Garrel Am Ende überwog die Freude über den ersten Saisonpunkt in der dritten Liga: Auch wenn für die Handballerinnen des BV Garrel im Derby gegen die Bundesligareserve des VfL Oldenburg mit etwas Fortune mehr drin gewesen wäre, feierte das Team von Spielertrainerin Renee Verschuren das 24:24 (14:12)- Unentschieden fast wie einen Sieg.

Garrel belohnte sich für eine gute Leistung in einer intensiven Partie. Dabei erwischte Oldenburg den besseren Start. In einer temporeichen Anfangsphase stand zunächst BVG-Torfrau Stefanie Jandt mit gleich mehreren Paraden im Fokus. Es brauchte einige Minuten, ehe sich die Gastgeberinnen vor der guten Kulisse von etwa 400 Zuschauern in der eigenen Halle auf das schnelle Spiel des VfL Oldenburg eingestellt hatten.

Den ersten Treffer des Spiels markierte Garrels Lena Faske (2.). Nach gut vier Minuten entwickelte sich eine schnelle, fesselnde und torreiche Handballpartie. Garrel versteckte sich nicht und bot Oldenburg eine Anfangsphase auf Augenhöhe, in der die Gastgeberinnen nach zwölf Minuten beim 6:7 erstmals in Rückstand gerieten. Das Spiel blieb offen, auch wenn sowohl der BV Garrel als auch der VfL Oldenburg Mitte der ersten Hälfte auf eine kompakte Deckung umstellten, und sich Abschlüsse nun zumeist aus dem Rückraum ergaben.

Sarah Weiland war die Garreler Antwort auf die Deckung der Oldenburgerinnen: Gleich mehrfach schraubte sich die Rückraumspielerin in die Luft und schloss ab – Oldenburgs Torhüterin Julia Neumann hielt einige Male gut. Weiland war es jedoch, die in der 25. Minute den Treffer zum 10:10 markierte und damit die Schlussoffensive des Aufsteigers in Halbzeit eins einläutete. Garrel zog das Tempo wieder an und lag zur Pause mit 14:12 vorne.

Mutig und ohne Scheu vor dem Gegner kam Garrel zurück aus der Kabine. Die BVG-Frauen blieben auch nach dem Seitenwechsel druckvoll, konzentriert und in den Zweikämpfen konsequent.

Das brachte dem Team von Renee Verschuren ein optisches Übergewicht auf der „Platte“. Die Gastgeberinnen hatten zu Beginn der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel und nutzten ihre Chancen besser. Eine Tatsache, die sich nach 45 Minuten auch im Spielstand widerspiegelte: Ein 21:15 stand auf der Anzeigentafel der Garreler Sporthalle, das 21. Tor für den BVG erzielte Torfrau Stefanie Jandt nach schnellem Umschalten.

Der VfL fand bis dahin kaum ins Spiel und so gut wie keine Mittel gegen das temporeiche und effektive Handballspiel der Gastgeberinnen. Entsprechend bedient war VfL-Trainer Andreas Lampe. Er hinterfragte die Leistung seiner Spielerinnen lautstark. Der Oldenburger Übungsleiter dürfte aber zumindest an Torfrau Katharina Kürten nichts zu mäkeln gehabt haben. Denn Kürten war es, die ihren VfL in der Garreler Drangphase mit einigen Paraden im Spiel hielt und großen Anteil daran hatte, dass die Partie noch einmal spannend wurde. Garrel schien mit dem Vorsprung zufrieden zu sein.

Die Gastgeberinnen nahmen das Tempo ein wenig heraus und leisteten sich in der Folgezeit einfache Fehler. Fehlpässe, unsaubere Abschlüsse und fehlende Konsequenz in der Deckung ließen den Gast zurück ins Spiel kommen. Die Huntestädterinnen kamen wieder heran und glichen drei Minuten vor dem Ende beim Stand von 23:23 wieder aus. Die Partie war nun völlig offen.

Beide Mannschaften spielten in der Schlussphase auf Sieg und öffneten ihre Deckungen nahezu vollständig. Auf beiden Seiten gab es die Chance auf den maximalen Punktgewinn. Als Sarah Weiland ihren BV Garrel zwei Minuten vor dem Ende wieder in Führung brachte, war die Stimmung in der Garreler Sporthalle auf dem Höhepunkt. Doch Oldenburg hatte auch darauf noch eine Antwort und glich erneut aus. In der Schlussminute war es ein Spiel auf des Messers Schneide: Zunächst scheiterte Garrels Lea Rühling an der glänzend aufgelegten Kürten im Tor. Auf der anderen Seite vergab Oldenburg ebenfalls.

Für eine Spielerin des VfL Oldenburg stand das Match beim BV Garrel unter einem besonderen Stern: Lisa-Marie Fragge lernte das Handballspielen beim BVG und kehrte in ihre Heimat zurück.

Passend dazu traf Lisa-Marie im Spiel auf ihre Schwester Melanie. Melanie schnürt ihre Handballschuhe für den BV Garrel und war mit sieben Toren auch beste Schützin Garrels. „Ich freue mich über den Punktgewinn, das ist ein gutes Gefühl. Wir haben eine gute Leistung gezeigt und uns den Punkt verdient. Leider haben wir nach der komfortablen Führung viele einfache Fehler gemacht und den Gegner so wieder ins Spiel gebracht. Daran müssen wir weiter arbeiten, auch wenn dieser Umstand im Vergleich zu den letzten Wochen schon deutlich besser geworden ist“, resümierte Garrels Spielertrainerin Renee Verschuren mit einem Lächeln im Gesicht.

BVG: Jandt (1), Aumann, J. Thoben-Göken - Noack (1) Fragge (6/5), Weiland (4), Faske (4), Osterthun (3), Schulte (2), Fragge (1), Rühling (1), Verschuren (1), Lötgering, Mattke, Fette.

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