Für Bernd Niehe dennoch ein unvergessenes Erlebnis. „Dieses Spiel ist fest in meinen Erinnerungen. Das Foto mit mir und Bobby Moore hat in meiner Wohnung einen Ehrenplatz bekommen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.