Cloppenburg Was kann unternommen werden, wenn finanzielle Mittel rar gesät sind, um Frauenfußball in Cloppenburg wettbewerbsfähig zu erhalten? Auf Sponsoren warten? Nein – sagten sich die Mitglieder der Frauen- und Mädchenabteilung und riefen die Aktion „Fighters 300x300“ ins Leben.

„Hilfst Du uns, den Frauenfußball beim BVC zu sichern?“ steht oben auf dem Flyer, der alles erklärt. So werden 300 Spender gesucht, die dem Mädchen- und Frauenfußball für die Spielzeit 2019/20 mit einem einmaligen Betrag von 300 Euro unterstützen. Damit werden ausschließlich die 80 Spielerinnen des BV Cloppenburg unterstützt, weil das Geld auf ein Treuhandkonto hinterlegt wird und erst ab dem 1. Juli 2019, wenn die neue Saison beginnt, zur Verfügung steht. Dann kann auch eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden. Trainerin Tanja Schulte, die Spielerinnen sowie Thomas Taphorn vom Traditionshaus Taphorn, der als Ideengeber und Freund des Frauenfußballs beim BVC die Aktion unterstützt, gehen nun an die Öffentlichkeit und werden versuchen, ihre Kontakte nutzen, wie Schulte betont. „Unser Vorteil ist, dass alle Spielerinnen aus dem Zweitligakader hier wohnen, arbeiten oder eine Ausbildung machen und viele Kontakte haben wie beispielsweise Michelle Meyer oder Nadine Luker. So ist unsere Torhüterin Alexandra Crone schon direkt angesprochen worden – es läuft gut an“, sagt Schulte und betont, dass 300 Euro für einen Person viel Geld sind.

Jeder Spender erhält einen von den Spielerinnen entworfenen limitierten Aufkleber, damit werden alle Spender zu einem Grillfest und Gruppenfoto eingeladen. Diese Aktion hat, wie Schulte betont auch den nicht zu unterschätzenden Effekt, dass das Verhältnis von Mannschaft, Verein und Sponsoren enger werden soll. Genau dies ist für Präsident Dr. Jürgen Vortmann („Sponsoring ist keine Einbahnstraße"), der diese Aktion mit dem Vorstand unterstützt, ein ganz wichtiger Aspekt: „Abgesehen von unseren bekannten finanziellen Problemen, an deren Lösung wir intensiv arbeiten, kann diese Aktion, die zweckgebunden nur dem Frauen-und Mädchenfußball zugute kommen wird, als Eigeninitiative aus dem Verein heraus, der richtige Weg sein, um das Image des BVC zu verbessern und wieder ein echtes Vereinsleben zu entwickeln. Früher gab es Festivitäten – den großen BVC-Ball“, hofft der Präsident, nicht nur die finanzielle Problematik entschärfen, sondern auch das Image des Clubs nachhaltig verbessern zu können. „Über dem Stadiontor steht das Banner ,100 Jahre BV Cloppenburg’. Ich möchte es nicht im Mai wegen Konkurs wieder abhängen müssen“, sagt Dr. Vortmann.

Und damit Zweitliga-Frauenfußball im BVC weiter eine feste Größe bleibt – (Schulte: „Die DFB-Zuschüsse decken den Aufwand für die weiten Fahrten nicht annähernd“) –, hoffen alle, dass diese lobenswerte Eigeninitiative „Fighters 300x300“ ein Erfolg wird.

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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