Cloppenburg Die Fußballgeschichte Cloppenburgs ist auch eine Geschichte von Ausnahmekönnern, die in der Vergangenheit mit ihren Teams ein Gastspiel in der Kreisstadt gaben. Einer der ersten Topleute dürfte wohl Hans Rave gewesen sein, der Ende der 20er-Jahre mit der damaligen Reisemannschaft des Hamburger SV in Cloppenburg gastierte. Rave gehörte eigentlich dem A-Kader der Hamburger an.

Doch der Name Raves findet sich in der Aufstellung des damaligen Spiels, wie BVC-Chefhistoriker Alfons Gertzen im Gespräch mit der NWZ sagte. Rave hatte 1923 und 1928 mit der ersten Garde der Hamburger die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Sollte Rave an jenem Tag in Cloppenburg gespielt haben, dürfte er eine der bittersten Stunden in seiner Fußballer-Laufbahn erlebt haben. Denn diese HSV-Reisemannschaft verlor am 1. April 1929 in Cloppenburg mit 0:10-Toren.

Fritz Walter zaubert

Am 4. März 1944 gab die berühmte Soldaten-Elf „Rote Jäger“ ein Gastspiel in Cloppenburg. Mit dabei waren viele bekannte Namen. So stand ein junger Spieler namens Fritz Walter aus Kaiserslautern in der Startelf. Walter hatte zu diesem Zeitpunkt bereits viele Länderspiele auf dem Buckel gehabt. Walter sollte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Deutscher Meister und Weltmeister werden. In Cloppenburg spielten die Roten Jäger gegen eine kombinierte Auswahl der Teams LSV Ahlhorn/Reichsbahn Cloppenburg (6:0).

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, gaben sich bekannte Fußball-Persönlichkeiten und ihre Clubs in Cloppenburg bekanntlich die Klinke in die Hand. Sie bestritten mit ihren Vereinen sogenannte „Kartoffelspiele“. Sie bekamen etwas zu „Futtern“ und präsentierten dafür den Zuschauern ihre Fußballkünste. So tauchte im September 1946 der FC Schalke 04 mit seinen Legenden Fritz Szepan und Ernst Kuzorra in Cloppenburg auf. Die Partie des BVC gegen die Schalker endete 2:2. Weitere bekannte Namen folgten. Wie an Ostern 1948, als der VfR Mannheim mit dem ehemaligen Nationalspieler Karl Striebinger anreiste. Auch in den 50er-Jahren gingen klangvolle Namen gegen den BVC auf Torejagd. Weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannt war der Torjäger Heinz „Bombardi“ Conradi. Wenn er mit der Eintracht aus Nordhorn in Cloppenburg spielte, kam die BVC-Defensivabteilung gehörig ins Schwitzen. Conradi erzielte in seiner Laufbahn 532 Tore für Nordhorn.

Theo Schönhöft

Eine personifizierte Tormaschine war auch Theo Schönhöft. Bis zu seinem Wechsel 1952 von Falke Steinfeld zum VfL Osnabrück spielte er häufig in Cloppenburg. Der Steinfelder avancierte 1956 sogar zum A-Nationalspieler.

Zwei Jahre später kam ein waschechter Weltmeister nach Cloppenburg. Sein Name lautete Josef Posipal. Der knallharte Defensivspieler und Held von Bern 1954 bestritt mit der zweiten Mannschaft des HSV ein Freundschaftsspiel gegen die erste Herren des BVC.

Klangvolle Namen kamen in den 60er-Jahren hinzu. Darunter zwei aufstrebende Talente von Arminia Hannover namens Lothar Ulsaß und Gerhard „Amigo“ Elfert. Als die Arminen im Januar 1962 im BVC-Wohnzimmer vorstellig wurden, trafen sie auf eine starke Cloppenburger Abwehr. Aber Ulsaß und Elfert zauberten trotzdem. Ulsaß, Elfert und Blume schossen am Ende einen 3:0-Sieg für die Arminia heraus. In den folgenden Jahren wechselten Ulsaß und Elfert in die Bundesliga. Ulsaß avancierte bei der Braunschweiger Eintracht zum Nationalspieler. Zudem gewann er mit Braunschweig im Jahr 1967 die Deutsche Meisterschaft. Elfert versuchte in Mönchengladbach sein Glück. Später spielte Elfert ebenfalls für Braunschweig erstklassig.

Waliser Davies wirbelt

Ende der 60er-Jahren kamen auch ausländische Topleute nach Cloppenburg. Darunter die englischen 66er-Weltmeister Bobby Moore, Martin Peters und Geoff Hurst. Sie spielten 1968 gegen eine kombinierte Auswahl, in der unter anderem Spieler des BV Essen und des BV Cloppenburg mitwirkten.

Im Jahr 1969 drehte der walisische Torjäger Ron Davies mit dem FC Southampton in Cloppenburg auf. Gegen ihn hatten die hiesigen Akteure einen schweren Stand. Die „Saints“ aus der englischen Hafenstadt trafen zehn Mal. Sieben Tore gingen auf das Konto von Davies. Seinerzeit spielte eine kombinierte Auswahl aus den Teams des BVC, BV Essen, BW Ramsloh und Sparta Werlte gegen Davies & Co.

Die Liste an bekannten Größen der Fußballszene, die in Cloppenburg dem Ball nachjagten, ließe sich beliebig fortführen. Sie alle aufzuzählen würde wohl den Rahmen einer Zeitungsseite sprengen. Was bleibt ist bekanntlich die Erinnerung. Die Erinnerung an Stippvisiten der Fußballgrößen aus dem In- und Ausland in Cloppenburg.

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