MELLENDORF „Im Fußball“, so sagen die Experten, „ist man an einem Spieltag der Held und am nächsten der Depp.“ Dass man auch an ein und demselben Spieltag zwischen Himmel und Hölle pendeln kann, hat Jasmin Eder am Sonntag erlebt. Die junge Mittelfeldspielerin begab sich beim 4:0-Erfolg des BV Cloppenburg beim Mellendorfer TV (siehe Bericht auf Seite 17) auf eine emotionale Achterbahnfahrt.

In der Anfangsphase der ungemein wichtigen Begegnung hatte die talentierte Österreicherin gleich zweimal die Chance vertan, die Cloppenburgerinnen in Führung zu bringen. Und es kam noch schlimmer: In der 20. Minute hätte sie fast dafür gesorgt, dass der Tabellendritte einem Rückstand hätte hinterherlaufen müssen. Sie spielte den Ball im Strafraum unglücklich mit der Hand und erlebte anschließend bange Sekunden. „Das war schon ein Handspiel“, gab BVC-Trainerin Tanja Schulte zu. „Aber wir hatten Glück. Der Ball ist am Pfosten gelandet – Dominika Wylezek war zwar in der richtigen Ecke, wäre aber wohl nicht rangekommen.“

Anschließend sahen die 100 Zuschauer in der Gemeinde Wedemark, warum Schulte große Stücke auf Eder hält. In der 33. Minute schlug sie eine präzise Freistoßflanke, die die Torjägerin vom Dienst Agnieszka Winczo per Kopf ins Gastgeber-Gehäuse weiterleitete. Auch anschließend war die 1,66 Meter kleine Mittelfeldspielerin nicht zu übersehen. Immer wieder liefen Angriffe über die 19-Jährige – und die Spielerinnen des Schlusslichts konnten zur Pause froh sein, dass sie nur mit 0:1 in Rückstand lagen. „Wir haben uns im Vergleich zum Spiel gegen Magdeburg spielerisch klar gesteigert und waren im Grunde 90 Minuten lang hoch überlegen“, freute sich Schulte. „Allerdings muss man auch zugeben, dass Mellendorf schon deutlich schwächer ist als Magdeburg.“

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So war es dann auch nicht verwunderlich, dass der BVC in Halbzeit zwei nachlegen konnte. In der 55. Minute traf erneut die polnische Nationalspielerin Winczo ins Gastgeber-Gehäuse. Diesmal hatte sie keine Vorarbeit gebraucht und einfach aus 20 Metern Torentfernung abgezogen.

In der 68. Minute zeigte Eder dann, warum Schulte sie einst als „wahre Künstlerin am Ball“ bezeichnet hatte. Sie nahm den Ball nach einem langen Pass gekonnt mit, umkurvte die Mellendorfer Torhüterin Sonja Reinhardt und schob zum entscheidenden 3:0 ein.

In der 79. Minute rechtfertigte dann Sabrina Vagelpohl die Entscheidung ihrer Trainerin, die sie in der 71. Minute für Dagmara Grad aufs Feld geschickt hatte. Sie setzte sich geschickt über rechts durch und flankte in den Strafraum. „Das hat sie richtig gut gemacht“, freute sich Schulte. Marie Pollmann leitete die Flanke per Kopf aufs Tor weiter, aber Reinhardt konnte abwehren. Der Nachschuss der ehemaligen Herforder Torjägerin landete dann allerdings im Mellendorfer Kasten.

Nach dem Spiel lobte Schulte die gesamte Mannschaft – und hob doch eine Spielerin hervor. „Jasmin Eder hat mir heute besonders gefallen. Sie hat viele spielerische Akzente gesetzt.“ Es gibt halt diese Tage, an denen man zwischen Himmel und Hölle pendelt. Wichtig ist nur, dass der Tag himmlisch endet. . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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