Garrel 268,76 Kilometer, 1558 Höhenmeter und 10:14:15 Stunden Fahrtzeit – diese Zahlen zeigte die GPS-Uhr, als Thomas Kessing die Stopp-Taste betätigte und bei seinen Kumpels in Köln mit einem Kölsch anstoßen konnte. Mit dem Rennrad ist der 28-Jährige von Garrel nach Köln gefahren und dabei nicht nur wortwörtlich durch Höhen und Tiefen, sondern auch sprichwörtlich.

Eigentlich stand für den Garreler, der in der Leichtathletik-Abteilung des BV Garrel und bei den Tri-Freaks des SV Hansa Friesoythe trainiert, der Ironman in Hamburg auf dem Plan. Das Training über den Winter lief gut, bis der Wettkampf, der zunächst vom 21. Juni auf den 6. September verlegt worden war, dann komplett abgesagt wurde. Wie schon vorher der Hamburg-Marathon, den Thomas Kessing als Vorbereitungswettkampf eingeplant hatte. Statt an der Alster entlang, lief Kessing die 42,195 Kilometer im April an der Thülsfelder Talsperre.

Einen trotz der verkorksten Saison doch versöhnlichen Abschluss wollte Thomas Kessing aber finden. Und fand ihn, als er sich bei Google Maps den Weg nach Köln anzeigen ließ. „Ich habe einfach mal auf Fahrrad umgeschaltet und fand: So weit ist das ja gar nicht“, schildert der Athlet im Gespräch mit unserer Redaktion. Schon war die Idee geboren für die „Challenge“, die an einem Tag zu schaffen sein sollte. Über eine App ließ er sich die ideale Fahrradfahr-Route berechnen.

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Satteltasche hinten, Rahmen- und Lenkertasche – auch wenn das Gepäck spärlich war, ganz ohne ging es dann doch nicht. „Ziemlich gepuzzelt“ habe er und sich bei jedem Gegenstand gefragt: „Brauche ich das wirklich?“ Neben einigen Riegeln, Gels und Getränken verstaute er Werkzeug und Ersatzschläuche und etwas Kleidung.

Einem Kumpel, der später mit dem Auto nach Köln nachkam, gab Thomas Kessing eine weitere Tasche mit auf den Weg, schließlich wollte er in Köln einige Tage bleiben.

Auf insgesamt rund eine Stunde Pause, die er aus der Zeit herausgestoppt hatte, kam der Garreler, um zu essen und zu trinken. Auf den ersten 100 Kilometern sei er super durchgekommen, ab Ibbenbüren wurd’s hügeliger und damit anspruchsvoller. „Da hat sich das Gepäck doch deutlich bemerkbar gemacht.“

Nach Überquerung der Ruhr bei Dahlhausen forderte ihn die Strecke zusehens. „Bis Köln ging es nur bergauf und bergab.“ Sein Training zahlte sich aber aus, und auch das Rennrad spielte mit.

„Zweimal wäre es fast zu einem Unfall gekommen“, berichtet der Garreler, der vor vier Jahren mit dem Triathlon angefangen war. Nervenaufreibend: „Man muss die ganze Zeit für die Autofahrer mitdenken“, weiß Kessing um die Schwierigkeit, sich durch den Berufsverkehr im Ruhrgebiet zu kämpfen. Statt 30 km/h kam er teils nur im Stopp-and-Go voran. Abends gegen kurz nach 20 Uhr trat er in Köln aus den Pedalen – und fühlte sich „noch fit“.

Der Ironman steht jetzt für Juni 2021 im Kalender. Nach einigen Wochen Pause startet schon langsam wieder die Vorbereitung. Abenteuer wie die Köln-Tour hat er für dieses Jahr aber nicht mehr geplant.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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