Cloppenburg Nach der Handball-Gala eine Woche zuvor in der Leharhalle beim 44:27-Triumph über die HSG Schwanewede-Neuenkirchen folgte am vergangenen Samstag in der rappelvollen TVC-Sporthalle nun ein TVC-Krimi, den der Spitzenreiter mit viel Glück und Nervenstärke gegen den TV Bissendorf-Holte 30:28 (13:16) gewann.

„Es war ein Mega-Spiel, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen“, sagte der Sieger, TVC-Trainer Barna-Zsolt Akacsos, der damit seinem früheren Mannschaftskollegen und Freund Henning Sohl auf der Pressekonferenz vollkommen Recht gab. „Vor dem Spiel habe ich Henning gesagt, ich habe viel Respekt vor seiner Mannschaft, weil ich nur ihr zutraue, uns zu Hause schlagen zu können“, verriet nach dem Spiel der TVC-Trainer, dessen Vertragsverlängerung um zwei Jahre, kurz vor Spielbeginn bekannt gegeben wurde und ähnlich starken Jubel auslöste wie nach dem Schlusspfiff der Sieg.

Die Gäste waren ganz nah dran, dem Spitzenreiter die makellose Bilanz zu verhageln. Es mag eine Spekulation sein, doch die aus Sicht der Gäste fatale Szene in der 41. Minute, nachdem zuvor der Gast die 16:13-Pausen-Führung bis dahin zum 22:20 stets verteidigen konnte, könnte der Auslöser für die Wende gewesen sein.

Kreisläufer Simon Mayer, der mit seinen bis dahin fünf Treffern die TVC-Deckung mächtig ärgerte, trat Angreifer Erik Gülzow unglücklich auf den Fuß. Nicht die Zeitstrafe für ihn, sondern der Verdacht auf mehrfachen Bänderriss brachte die bis dahin clever agierenden Gäste ins Wanken. Prompt glich der TVC in Überzahl zum 22:22 aus und agierte fortan in der Abwehr wesentlich offensiver mit Janis Koellner weit vorgezogen, um den gefährlichen Rückraum mit Fabian Rußwinkel (5 Tore) Jonas Grass (6) und Christian Rußwinkel (8/3) in ihren Abläufen mehr zu stören. Deren Wurfkraft war, in der ersten Halbzeit neben Kreisläufer Mayer und einem starken Torhüter Robin Maroldt, Garant für eine souveräne erste Halbzeit, die der TVC übernervös begann.

Neben technischen Fehlern – drei in den ersten fünf Minuten, und schwachen Abschlüssen steigerte sich der TVC bis zur Mitte der ersten Halbzeit, weil Linksaußen Vincent Saalmann dreimal traf. Nach einer für lange Zeit letzten Führung (8:7, 14.) wurden nun auch von Außen Fahrkarten produziert, nutzte der Gast dies zum 14:11 aus (26.) und hielt den Vorsprung dank effektiverer Chancenverwertung bis zur Pause.

Für den TVC spricht aber, neben dem unbändigen Kampfgeist und enormem Teamwork auch die Tatsache, dass der Coach mehr Auswahl hatte. So musten weder Erik Gülzow noch Bence Lugosi durchspielen, was für den Gästerückraum zutraf. Und die beiden TVC-Akteure waren es, die in der turbulenten Schlussphase die Nerven und die Kraft hatten. So fing Gülzow einen Angriff der Gäste ab, jagte per Tempogenstoß den Ball zum 27:25 ins Netz (50.), erhöhte Chris Danielzik, kalt von der Bank kommend, per Siebenmeter zum 28:25 (52.), doch für einen Durchmarsch unterliefen dem Gastgeber zu viele Fehler und falsche Wurfentscheidungen (Jannis Koellner), so dass die Gäste sogar in Unterzahl zum 28:29-Anschluss kamen (56.).

Glück, als Akacsos 43 Sekunden vor Schluss seine Auszeit im richtigen Moment nahm, denn es drohte ein Zeitspiel. Zwar wurde der Angriff danach vergeben, aber der anschließende Pass für den schnellen Gegenstoß der Gäste misslang, so dass Lugosi neun Sekunden vor Schluss mit dem 30:28 den Deckel drauf machte.

TVC: Buschmann, Legler - Koellner, Harms (7/2), Borchert, Danielzik (1/1), Andreßen (2), Lugosi (5), Schulat (2), Köhler, Hansen, Gülzow (7), Saalmann (3), de Raad (3).

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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