Cloppenburg Im Vorjahr hatte der Handball-Oberligist TV Cloppenburg den damaligen Titelanwärter Barnstorf/Diepholz zum Auftakt besiegt. Diesmal gelang das Vorhaben zwar nicht, doch der Drittliga-Absteiger SV Beckdorf, mit reichlich breiter Brust angereist, war aber auch von erheblich größerem Kaliber.

Für TVC-Trainer Andreas Roßberg stand es nach dem 34:36 (18:17) auf der Pressekonferenz fest, die 450 Zuschauer, die für reichlich Stimmung und vom Gästetrainer Daniel Untermann für ihr sachkundiges und faires Verhalten extra gelobt wurden, hätten wohl schon den künftigen Meister gesehen.

Statistik

TV Cloppenburg - SV Beckdorf 34:36 (18:17).

TVC Albrecht, Buschmann, Planck - Siemer (5), Heyer, Niehaus (8/7), Willus (1), Witt (4), Koopmeiners, Freese (4), Schmidt (4), Bärlein, M. Neunzig (4), Gerasimow (4), N. Neunzig.

7 m: TVC 8/7 (Karl Niehaus verwandelt alle bis auf einen, den Torwart Stefan Stielert hält) – SVB 4/2 (Andreas Buschmann hält einen von Maris Versakovs, Henning Scholz setzt einen am Tor vorbei).

Zeitstrafen TVC 6 (jeweils zwei für Siemer und Gerasimow und je eine für Willus und Schmidt) – SVB 3. Rote Karte Vito Clemens (59., SBV). Spielstationen 2:3 (6.), 5:6 (11.), 9:7 (14.), 13:10 (18.), 14:11 (21.), 18:17 (30.), 20:18 (34.), 23:23 (39.), 26:26 (46.), 27:30 (49.) 27:33 (53.), 29:35 (55.), 33:35 (59.), 34:36 (60.). Schiedsrichter Marcel Lichtenberg/Ralph Christian Schöttker (SVGO Bremen). Zuschauer 450.

Ein wenig früh mögen die Handballfreunde meinen. Aber wie die Gäste, für die laut Trainer nur Platz eins, der Aufstieg und – egal wie – Siege zählen, in den entscheidenden Phasen eben ihre Qualitäten ausspielten, mit der ein hochklassiges Oberligaspiel wie in Cloppenburg, eben zu gewinnen ist, unterstützt die These.

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„Gegen so eine Mannschaft reicht nur 100 Prozent Leistung, dürfen keine technischen Fehler passieren – muss alles stimmen“, sagte Roßberg, der stolz auf sein Team war, bei dem sehr viel stimmte. Vor allem in der ersten Halbzeit kämpfte der TVC mit Bravour, ging jedes Tempo mit und sorgte für reichlich Probleme beim Gast, vor allem wenn Neuzugang Tobias Freese und Lennart Witt aus dem Rückraum Druck auf den gegnerischen Kreis ausübten. Fünf Siebenmeter vor der Pause, exzellent von Karl Niehaus verwandelt, den Roßberg sonst bis auf die Schlussphase schonte, sowie vier blitzsaubere Tore von Kreisläufer Michael Siemer bis zum Seitenwechsel, sorgten stets für einen engen Spielverlauf.

Da die TVC-Abwehr mit einem starken David Albrecht im Tor, der aber nach der Pause wegen Rückenproblemen Nils Buschmann Platz machen musste, sehr beweglich agierte, gerieten die Hausherren nach dem 5:6 (11.) bis zur Pause nicht mehr in Rückstand. Aber ein 13:10 (18.) und ein 14:11 (21.) konnte nicht ausgebaut werden. Dafür waren die Gäste zu nervenstark mit einem glänzenden Linksaußen Henning Scholz, der auf neun Tore kam und einem Routinier Stefan Völkers (ebenfalls neun Tore) besetzt, die zu Zugpferden des Erfolges wurden.

Aber noch wehrte sich der TVC auch dank seiner starken Neuzugänge Tobias Freese und Christian Schmidt und hielt bis zum 27:27 die Partie völlig offen (46.). Doch die Gastgeber gerieten danach zweimal in Unterzahl, die Gegenwehr hatte viel Kraft und Konzentration gekostet, so dass zwei, drei kleine Fehler vom Favoriten plötzlich brutal bestraft werden konnten. Scholz, Maris Versakovs (sechs Tore) und Völkers sorgten innerhalb von fünf Minuten für ein 33:27 (53.).

Dann musste Buschmann verletzungsbedingt Niklas Planck im Tor Platz machen. Aber aufgeben, wie in der vergangenen Saison häufig gezeigt, gibt es für diesen TVC nicht. Selbst nach dem 28:34 (55.) kämpften die Hausherren, holten Tor um Tor auf. Doch nur noch bis zum 33:35 (58.) ging die Aufholjagd, zeigte der Gast genügend Cleverness und schaukelte den Vorsprung ins Ziel. Wenig clever war allerdings die Aktion von Vito Clemens, der drei (!) Sekunden vor dem Abpfiff Gerasimow niederstreckte und zu Recht Rot sah. „Unser Kassenwart wird sich freuen“, sagte Trainer Untermann angesichts der fälligen Geldstrafe.

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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