Cloppenburg Wie heißt es so schön: „Willst Du Meister werden, muss Du auch die engen, die dreckigen Spiele gewinnen.“ So war der abschließende Jubelkreis des Handball-Oberliga-Spitzenreiters TV Cloppenburg nach dem 24:22 (13:11)-Erfolg gegen den TuS Rotenburg mit sehr viel Erleichterung gemischt.

Die Vorstellung am vergangenen Samstagabend war wahrlich kein Ruhmesblatt, allerdings gab es Gründe für die schwache Vorstellung, zu der sich ein sehr offen äußernder Trainer Barna-Zsolt Akacsos bekannte und sich wegen des großes Risikos, das er eingegangen war, vor seine Mannschaft stellte.

„Wir haben uns gegen einen stark kämpfenden Gegner sehr schwergetan. Ich nehme das auf meine Kappe und zolle meinem Team, das ohne zwei Leistungsträger auskommen musste, dennoch ein Lob“, sagte der Coach, der zur Not auf Mark Schulat im Angriffszentrum und auf Erik Gülzow im Rückraum hätte zurückgreifen können. Sie wurden aber geschont, um an diesem Samstag beim schweren Auswärtsspiel bei der SG VTB/Altjührden – der TVC setzt erneut einen Fan-Bus ein – wieder das Team unterstützen zu können.

Im Vorfeld hatte der TVC-Coach große Bedenken, die erste Saisonniederlage in Habenhausen könne Selbstzweifel im Team aufkommen lassen. Der Auftakt schien ihn zu bestätigen. Gegen keineswegs herausragende, aber bieder auf TVC-Fehler wartende Gäste, dauerte es bis zur 18. Minute, ehe der TVC aus einem 4:7-Rückstand (12.) den ersten Ausgleich mit dem 7:7 verbuchte. Der Rückraum des TVC war zu statisch, die Abschlüsse zu harmlos und manchmal sogar völlig sinnlos, wobei Bence Lugosi einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, aber Trainer Akacsos weitgehend an ihm festhielt. Dass es zur Pause 13:10 für den Favoriten stand, lag an einer zunehmend besser zupackenden Abwehr, zumal der Torwartwechsel, für den sträflich im Stich gelassenen Hendrik Legler kam Nils Buschmann, den Gästen wegen der unorthodoxen Spielweise des TVC-Keepers nun weniger behagte.

Großes Glück hatte Eddy de Raad, der nach kapitalem Fehlpass den folgenden Konter regelwidrig stoppte und mit nur einer Zeitstrafe gut bedient war (26.). Für ihn spielte Max Borchert nach der Pause durch.

Auch nach dem Wechsel gelang es dem TVC nicht, sich nennenswert abzusetzen. Denn immer wieder ließ der TVC klarste Chancen aus, wie selbst Kreisläufer Ole Harms, der insgesamt am souveränsten im TVC-Team wirkte, aber auch zwei spektakuläre Fahrkarten schoss, wie Linksaußen Vincent Saalmann, der bei Überzahl einen Tempogegenstoß per Schrittfehler verbaselte (51.). So war es drei Minuten vor Schluss, als Jannis Koellner, der Mitte der zweiten Halbzeit die Spielmacherposition von Janik Köhler übernahm, mit einem Überraschungsschuss zum 23:21 dem starken Torwart Yannik Kelm den Ball hoch zwischen die Arme warf.

Dennoch wurde weiter gezittert, weil Saalmann völlig frei dem Keeper den Ball nur in die Arme warf, war der Gast nach Pfostentreffer doch auf 22:23 wieder dran, als Rechtsaußen Luka Bruns per Dreher verkürzte. 15 Sekunden vor Schluss, als beim TVC Zeitspiel angesagt war, nahm Akacsos seine letzte Auszeit.

Nach nur noch drei erlaubten Pässen wurde Borchert auf Rechtsaußen freigespielt, und der „Jungspund“ drückte abgezockt die Kugel zum 24:22 ins Netz. „Eine Frechheit“, bezeichnete schmunzelnd Gästetrainer Nils Muche diese Aktion anerkennend auf der Pressekonferenz.

TVC: Legler, Buschmann - Koellner (3), Harms (7/2), Borchert (3), Danielzik, Andreßen (1), Köhler (2), Hansen (1), Saalmann (3), de Raad (1), Lugosi (3); Gülzow (n.e.), Imhorst (n.e.).

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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