Cloppenburg /Habenhausen Große Enttäuschungen hat die Entscheidung des Handball-Verbandes  Niedersachsen (HVN) beim Handball-Oberligisten TV Cloppenburg hervorgerufen, nach Abbruch der Saison 2019/20 die aktuelle Tabelle nach Quotientenberechnung aus gewonnener Punktzahl und absolvierten Spielen für den Abschluss der Liga zu werten. Demnach ist der punktgleiche ATSV Habenhausen Meister und Aufsteiger in die Dritte Liga, der TVC müsse als Zweitplatzierter in der kommenden Saison in der Oberliga Nordsee einen neuen Anlauf unternehmen.

„Wir wissen um die schwierige Situation des Handballverbandes angesichts der Corona-Epidemie, aber diese Lösung erscheint mir sportlich nicht fair“, sagt Maik Niehaus (Sportliche Leitung/Teammanagement TVC, 1. Herren). Denn bei Punktgleichheit würde laut Statuten der direkte Vergleich entscheiden, der aber nicht komplett ist. Denn diese Partie am 21. März in Cloppenburg gegen den ATSV fiel der damaligen Saisonunterbrechung als Erstes zu Opfer. Hätte der TVC diese Partie, egal wie hoch, gewonnen, wäre der TVC, der insgesamt 26 Wochen Spitzenreiter und auch Gewinner der Hinrunde war, wieder zwei Punkte vor dem Rivalen gewesen.

Die sportlich fairste Lösung wäre wohl, beide Mannschaften aufsteigen zu lassen, oder zumindest das Duell zwischen dem TVC und dem ATSV später nachzuholen, ob als Rückrundenspiel oder als Entscheidungsspiel sogar dann in neutraler Halle, erscheint als bessere Alternative als die momentan vollzogene Lösung.

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Um diese Möglichkeiten, juristisch und fair prüfen zu lassen, lässt sich der TV Cloppenburg von Helge-Olaf Käding aus Minden, einem Fachanwalt für Sportrecht – speziell Handball – vertreten. „Es gibt für diese Situation kein Patentrezept. Aber es ist wichtig, wo immer es geht, Benachteiligungen zu vermeiden, zumal sich niemand etwas hat zu Schulden kommen zu lassen“, sagt Käding, der in erster Linie zunächst darum bemüht ist, kommunikativ mit dem Verband nach einer besseren Lösung zu suchen.

Käding hält den Abbruch der Saison allerdings für verfrüht, zumal wie in diesem Fall das wichtige Rückrundenspiel zwischen dem TVC und dem ATSV nicht zustande kommen würde, was bei Punktgleichheit den Ausschlag geben würde. „Warum und mit welchem Zwang ist diese Partie nicht mehr möglich“, fragt sich Käding, wobei ja, ein möglicher Sieg des TVC angenommen, die Situation an der Tabellenspitze wieder anders aussehen würde und der TVC mit zwei Zählern Vorsprung durchs Ziel ginge. Als sauberste Lösung schlägt Käding die Aufstockung der Dritten Liga vor mit Habenhausen und Cloppenburg. „Das würde technisch für die kommende Saison keine großen Probleme bereiten, da in der folgenden Spielzeit entsprechend mehr Mannschaften absteigen müssten, was jeder Teilnehmer zum Saisonstart wisse“, sagt Käding, der in der Saison 2014/15 unter anderem in der Bundesliga eine Aufstockung um den HBV Balingen-Weilstetten durchgesetzt hatte. Er hoffe, dass diese Lösung Zustimmung finde, wozu neben dem HVN auch der Deutsche Handball-Bund wegen anderer betroffener Landesverbände zustimmen müsste.

„Ich halte die Lösung für total ungerecht und bin sehr enttäuscht“, sagt Barna-Zsolt Akacsos, Trainer des TV Cloppenburg, und gibt dabei auch die Meinung seiner Spieler wieder. „Ich habe mich die letzten Tage seh damit beschäftigt, habe andere neutrale Stimmen gehört, die diese Lösung als nicht gerecht bezeichneten“, sagt Akacsos. Vor allem das entgangene Rückspiel gegen Habenhausen, das bei der momentanen Tabellensituation auf jeden Fall eine sportlich gerechtere Entscheidung hätte bringen können, findet er als ungerecht.

„Notfalls spielen wir die Partie Ende Juni und tragen dies sportlich fair aus“, sagt der Coach, der den Aufstieg beider Teams als beste Lösung bezeichnet. Auf jeden Fall gehen die sportlichen Planungen weiter – egal für welche Liga. Allerdings, da Akacsos ein mögliches Spiel gegen Habenhausen noch nicht völlig abgeschrieben hat, gibt es ab dieser Woche für alle Spieler ein spezielles Trainingsprogramm, das bis Mai fortgeführt wird. Ende Juni startet die Saisonvorbereitung, vielleicht dann doch, so hoffen Spieler, Trainer und Offizielle des TVC, mit Blickpunkt „Dritte Liga“.

Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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