Cloppenburg Der damalige Eintracht-Libero Manfred Binz galt seinerzeit als der beste spielende Libero in der Bundesliga. Unsere Redaktion sprach Andreas Güttler auf die Stärken von Binz an. Dessen Antworten kamen wie aus der Pistole geschossen: „Binz war sehr ehrgeizig, ein absoluter Vollprofi und war kaum verletzt.“ Darüber hinaus sei Binz schnell und zweikampfstark gewesen, so Güttler. „Er spielte kaum Foul und seine Freistöße waren immer gefährlich.“

Die Eintracht verzichtete vor Beginn der Saison auf prominente Neuzugänge. Bekannteste Neuzugänge waren Oldie Norbert Nachtweih und Stürmer Edgar Schmitt, der später als „Euro-Eddy“ den Karlsruher SC in den siebten Himmel schießen sollte.

Laut Güttler war es auch gar nicht nötig gewesen, dass die Eintracht große Namen verpflichten musste. Schließlich habe die Eintracht die beiden vergangenen Spielzeiten (Platz drei und vier) unter den ersten Sechs abgeschlossen. „Zudem wurde am 1. September 1991 noch Jörn Andersen von Fortuna Düsseldorf zurückgeholt. Er war ja 1990 bei der Eintracht mit 18 Toren erster ausländischer Torschützenkönig in der Bundesliga geworden“, erzählt Andreas Güttler.

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Durch die guten Platzierungen der beiden Vorjahre und des vorhandenen Spielermaterials gehörte die Frankfurter Eintracht quasi automatisch zu den Titelfavoriten. Als großer Favorit auf die Meisterschaft galt – damals wie heute – Bayern München. Bei der Eintracht rechneten sich die Verantwortlichen und Spieler ebenfalls Chancen auf den Titel aus. Doch dies wurde nicht in die Öffentlichkeit hinausposaunt, wie Güttler berichtet. „Man ist damit aber bewusst eben gerade nicht in die Öffentlichkeit gegangen. Intern gab es das Ziel Meisterschaft.“ Dass man die Zielsetzung nur intern ausgab, hing auch damit zusammen, dass man nicht zu viel öffentlichen Druck auf die Mannschaft aufbauen wollte, fügt der Eintracht-Kenner Güttler hinzu.

Im Sommer 1991 hatte Karl-Heinz „Charly“ Körbel seine aktive Laufbahn beendet. Er war über viele Jahre hinweg das Gesicht der Eintracht gewesen. Güttler ist sich aber sicher, dass die Achse Uli Stein, Manfred Binz, Andreas Möller und Anthony Yeboah in der Lage war, diesen Abgang zu kompensieren. „Außerdem wurde Charly Körbel ja Co-Trainer, so dass er dem Team in anderer Weise ja weiterhin noch helfen konnte“, so Güttler.

Die Eintracht sollte ihre Titelambitionen von Beginn an untermauern. Doch mit dem Titel sollte es schlussendlich nicht hinhauen. Einer der Gründe für das „Scheitern“ könnte die Unruhe innerhalb der Mannschaft gewesen sein, meint Güttler. „Es gab ständig Theater. Besonders die Differenzen zwischen Uli Stein und Andi Möller brachten Unruhe in die Mannschaft, weil diese sogar öffentlich wurden. Sie verband eine Art Hassliebe“, berichtet Güttler. Natürlich habe es laut Güttler auch Futterneid gegeben, weil Möller über zwei Millionen Mark verdient haben soll, während Stein „nur“ 800 000 Mark kassierte. „Andererseits war Uli Stein die Respektsperson im Team, der jedem, der sich nur kurz mal hängen ließ, sofort einen Tritt in den Hintern verpasste.“

Die Namen der Topstars der Eintracht können die eingefleischten Bundesliga-Fans wohl heute noch im Schlaf herunterbeten. Aber wie steht es mit den „stillen Helden“ jener Truppe. Für Güttler ist klar, dass Spieler wie Ralf Falkenmayer und Ralf Weber seinerzeit auch eine wichtige Rolle im Team inne hatten. Sie seien laufstark und beide jeweils vierfache Torschützen gewesen, so Güttler. „Neben dem erfahrenen Falkenmayer war Weber die Entdeckung der Saison“, meint Güttler. Ein Linksfuß und Siegertyp mit einer überragenden Einstellung, sagt Güttler. „Auf dem Platz hat er 90 Minuten Gas gegeben, war immer in Bewegung und hat die Gegner damit vor arge Probleme gestellt“, fügt der Inhaber der B-Lizenz hinzu.

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