FRIESOYTHE Zwei Spiele, vier Punkte: Fußball-Landesligist Hansa Friesoythe hat das Heimspiel am Ostermontag gegen BW Papenburg mit 2:1 (0:0) gewonnen. Am Ostersonnabend hatten sich die Friesoyther vom FC Schüttorf mit 1:1 (1:1) getrennt.

Hansa Friesoythe - FC Schüttorf 1:1 (1:1). Während seine Spieler langsam zum Auslaufen trotteten, versuchte Bernd Meyer das soeben Geschehene in Worte zu fassen. 1:1 (1:1) hatten sich die Fußballer Hansa Friesoythes, die seit vergangener Woche wieder mal von Fußballobmann Meyer selbst trainiert werden, am Sonnabendnachmittag daheim vom FC Schüttorf 09 getrennt. Meyer sprach von einem Punkt für die Moral und lobte die kämpferische Leistung – aber das Verletzungspech, das die Friesoyther in diesem Jahr heimsucht, ließ ihn um jede Silbe kämpfen.

Es war kurz nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit passiert: Hammad El-Arab knickte ohne Einwirkung eines Gegenspielers um – und schrie. Hansas defensiver Mittelfeldspieler musste mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. „Das ist einfach nur todtraurig“, sagte Meyer, im Wissen, dass El-Arab in den vergangenen Jahren immer wieder verletzungsbedingte Rückschläge hinnehmen musste. „Ich weiß langsam nicht mehr, woher ich die Leute nehmen soll. Hammad ist einer unserer Schlüsselspieler.“ El-Arab wird in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr spielen.

Friesoythes Trainer hatte vor der ersten Partie nach der kurzen Ära Predrag Uzelac ohnehin schon auf sieben Spieler verzichten müssen. Zu allem Überfluss hatte sich Dennis Reiners auch noch den großen Zeh gebrochen. „Die Aufstellung war ein Puzzle mit unendlich vielen Stücken“, sagte Meyer. Und so standen in Friesoythes Anfangsformation die A-Jugendlichen Nick Weifen, Alexander Deutsch und Jonas Böhmann.

Den ersten – rein sportlichen – Schock hatte Hansa schon in der 3. Minute verdauen müssen. Schüttorfs starker Spielmacher Alexander Haberstock legte sich im Mittelfeld den Ball kurz mit der Hand vor, trat an und schoss die Kugel aus 20 Metern über Torwart Stefan Greten ins Friesoyther Tor. „Das war ein klares Handspiel“, knurrte Meyer nach der Partie. Es sollte nicht die letzte umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Christian Katz (Rastede) gewesen sein.

Hansa spielte anschließend verunsichert. Zwar hatten Nick Weifen (8., Fernschuss, 10. Kopfball) und Lars Diemel (9.) durchaus gute Chancen. Aber die Gäste waren spielerisch – und zunächst auch kämpferisch – eine Klasse besser. Und hätte Robert Bartling in der 9. Minute per Kopf auf 2:0 erhöht, hätte sich wohl niemand beschwert. Doch es kam anders: In der 23. Minute schaltete Deutsch blitzschnell und steckte zu Fennen durch. Der ehemalige Galgenmoorer blieb ruhig – und glich aus.

Hansa war endlich im Spiel – aber ohne zu überzeugen. Doch weil die Gäste bei Standardsituationen große Probleme mit der Zuordnung hatten – zum großen Ärger ihres Trainers Siegfried Wolters – hätte Friesoythe sogar in Führung gehen können. Doch Marcus Kunisch fehlte zweimal das Glück (27., 29.). Auf der anderen Seite hatten Sebastian Schmagt (32., 45.) und Marcel Holthaus (39.) gute Schusschancen.

Im zweiten Durchgang ging es nach El-Arabs Verletzung zur Sache. Zunächst verdaddelte Schüttorfs Holthaus eine Riesenchance (50.), dann vergab Friesoythes Fennen nach einem Querschläger von Robert Bartling aus aussichtsreicher Position (51.). In der 65. Minute machte Greten eine Großchance für Schmagt zunichte.

Dann wurde es richtig kriminell: In der 66. Minute vernaschte Marcus Kunisch die gesamte Schüttorfer Abwehr mit einer feinen Finte und drang in den Schüttorfer Strafraum rein. Dabei wurde er mit einem leichten Tritt aus dem Rhythmus gebracht. Aber er ließ sich nicht fallen – zum Unverständnis einiger Friesoyther Zuschauer.

Acht Minuten später hatte Hansa Glück: Nach einer Kette von Missverständnissen riss Hansas Torwart Stefan Greten Tim Averes zu Boden. Doch Katz pfiff nicht. Diese Entscheidung trieb Schüttorfs Trainer noch nach dem Spiel die Zornesröte ins Gesicht: „Das war ein klarer Elfmeter“, sagte Wolters. „Wir sind hier um zwei Punkte gebracht worden.“

Doch seine Mannschaft hätte den Strafstoß gar nicht gebraucht, wenn sie nur ihre Chancen genutzt hätte. Der in der zweiten Halbzeit überragende Holthaus sorgte immer wieder für Gefahr vor dem Friesoyther Tor. Doch entweder fehlte ihm die Durchschlagskraft (78.) oder seine Mitspieler (84., 87., Schmagt) konnten seine Zuspiele nicht verwerten. So blieb’s beim 1:1.

Meyer und Wolters waren sich einig, dass die Schüttorfer den Sieg verdient gehabt hätten. „Die hatten schon die klareren Chancen“, sagte Meyer. Friesoythes Außenstürmer Olaf Bock brachte es auf den Punkt: „Wir haben das beste aus unserer blöden Situation gemacht.“ Keine Widerrede.

Hansa Friesoythe - SC BW Papenburg 2:1 (0:0). Man mag’s kaum glauben: Für viele Zuschauer war es zunächst interessanter, welche Spieler nicht auf dem Platz standen. Stefan und Michael Renken, die während der Winterpause von Friesoythe nach Papenburg gewechselt waren, mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Und Dennis Reiners und Hammad El-Arab hatten es sich – mit Krücken bewaffnet und so gut es ging – auf einer Bank neben der Friesoyther Bank bequem gemacht.

Im Vergleich zum Sonnabend hatte Coach Meyer zweimal umgestellt. Für Jonas Böhmann rückte Hannes Tholen auf die Position rechts in der Viererkette und für El-Arab spielte Michael Macke.

Und im Gegensatz zu Sonnabend kamen die Gäste sofort in die Zweikämpfe. Zwar blieb spielerisch vieles Stückwerk – Keilstürmer Nick Weifen war meist auf sich alleine gestellt – aber Hansa zeigte Biss. Die Emsländer waren zwar feldüberlegen, doch die ersten gefährlichen Szenen spielten sich vor dem Papenburger Tor ab. Zunächst stand Kunisch nach einem Querschläger frei – aber auch im Abseits (9.) – und dann bereitete ein harmloser Schuss Christoph Fennens Papenburgs Torwart Frank Mülder unerwartete Probleme (14.).

Danach spielte Papenburg zielstrebiger. Im Mittelpunkt stand Sören Sorge: Zunächst köpfte der Stürmer eine Flanke von Bernhard Lübbers vorbei (20.). Und dann wurde er im letzten Moment von Kunisch mit einer riskanten Grätsche gestoppt. Aber die dickste Chance hatte Hansas Weifen, der kurz vor der Pause aus kurzer Distanz mit links abzog, den Ball aber nicht richtig traf (44.). So stand es zur Pause 0:0.

Während die Papenburger in die Kabine gingen, sammelten die Friesoyther im Schatten neben der Tribüne neue Kräfte – mit Erfolg. In der 58. Minute nahm Weifen einen Diagonalball Michael Mackes auf, drang in den Strafraum ein und schob den Ball ins lange Ecke. Anschließend vergaben Weifen (63.) und Macke (66.) gute Kopfballchancen. Dann machten die Gäste Druck. In der 83. Minute glichen sie aus: Torben Lang hatte eine Flanke Viktor Knolls eingenickt. Lars Niehaus hätte Hansa wieder in Führung bringen können, hatte aber kein Glück (88.).

In der 90. Minute fuhr den Friesoythern der Schreck in die Knochen: Sorge traf, stand dabei aber im Abseits. In der zweiten Minute der Nachspielzeit fiel der viel umjubelte Friesoyther Siegtreffer: Innenverteidiger Kunisch besann sich auf seine Stürmerqualitäten und lochte eine Niehaus-Flanke ein.

Wolfgang Grave Lokalsport / Redaktion Nordenham
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