Garrel Sie ist in der Halle aufgewachsen, obwohl es in der Familie zuvor keinen Bezug zum Handball gab. Zudem hat die 20-jährige Julia Thoben-Göken im September letzten Jahres ihre Ausbildung zur Landwirtin abgeschlossen.

Der Spagat zwischen Hof und Halle war für die Torhüterin nicht immer einfach.

Schon immer trug Julia Thoben-Göken das Trikot des BV Garrel. Angefangen hat ihre sportliche Laufbahn in den „Mini-Minis“ des BV Garrel, ihr weiterer Weg führte sie durch sämtliche Jugendmannschaften bis ins Frauenteam.

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„BVG mein umfeld“

„Ich bin Garrelerin, der BVG ist mein Heimatverein. Ich spiele sehr gerne beim BVG, weil man das Umfeld und die Menschen kennt. Zudem bin ich gerne in Garrel und gerne zu Hause. Ich bin nicht der Typ, der unbedingt raus muss. Hier beim BVG habe ich mein Umfeld. Im Jugendbereich waren wir nicht nur auf dem Feld ein Team sondern haben auch außerhalb der Halle viele Freundschaften geknüpft und gepflegt. Wir sind in Garrel mehr als nur ein Team, das macht es besonders. Ich komme gerne in die Halle, weil es ein gewohntes Umfeld und auch eine kleine Familie ist.“

Dabei war der Schritt in den Handball für die Familie absolutes Neuland. „Weshalb ich mich für den Handball entschieden habe, kann ich nicht sagen. Meine Eltern haben beide keinen Handball gespielt“, sagt Thoben-Göken, die schon in jungen Jahren ein klares Ziel vor Augen hatte: „Ich war schon als Jugendliche bei den Damenspielen in der Halle und wollte auch immer in die Damen-Mannschaft. Deswegen waren die ersten Einsätze was ganz besonderes.“

Der erste Kontakt zum Damenteam kam mit dem Torwarttraining in der Jugend. „In der C- und der B-Jugend habe ich bereits im Torwarttraining der Damen trainiert und wurde nach und nach in die Mannschaft eingebunden. Das erste Drittliga-Jahr 2018 war mein erstes Damenjahr, seitdem spiele ich in der Damenmannschaft. Die ersten Einsätze waren schöne Momente.“

Ein weiteres Highlight gab es für Julia Thoben-Göken schon regelmäßig zwischen den Feiertagen in ihrer Jugendzeit. „Für mich waren die Turniere in Lund zwischen Weihnachten und Neujahr immer die Highlights, weil es die Mannschaften zusammengeschweißt hat, und wir richtig viel Spaß in Schweden hatten“, blickt „Jules“ gerne auf das Handballturnier um die „Lundaspelen“ zurück.

Ebenso gerne denkt die Torfrau an ihre Trainer, auch im Jugendbereich, zurück. „Im Jugendbereich hatte ich ausschließlich gute Trainer, die sowohl fachlich als auch menschlich klasse waren. Durch Renee Verschuren habe ich meine ersten Einsätze in der Damenmannschaft bekommen. Christoph Schönrock hat mich sehr geprägt. Ich habe viel bei ihm gelernt und mich gut entwickelt. Alexandra Meyer hat da nahtlos angesetzt. Jeder Trainer hat etwas, was mich weitergebracht hat.“

Im September 2020 hat Julia Thoben-Göken ihre Ausbildung zur Landwirtin abgeschlossen. Die „Zweigleisigkeit“ zwischen Hof und Halle war alles andere als einfach. „Beruf und Handball unter einen Hut zu bringen, ist sehr anstrengend. Ich war gerne in der Ausbildung, auf dem Hof und im Betrieb und auch ebenso gerne beim Training. Wenn man diszipliniert ist und sich selbst gut organisiert, dann lassen sich Arbeit und Sport gut verbinden. Ich hatte aber auch das Glück, dass mein Ausbilder mich voll unterstützt hat. Er hatte großen Anteil daran, dass ich überhaupt zum Training und zu den Spielen konnte. Dafür bin ich ihm sehr dankbar! Dankbar bin ich aber auch Renee Verschuren. Sie hatte volles Verständnis, wenn es auch mal spontan später wurde. oder ich mal nicht trainieren konnte.“

Studium in Osnabrück

Derzeit studiert „Jules“ Landwirtschaft in Osnabrück und arbeitet auf dem Hof ihrer Eltern. Im Vergleich zur Ausbildung ist die jetzige Zeit entspannter. „Die Vorlesungen sind derzeit online und lassen sich bisher gut mit der Arbeit verbinden“, sagt Thoben-Göken und lässt ein wenig in ihren Alltag blicken: „Morgens sind die Vorlesungen, anschließend folgt die Nachbearbeitung. Am Nachmittag helfe ich dann bei meinen Eltern auf dem Hof oder gehe mit dem Hund. Hier auf dem Hof sind die Aufgaben vielfältig, und es gibt es immer was zu tun. Abends wird ein wenig trainiert, um auch sportlich weiterhin am Ball zu bleiben. Die Wochenenden nutze ich derzeit, um mich auf die ersten Klausuren vorzubereiten oder unterstütze meine Eltern auf dem Hof.“

Um abzuschalten, nutzt die 20-jährige die ausgiebigen Spaziergänge mit dem Hund oder die gemeinsame Zeit mit der Familie. Zudem ist sie gerne unter Freunden oder geht gerne mal feiern. „Leider ist das aufgrund der aktuellen Situation nur eingeschränkt oder gar nicht möglich“, sagt „Jules“ mit etwas Sehnsucht nach besseren Zeiten.

Ebenso sehnsüchtig wünscht sich die Torhüterin den Sport zurück. Denn auch da hat Julia Thoben-Göken klare Ziele: „Ich möchte, sofern die Saison weitergeht, den Klassenerhalt mit dem BV Garrel erreichen. Ich persönlich möchte immer das Beste aus mir herausholen und in der Dritten Liga etablieren.“

Derzeit hält sich Thoben-Göken mit den Laufplänen und den gemeinsamen Einheiten unter Leitung von Sarah Weiland fit. Für Thoben-Göken sind vor allem die online-Einheiten mit dem Team derzeit eine willkommene Abwechslung. „Das Training mit Sarah ist auch ganz schön, weil man dann die Mitspielerinnen wieder sieht und man sich auch austauschen kann“, sagt Julia Thoben-Göken. Angesprochen auf die bisherige Saison, blickt Thoben-Göken zufrieden auf die Spiele zurück.

„Aus meiner Sicht ist die Saison gut verlaufen. Wir haben zwar einen recht unglücklichen Start erwischt und die Punkte gegen Dortmund fahrlässig abgegeben. Aber damit haben wir uns abgefunden und mit dem Sieg in Ibbenbüren eine Menge Selbstvertrauen getankt. Wir haben uns, trotz der ganzen Umstände, gut zusammengefunden. Die Liga ist unberechenbar. Es gab in der kurzen Saison auch einige Ergebnisse, die man so nicht erwartet hätte.“

Eltern unterstützen

Dass der BV Garrel in dieser Saison jedoch das Zeug zum Klassenerhalt hat, darüber ist sich auch Julia Thoben-Göken sicher. Geht es nach ihr, könnte die Saison schnellstmöglich weitergehen. „Meine Eltern sind bei jedem Heimspiel dabei und unterstützen mich, viele Freunde kommen zu den Spielen in die Halle. Das macht einfach Spaß“, freut sich Julia Thoben-Göken schon jetzt auf die noch kommenden Spiele mit „ihrem“ BV Garrel.

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