Cloppenburg Es ist wahrscheinlich nicht seine Lieblingsrolle, aber er muss sie jetzt übernehmen. Und das nach zwölf Siegen in 13 Spielen. Als Mahner tritt Barna-Zsolt Akacsos, Trainer der Handballer des Oberliga-Tabellenführers TV Cloppenburg, zurzeit in Erscheinung. Schließlich will er nicht erst tätig werden, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Es soll erst gar nicht fallen. „Die Leichtsinnigkeit, mit der wir in den letzten zehn Minuten in Bremen gespielt haben, könnte uns bei erneutem Auftreten Punkte kosten“, warnt er seine Mannschaft davor, noch einmal wie in der Schlussphase beim HC Bremen die Zügel schleifen zu lassen. „Wenn man ein Spiel dominiert wie wir in Bremen, darf man nicht am Ende nur mit zwei Toren Unterschied gewinnen“, sagt der TVC-Trainer vor dem Heimspiel an diesem Samstag (19.30 Uhr) gegen die TSG Hatten-Sandkrug.

„Wir haben eine Videoanalyse gemacht, und die Spieler haben eingesehen, dass es so wie in den letzten zehn Minuten nicht geht“, nimmt Akacsos den kommenden Gegnern des TVC aber auch gleich die Hoffnung, dass die in dieser Saison so starken Cloppenburger nachlassen könnten.

„Wir haben lange Gespräche geführt und sind uns einig, dass wir statt 50 Minuten 60 Minuten stark spielen müssen“, sagt Akacsos, der zudem vor dem Spiel gegen den Vorletzten warnt: „Mannschaften, die beim Tabellenersten nichts zu verlieren haben, bringen ohne Druck manchmal Leistungen, zu denen sie sonst nicht im Stande sind.“

Hier und da etwas nachzulassen ist also gar nicht drin, zumal der TVC auf drei wichtige Spieler verzichten muss. Eine MRT-Untersuchung soll am Dienstag zeigen, wie ernst die Verletzungen von Matthias Andreßen (Probleme mit der Patellasehne) und Erik Gülzow (Schulterprobleme) sind. Und Torwart Nils Buschmann (Bänderdehnung oder -anriss) wird laut Akacsos wohl etwa vier Wochen lang fehlen. So wird dem TVC-Kader am Samstag wohl ein Torwart aus der zweiten Mannschaft angehören.

Und auf den könnte einiges zukommen. Braucht die TSG Hatten-Sandkrug doch unbedingt Punkte, um die Abstiegszone so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Dass sie dies will, zeigte sie zuletzt mit einem 25:24, ausgerechnet beim HC Bremen. Nicht zu vergessen, dass das Hinspiel zwischen der TSG und Cloppenburg mit 30:27 zumindest keine klare Angelegenheit für den TVC war.

„Unsere Fehlerquote war im Hinspiel zu hoch“, sagt der Cloppenburger Coach. „Allerdings haben wir zu dieser Zeit auch noch ohne Janik Köhler gespielt.“

An diesem Samstag geht es nun darum, ohne drei Leistungsträger, aber auf keinen Fall ohne den nötigen Biss über 60 Minuten zu agieren. Es gilt, einen Sieg ohne Fahrlässigkeit einzufahren. Und dafür braucht der TVC 60 Minuten Leichtfüßigkeit statt Leichtsinn – schon alleine, damit Barna-Zsolt Akacsos nicht schon wieder in die ungeliebte Rolle des Mahners schlüpfen muss . . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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