Friesoythe Über seine Erlebnisse als Fußball-Schiedsrichter könnte Heiner Neuenstein bestimmt ein Buch schreiben. Zumal er es vom Jugendfußball, über die Niederungen des Amateurbereichs bis in den Profibereich gepackt hat. Dabei gab es unvergessene Erlebnisse, wie die Teilnahme als Linienrichter am Europapokal-Spiel zwischen dem FC Barcelona und dem AC Florenz im Jahr 1997 im Stadion Camp Nou. „Ein wirklich imposantes Stadion. Bei dem Spiel waren über 100 000 Zuschauer auf den Tribünen. Und eine eigene Kirchen-Kapelle hat das Stadion auch“, berichtet Neuenstein.

Teilnahme bei Olympia

Er gehörte auch zur Schiedsrichtergilde, die am olympischen Fußballturnier von Atlanta 1996 in Amerika teilnahm. Zum Schiedsrichterteam gehörte auch der berühmte Italiener Pierluigi Collina. Neuenstein: „Olympia in Atlanta ist sicherlich ein Höhepunkt in meiner Laufbahn gewesen. Dort kam ich bei acht Spielen zum Einsatz. Zum Beispiel durfte ich seinerzeit die nigerianischen Mannschaft im Halbfinale gegen Brasilien erleben. Mit ihren Superstars Jay-Jay Okocha und Nwankwo Kanu.“ Auch die Zauberer vom Zuckerhut wie Ronaldo erlebt Neuenstein hautnah. Momente und Erlebnisse, die er fest in seinen Erinnerungen abgespeichert hat.

Genau wie eine Partie mit Michael „Tanne“ Tarnat in der Bundesliga. „Ich war beim Spiel des KSC gegen 1860 als Linienrichter im Einsatz“, erzählt Neuenstein, als er von Tarnat den Ball unabsichtlich aus kürzester Distanz an die Schläfe bekam. Neuenstein ging erstmal in die Knie, konnte aber später weitermachen. In Erinnerung ist ihm dabei geblieben, wie rührend sich der KSC-Trainer „Winnie“ Schäfer und Löwen-Coach Werner „Beinhart“ Lorant sich um ihn gekümmert haben. „Sie fragten mich ständig, wie es mir ginge, und ob ich noch ein Schluck Wasser haben wolle“, berichtet Neuenstein und lacht.

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Diese Anekdote ist für Neuenstein insoweit erwähnenswert, weil Schäfer und Lorant an der Seitenlinie eigentlich ordentlich Dampf machten, um den Schiedsrichtern ihre Meinung zu geigen. Der BVB- und spätere Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sei anders vorgegangen. „Er hat immer seinen Assistenten Michael Henke vorgeschickt“, erinnert sich Neuenstein.

Emotionales Erlebnis

Er war auch in Stadien aktiv, die es heute gar nicht mehr gibt und dennoch unvergessen sind. Wie zum Beispiel das VfB-Stadion im Oldenburger Stadtteil Donnerschwee. Dort pfiff Neuenstein in der Saison 1987/1988 das Punktspiel des VfB Oldenburg in der Oberliga Nord gegen Arminia Hannover. „Eigentlich sollte ich das Spiel einer BVC-Reserve gegen Elsten pfeifen, als der Anruf kam, ob ich Oldenburg pfeifen könne“, erinnert sich Neuenstein.

Der eigentlich angesetzte Referee war damals nicht erschienen. Für Neuenstein ein ganz besonderes Erlebnis. „Ich bin gebürtiger Oldenburger, und habe dort in jungen Jahren den VfB spielen gesehen, und dann darfst du dort pfeifen. Das war schon ein emotionales Erlebnis für mich gewesen“, erinnert sich Neuenstein.

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