CLOPPENBURG Das zwölfte Boxturnier des Vereins Freizeit und Sport Cloppenburg entpuppte sich wieder einmal als Zuschauermagnet. Nach offizieller Vereinsangabe pilgerten am Sonnabend 700 Zuschauer in die Stadthalle, um sich die Kämpfe nicht entgehen zu lassen. Zudem wollten sie Stargast Sven Ottke, der im Jahr 2004 als ungeschlagener Weltmeister im Supermittelgewicht zurückgetreten ist, einmal hautnah erleben.

Die Moderation der Veranstaltung übernahm Olaf Kummer. Allerdings begann das Turnier mit einer leichten Verspätung. Es war kein Gong aufzufinden – so musste improvisiert werden. Josef Struth, der für die Abnahme der Zeit und die Betätigung des Gongs zuständig war, bekam einen Löffel und einen kleinen Edelstahltopf in die Hand gedrückt. Dann konnte es endlich losgehen. Kurze Zeit später wurde dann auch noch ein richtiger Gong aufgetrieben.

Doch da waren die Kämpfe schon voll im Gange. Dem Cloppenburger Paul Krause wird das Turnier auf ewig in Erinnerung bleiben. Der Elfjährige gab sein Debüt für den Verein FuS Cloppenburg im Trainingskampf gegen Daniel Meler. Er machte seine Sache gut. Dabei feuerten ihn die Zuschauer kräftig an. Zwar wird in einem Trainingskampf kein offizieller Sieger verkündet, einen kleinen Pokal gab es dennoch für beide Nachwuchskämpfer. Das war Paul allerdings nicht so wichtig. Er freute sich viel mehr über seine gute Leistung. „Ich war ziemlich aufgeregt, aber zum Glück hat das meine Leistung nicht beeinträchtigt“, strahlte er. An eine spätere Profikarriere verschwendet er allerdings keine Gedanken. Er betreibe die Sportart nur, weil sie ihm großen Spaß bereite.

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Mit Kristina Zizer feierte ebenfalls eine Akteurin des Vereins FuS Cloppenburg ihr Debüt. Knapp zwei Jahre hatte sie sich mit intensivem Training auf diesen Moment vorbereitet. Ihre Gegnerin war Denise Döll aus Delmenhorst. Beide Boxerinnen schenkten sich nichts, aber Zizer agierte entschlossener. Allerdings sahen die Ringrichter das ein wenig anders. Sie entschieden auf ein Unentschieden.

Insgesamt sahen die Zuschauer 13 Kämpfe und zwei Trainingskämpfe – mit zahlreichen Lokalmatadoren wie Konstantin Fischer, Kamalutin Viller sowie Halbschwergewichtler Wladimir Podruschin, der sich einen tollen Kampf mit dem Delmenhorster Dennis Wilke lieferte. Am Ende waren beide stehend K.o. Folgerichtig entschieden die Ringrichter auf ein Unentschieden.

Stargast Sven Ottke fieberte manches Mal so sehr mit, dass es ihn zeitweise nicht auf seinem Platz hielt. „Boxen ist mein Leben, da kann ich nicht stillsitzen und teilnahmslos die Kämpfe angucken“, sagte er. Als Nervennahrung vertilgte er dabei reihenweise „Köstlichkeiten“ eines bekannten Süßigkeitenherstellers aus Bonn. „Die Dinger habe ich schon zu meiner aktiven Zeit verschlungen. Ein Laster hat ja bekanntlich jeder“, sagte er lächelnd.

Neben Ottke, der zigmal seinen Namen auf Autogrammkarten und T-Shirts schreiben musste, verfolgte Cloppenburgs Bürgermeister Wolfgang Wiese das Treiben. „Es ist schon erstaunlich, wie sich der Boxsport in den letzten Jahren in Cloppenburg etabliert hat. Wir haben zwei Vereine in der Stadt, die wirklich eine tolle Arbeit leisten“, sagte Wiese.

FuS-Vorsitzender Paul Sawadsky war nicht ganz zufrieden. „Ich hätte gerne auch in diesem Jahr wieder die 1000-Zuschauer-Marke erreicht“, sagte er. Allerdings wusste er im Vorfeld, dass dies schwer werden würde. „In der Vorweihnachtszeit haben die Menschen so viel um die Ohren, da hat nicht jeder den Drang, sich am Sonnabend ein Boxturnier anzuschauen. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Veranstaltung an einem Sonntag zu machen“, meinte er. Dennoch hellte sich seine Miene im Laufe des Abends immer mehr auf. „Die Boxer und Boxerinnen haben starke Leistungen gezeigt. Die Zuschauer dürften somit auf ihre Kosten gekommen sein“, sagte Sawadsky.

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