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EM 2021
So startet Deutschland ins Spiel gegen Frankreich

Garrel Spitzenspiel, Spitzenkulisse, Spitzenstimmung, Spitzenleistung, Spitzenreiter. Am Sonnabend-Abend war bei den Oberliga-Handballerinnen des BV Garrel einfach alles Spitze. Der einstige „Dalli Dalli“ Kult-Fernsehmoderator Hans Rosenthal hätte wohl seine wahre Freude gehabt am fulminanten Auftritt der Gastgeberinnen.

Als die Schluss-Sirene in der mit 350 Zuschauern restlos ausverkauften Halle ertönte, blinkte ein 40:30 auf der Anzeigetafel. Mit dem im Vorfeld kaum erwarteten Kantersieg über das als Spitzenreiter angereiste Team von Werder Bremen II übernahmen die Garrelerinnen, die zum zweiten Mal in Folge die 40-Tore-Schallmauer knackten, selber die Tabellenführung.

Dass kaum 48 Stunden zuvor Garrels Trainerikone Birgit Deeben beurlaubt worden war, davon war nichts zu spüren. „Ich habe den Mädels gesagt, dass sie Spaß haben sollen. Und den hatten sie. Es ist zwar noch ein langer, harter Weg. Aber in dieser Form ist die Meisterschaft drin“, strahlte BVG-Interimschefcoach Jonas Kettmann. Kettmann und Thomas Grotjan werden das Team auch noch in knapp zwei Wochen im Heimspiel gegen den TV Oyten II coachen. „Was dann kommt, wird man sehen. Das ist Sache des Teammanagements“, so Kettmann.

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Die Garrelerinnen, die – anders als ihre Kontrahentinnen – keine Spur von Nervosität zeigten, legten einen Raketenstart hin. Spielmacherin Merle Osterthun (2), Sarah Weiland (2), Maike Deeben und Lisa Noack warfen in nur sechs Minuten eine 6:1-Führung heraus. Passend dazu verwandelten „Tobi“ Bärlein – Garrels Hallensprecher bewies Bundesligaformat – und „Mister Music“ Leon Kröger die Halle in ein Tollhaus.

Trotz einiger kurioser Schiedsrichterentscheidungen setzten die Garrelerinnen ihre Torgala fort. Nach 17 Minuten bedeutete das 14:5 durch die nie zu stoppende und aus allen Lagen treffende Sarah Weiland, die sich immer wieder geschickt der kurzen Deckung der Bremerinnen entzog, einen Neun-Tore-Vorsprung. In der Folge konnten sich die Werderanerinnen kurzzeitig berappeln und bis zur Pause auf 13:18 verkürzen. Direkt nach Wiederbeginn traf Michaela Stahlkopf sogar zum 14:18.

Doch die Gastgeberinnen blieben cool. Nachdem sich Interimscoach Jonas Kettmann eine gelbe Karte wegen Reklamierens abgeholt hatte, ging die Post wieder so richtig ab. Vor allem mit ihren perfekt vorgetragenen Tempogegenstößen zogen die Gastgeberinnen den nach gut 45 Minuten resignierenden Gästen von der Weser letztlich den Zahn. Garrels starke Torfrau Stefanie Jandt schickte ihre Mitspielerinnen immer wieder mit millimetergenauen Abwürfen auf die Reise. Hauptabnehmerin war die erst 16-jährige Auswahlspielerin Lisa Noack, die vor dem gegnerischen Tor eiskalt agierte und insgesamt achtmal einnetzte. Als der Handballfloh nach 47 Minuten per Doppelschlag auf 32:22 erhöhte, war dies die Entscheidung.

Bis zum Schluss berauschten sich die Garrelerinnen an ihrem eigenen Turbo-Auftritt. In der 53. Spielminute gelang Joseffa Baumann zum 38:24 die höchste Führung überhaupt. Baumann ließ es sich zudem nicht nehmen, mit ihrem vierten Treffer unter tosendem Applaus der Zuschauer die „40“ vollzumachen.

„Wir waren sofort voll drin im Spiel. Das war eine Mordsgaudi. Mit einem so hohen Sieg hatte niemand gerechnet“, jubelte Garrels elffache Torschützin Sarah Weiland.

BV Garrel: Jandt, Köther, Reinke - Fitze, Lissewski, Deeben (3), Markus, Noack (8), Frenzel (3), Faske (2), Baumann (4), Osterthun (9), Weiland (11/1).

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