Friesoythe Tolle Kulisse mit etwa 700 Zuschauern – die 36. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in Friesoythe bot eine klasse Atmosphäre. Und am Ende sangen die vielen Fans und die Spieler aus Thüle: „Die Nummer eins der Stadt sind wir.“ Passend dazu – quasi als Ouvertüre gab es schon im zweiten Gruppenspiel einen Knalleffekt.

Denn der Titelverteidiger SV Thüle besiegte Hansa Friesoythe deutlich mit 5:2. Durchatmen beim Gastgeber, als dann aber mit Platz zwei in Gruppe A der Tabellenführer der Bezirksliga das Halbfinale sicherte. „Ich bin froh, noch dabei zu sein. Im Vorjahr war das ja nicht so“, sagte Hansa-Coach Hammad El-Arab. Thüle hingegen marschierte durch die Gruppe A und gewann mit 18:5-Toren und neun Punkten vor Hansa Friesoythe (10:6, 6), dem SV Mehrenkamp (6:10, 3) und dem BV Neuscharrel (0:13, 0).

In Gruppe B war es spannend. Denn erst mit dem 3:2-Sieg im letzten Gruppenspiel über Hansa Friesoythe II sicherte sich der VfL Markhausen Platz zwei (8:4, 7) hinter dem Gruppensieger SV Gehlenberg (10:3, 7), von dem sich der VfL mit einem 1:1 getrennt hatte. Es folgten Hansa Friesoythe II (4:6, 3) und der SC Kampe/Kamperfehn (2:11, 0).

Schiedsrichter Fritz Stoyke (Viktoria Elisabethfehn) – beim 36. Mal zum 36. Mal dabei – meinte danach nur: „Das ist das Gute. Die Schiedsrichter machen Fehler, aber auch die Spieler. Das gleicht sich aus.“ Zusammen mit Werner Jelken (SV Harkebrügge) hatte er die spannenden Spiele sicher im Griff.

Der SV Thüle bestätigte seine Top-Form beim 5:2 gegen den VfL Markhausen: Er legte los wie die Feuerwehr. Eine Minute war gespielt, da hatten Christian Boicu und Simon Bickschlag zum 2:0 getroffen. Mathias Wedermann erhöhte auf 3:0 (4.). Der VfL wehrte sich. Johannes Abeln verkürzte auf 1:3 (5.), Michael Kösjan hatte nach dem 4:1 von Robert Göken (6.) mit dem 2:4 nochmals für Spannung sorgen können (9.). Doch Eugen Spirlicenco machte zwei Minuten vor dem Abpfiff mit dem 5:2 das Finale perfekt (12.).

Nicht ganz so turbulent begann das zweite Halbfinale zwischen Hansa Friesoythe und dem SV Gehlenberg. Mariyan Ognyanov brachte Hansa nach drei Minuten in Führung, musste von Kollege Janek Siderkiewicz Minuten später, als komplett gewechselt werden sollte, sozusagen auf die Auswechselbank mitgezogen werden. Siderkiewicz stand nach neun Minuten erneut im Blickpunkt, als er vom SVG-Keeper mit einem harten Bodycheck gestoppt wurde. Die fällige Zeitstraße nutzte Ognyanov zum 2:0 (10.). Doch der Kreisligist gab nicht auf, verkürzte in der Schlussminute durch Matthias Lukas. Aber Lucas Baumeister machte im Gegenzug mit dem 3:1 das Finale der Favoriten perfekt.

Zunächst deutete, als Baumeister in der ersten Minute zum 1:0 traf, einiges auf eine Revanche für die Gruppenspielniederlage hin. Aber an diesem Tag war der SV Thüle die bessere Mannschaft, überzeugte mit sehenswerten Kombinationen und glich durch Simon Bickschlag, der später mit zehn Treffern als bester Torschütze geehrt wurde, zum 1:1 aus. Claas Göken schloss einen Doppelpass mit dem 2:1 ab (7.), ehe Bickschlag aus 15 Metern Distanz auf 3:1 erhöhte (9.) und die Vorlage zum 4:1-Schlusspunkt durch Mathias Wedermann lieferte (10.). Wedermann und Bickschlag haben bekanntlich beide eine „Hansa-Vergangenheit“. Danach jubelte das Thüler Lager.

Aber auch andere hatten noch Grund zur Freude: Marco Budde vom VfL Markhausen wurde als bester Torwart ausgezeichnet. Platz drei, der per Neunmeterschießen vergeben wurde, ging an den SV Gehlenberg (3:2 gegen Markhausen).

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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