Cloppenburg Das Jahr 1956 bescherte dem BV Cloppenburg interessante Freundschaftsspiele. Im Mai jenen Jahres gab es gleich zwei Kracher. Zuerst gastierte der Amateuroberligist VfL Benrath vom Niederrhein in Cloppenburg. Auf den ersten Blick vermag der Gegner aus heutiger Sicht keinen Fußball-Fan mehr vom Hocker zu hauen. Doch seinerzeit waren die Benrather eine große Nummer und der Verein ein echter Begriff in der Szene. Zumal viele ehemalige Fußballgrößen wie Karl Hohmann und Josef Rasselnberg in den 30er-Jahren beim VfL Benrath den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft packten.

Trainiert wurden die Benrather von Harry Linken, der bei seiner Ankunft in Cloppenburg bestimmt das eine oder andere Autogramm geben musste. Schließlich war Linken während seiner aktiven Spielerzeit bekannt wie ein bunter Hund gewesen. Mit Holstein Kiel erreichte er 1943 den dritten Platz bei der Endrunde um die Fußballmeisterschaft. Linken war mit seinem besten Team an die Soeste gereist, während der BVC nicht mit der kompletten Kapelle antrat. Es fehlten in Person von Johnny Friedrich, Franz Solowski und Josef Gerst gleich drei Topleute. Dennoch kamen die Cloppenburger gut ins Spiel. Dem BVC gelang sogar die Führung, doch Benrath drehte das Spiel. Bereits zur Halbzeitpause führte der VfL mit 2:1. Nach dem Seitenwechsel drehten die Benrather auf. Sie waren eine Klasse für sich und gewannen am Ende verdient mit 7:2. Bei allen Gegentoren war Cloppenburgs Torhüter Josef Gertzen machtlos gewesen. Über die Höhe der Niederlage brauchten sich die BVCer nicht zu ärgern, denn Benraths Stärke bekamen auch andere Kaliber zu spüren. Gut ein Jahr später gewann die Elf vom Niederrhein vor 80 000 Zuschauern in Hannover das Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft.

Ein paar Tage nach dem freundschaftlichen Vergleich mit dem VfL tauchte mit dem SC Preußen Münster der nächste Topclub aus Nordrhein-Westfalen im Stadion an der Friesoyther Straße auf. Es war das Ablösespiel für Preußens brandgefährlichen Mittelstürmer Adolf Scheidt, der bis zum Sommer 1955 noch für den BV Cloppenburg aktiv gewesen war.

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Die Münsteraner schickten, im Gegensatz zum VfL Benrath, nicht ihre Bestbesetzung ins Rennen. So fehlten mit Felix „Fifi“ Gerritzen und Josef Lammers zwei Stammspieler. Das Tor der Preußen hütete Herbert Eiteljörge, der für Münster später auch noch in der Bundesliga auflaufen sollte.

Eiteljörge hatte in der Anfangsphase des Spiels nicht viel zu tun gehabt. Seine Vorderleute räumten hinten ordentlich auf und setzten zudem die Cloppenburger mit zahlreichen Angriffen gehörig unter Druck. Doch die Cloppenburger ließen sich vom Dauerdruck der Gäste nicht einschüchtern und spielten ebenfalls mutig nach vorne. Sie hatten keine Manschetten vor Preußens Gloria.

So auch in der zwölften Minute, als Franz Solowski den Großteil der BVC-Anhänger unter den 2500 Zuschauern in Ekstase versetzte. Solowski startete einen Alleingang und bezwang im Anschluss auch Eiteljörge. Die frühe Führung des BVC brachte die Preußen nur kurz in Verlegenheit. Es brach die 16. Spielminute an, als ausgerechnet Scheidt der Ausgleich gelang.

In der Folgezeit erarbeiteten sich die favorisierten Münsteraner viele Torgelegenheiten, doch die Cloppenburger ließen lange Zeit kein weiteres Gegentor zu. Sie kämpften verbissen. Erst elf Minuten vor Schluss gelang dem Münsteraner Rechtsaußen Farwick das Siegtor zum 2:1-Endstand.

Als Gewinner durften sich jedoch auch die Cloppenburger fühlen. Denn beim Verhandlungspoker um Scheidt im Jahr 1955 zwischen dem BVC und den Adlerträgern aus dem Münsterland einigten sich die Verantwortlichen der Clubs darauf, dass die Cloppenburger die Einnahmen aus dem Ablösespiel behalten durften. Zudem zahlten die Preußen für jedes BVC-Mitgliedsjahr von Scheidt 40 Mark.

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