Garrel /Cloppenburg Anfang der 60er-Jahre war in Garrel die Fußball-Euphorie riesengroß. Kein Wunder, schließlich war dem BV Garrel im Jahr 1962 der Aufstieg in die damalige Amateurliga II gelungen. Somit spielten die Garreler drittklassig.

Über der Amateurliga gab es seinerzeit nur noch die Amateuroberliga und danach schon die erstklassige Oberliga mit ihren fünf Staffeln (Nord, West, Süd, Südwest und Berlin), ehe ab der Saison 1963/64 Deutschlands höchste Fußball-Klasse die Bundesliga wurde.

Der Vergleich

Am Ende der Saison belegte der BV Cloppenburg in der Amateurliga II den ersten Platz. Die Cloppenburger kamen auf ein Torverhältnis von 134:45, und das Punkteverhältnis betrug 53:11. Kein Team in der Liga hatte mehr Tore geschossen, als der BVC.

Der BV Garrel kam auf für einen Aufsteiger beachtliche Zahl von 61 Treffern, doch zum Klassenerhalt sollte es doch nicht reichen. Der BVG hatte 114 Gegentore kassiert und ein Punkteverhältnis von 17:47. Abstieg hin, Abstieg her: zu den BVG-Heimspielen in jener Saison kamen insgesamt 5800 Zuschauer.

Die Garreler Anhänger durften sich in der Saison 1962/63 auf Duelle gegen Falke Steinfeld und den BV Cloppenburg freuen. In jener Liga spielte auch der BV Essen, der mit den Neteler-Brüdern für Furore sorgte. Die bekannten Clubs mit ihren großen Namen sorgten dafür, dass sich die Garreler Heimspiele zu Kassenschlager entwickelten.

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800 Zuschauer

Wie zum Beispiel die Begegnungen zwischen dem BV Garrel und dem BV Cloppenburg am 28. April 1963. Rund 800 Zuschauer waren zur Garreler Sportanlage gepilgert, um sich dieses Derby nicht entgehen zu lassen. Die Favoritenrolle war bereits vor dem Anpfiff klar verteilt.

Die Cloppenburger um ihren Trainer Bruno Ebel standen kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft. Für die Garreler war dagegen knallharter Abstiegskampf angesagt. Sie empfingen den Spitzenreiter als Vorletzter. Das Hinspiel in Cloppenburg hatte der Aufsteiger 0:8 verloren. In jenem Spiel hatte auch Cloppenburgs gefürchteter Offensivspieler Theo Rüve „geknipst“. Doch die Rückrundenpartie sollte kein Spaziergang für die Cloppenburger werden.

BVG beginnt stark

Die Garreler waren nämlich nach der Hinspielpleite auf Wiedergutmachung aus. Sie legten los wie die Feuerwehr. So kam Högemann zu einer Kopfballchance und sein Mannschaftskamerad Bley versuchte per Flachschuss sein Glück. Aber beide Versuche brachten den Hausherren keinen Treffer ein. Die Cloppenburger hatten indes ihre Schwierigkeiten mit dem Garreler Sandboden, der bei vielen Gegnern gefürchtet war.

Dennoch gelang ihnen durch Wessels die Führung (9.). Die Akteure des BV Garrel zeigten sich davon unbeeindruckt. Der Halblinke Glosemeyer traf per Freistoß aus 18-Metern zum 1:1 (19.).

Dann der Schock für die Hausherren: Ihr Keeper Diekmann hatte sich bei einem Zusammenprall so schwer verletzt, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Da Wechsel in Pflichtspielen seinerzeit nicht erlaubt waren musste der BVG zu Zehnt weiterspielen. Für Diekmann ging Mittelstürmer Behrens zwischen die Pfosten. In der 29. Minute musste Behrens den Ball das erste Mal aus dem Netz nehmen. Wessels hatte ihn per Kopfball bezwungen. Kurz nach Wiederanpfiff hieß es 3:1 für die Gäste, als Rüve traf.

Die Cloppenburger drängten nun auf die Entscheidung, hatten aber Glück, dass der Garreler Rechtsaußen Vossmann die Gelegenheit zum Anschlusstreffer ausließ.

Niehe macht Sack zu

Dann machte Bernd Niehe mit dem 4:1 für den Tabellenführer BV Cloppenburg den Sack endgültig zu. „Die zehn Garreler, bei denen Mittelstürmer Behrens seine Sache im Tor recht gut machte, hielten sich in den letzten 20 Minuten trotz weiterer klarer Chancen für Cloppenburg ohne weitere Torverluste“, schrieb die Nordwest-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 29. April 1963.

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