Cloppenburg Im Jahr 1955 wechselte Adolf Scheidt schweren Herzens zum SC Preußen Münster in die seinerzeit erstklassige Oberliga West. „Ich habe lange überlegt, ob ich vom BV Cloppenburg weggehen soll, aber dann habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen“, erinnerte sich Scheidt vor vielen Jahren im Gespräch mit unserer Redaktion an das Für und Wider eines Wechsels.

Ablöse für Scheidt

Für den Wechsel wurden die Preußen von den Verantwortlichen des BV Cloppenburg zur Kasse gebeten. Die Ablöse betrug 40 Mark für jedes Mitgliedsjahr beim BVC. Zudem durften die Cloppenburger die Gesamteinnahmen aus dem Ablösespiel gegen die Münsteraner behalten. Ob Scheidt selbst ein Handgeld von den Preußen für seine Zusage erhalten hat, ist unklar. Wenn ja, war dies ganz normal in der damaligen Zeit. Viele Fußballer – ob bekannte Größen oder Talente – erhielten seinerzeit Zuwendungen. Diese konnten zum Beispiel finanzieller Art sein oder in Form eines Arbeitsplatzes.

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Als Vertragsfußballer konnten die damaligen Akteure in Deutschland keine Reichtümer verdienen. Im Jahr 1955 lag der zu verdienende Höchstsatz für Fußballer bei 320 Mark im Monat. Mehr erlaubte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu diesem Zeitpunkt nicht, während es in anderen Ländern bereits das Profitum gab.

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Brandgefährlich

Die Preußen um ihren Mäzen Josef Oevermann verpflichteten Scheidt als Außenbahnspieler. Genauer gesagt, als Linksaußen. Auf jener Position hatte er in der Studenten-Nationalmannschaft für Furore gesorgt. Doch Scheidt, eigentlich Mittelstürmer, hatte Glück. Im Kader von Münster gab es gleich mehrere Spieler, die über einen starken linken Fuß verfügten. „So dass ich dann fast immer als Mittelstürmer spielen durfte“, erinnerte sich Scheidt zu seinen Lebzeiten. In der Mitte war Scheidt brandgefährlich, weil er beidfüßig stark schoss.

Erinnerung

Der am 4. Februar 2018 verstorbene Cloppenburger Fußball-Torjäger Adolf Scheidt wäre am 17. August dieses Jahres 90 Jahre alt geworden.

Anlässlich dieses Ehrentages und seiner beeindruckenden sportlichen Laufbahn blickt unsere Redaktion in einer mehrteiligen Serie auf die fußballerische Laufbahn Scheidts beim BV Cloppenburg und bei Preußen Münster zurück.

In diesem Serien-Teil „Adolf Scheidt – Torjäger mit Herzblut“ geht es um seinen Wechsel vom BV Cloppenburg zu Preußen Münster. Auch seine ersten Auftritte im Trikot der Münsteraner werden beleuchtet.

Bereits in der Vorbereitung auf die neue Saison sorgte die Neuerwerbung Scheidt für Aufsehen. Beim Freundschaftsspiel auf „Der Alm“, der legendären Spielstätte von Arminia Bielefeld, deutete Scheidt seine Extraklasse an.

Zwei Tore in Bielefeld

Zwar fehlten bei dem Preußen-Gastspiel in Ostwestfalen starke Spieler wie Rudolf Schulz und der gebürtige Oldenburger Felix „Fiffi“ Gerritzen, doch dafür trumpfte Scheidt auf. Zum 4:0-Erfolg seiner Mannschaft steuerte er zwei Treffer bei. Zudem lieferte der Mittelstürmer zu einem weiteren Preußen-Tor die Vorarbeit.

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