Cloppenburg /Duisburg Der FCR Duisburg ist am 1. Januar Geschichte, und das ist zumindest in einem Punkt auch gut so: Die anderen Frauenfußball-Bundesligisten haben nach der am Freitag bekannt gegebenen Entscheidung (die NWZ  berichtete), dass die Mannschaft des dreifachen DFB-Pokalsiegers unter dem Dach des MSV Duisburg ein neues Zuhause findet und der DFB dem neuen Konzept zustimmt, endlich Klarheit. Es bleibt bei der momentanen Konstellation, die Situation im Abstiegskampf verändert sich nicht – was vor allem die Spielerinnen des BV Cloppenburg und Coach Tanja Schulte interessieren dürfte. Die Trainerin hatte sich schon Sorgen gemacht, dass die ungeklärte Situation in Duisburg dem Frauenfußball insgesamt schaden könnte. Lange war im Sommer unklar gewesen, ob der finanziell angeschlagene FCR überhaupt weiter erstklassig spielt, kurz vor der Winterpause hatte es so ausgesehen, als müsse sich das Team während der laufenden Saison zurückziehen.

„Der Insolvenzverwalter Andreas Röpke wird am 1. Januar zum Gericht gehen und Insolvenzantrag für die Hülle des FCR stellen. Wir dürfen unsere fünf Mannschaften zum MSV überführen, auch die Mitglieder sind dort schon eingetreten. Wir sind alle extrem erleichtert und dankbar“, sagt FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann nach „Monaten der harten Arbeit und des intensiven Verhandelns“.

Sven Kahlert sieht die Entwicklung mit einem „traurigen Auge“, weil sich der FCR auflöse. „Ich bin aber auch daran beteiligt, dass es nun der MSV wird – das ist die richtige und beste Entscheidung, darüber freue ich mich“, sagt der Cheftrainer und sportliche Leiter des Clubs, der einen Punkt mehr als der BVC auf dem Konto, aber auch ein Spiel mehr absolviert hat.

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Je bedrohlicher die wirtschaftliche Situation für den FCR in den zurückliegenden Wochen geworden war, desto besser war es sportlich gelaufen. So hatten die Duisburgerinnen völlig überraschend bei Bayern München gewonnen (1:0) und zu Hause den USV Jena 3:0 geschlagen. Schon deshalb dürfte nicht jede Cloppenburger Spielerin restlos von der Rettung des Konkurrenten begeistert sein.

Möglicherweise begeistert, aber auf jeden Fall überrascht dürfte der eine oder andere Fußballfan sein. Hat der Retter in der Not, der zurzeit drittklassige MSV Duisburg, doch selbst wegen finanzieller Probleme Schlagzeilen gemacht. „Wir wollten diese gemeinsame Lösung für den Fortbestand des Frauenfußballs in Duisburg“, sagt Präsident Udo Kirmse: „Angesichts unserer eigenen finanziell schwierigen Situation ist die jetzige Lösung keine Selbstverständlichkeit.“ Für die Drittliga-Mannschaft des Vereins werde es keinerlei Einbußen geben.

Der FCR, aus der 1977 gegründeten Frauen-Abteilung des FC Rumeln-Kaldenhausen hervorgegangen und seit 2001 ein selbstständiger Frauenfußball-Verein, gehört mit der Meisterschaft im Jahr 2000, drei Pokalsiegen (1998, 2009, 2010) sowie dem Europapokalsieg vor vier Jahren zu den erfolgreichsten Clubs im deutschen Frauenfußball.

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