Cloppenburg Sie haben groß aufgespielt und mussten am Ende doch klein beigeben: Die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg konnten am Sonntag zu Hause eine starke Leistung zeigen und mussten sich dennoch aus dem DFB-Pokal verabschieden. Das Team der Trainerinnen Tanja Schulte und Imke Wübbenhorst unterlag Erstliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach nach einer 2:0-Führung noch mit 3:4 (2:1). „Wir haben gut gestanden, schnell umgeschaltet und am Ende sehr viel Druck gemacht“, sagte Imke Wübbenhorst, die noch Minuten nach Abpfiff enttäuscht auf ihrem Stuhl am Spielfeldrand saß.

Zuvor hatten die Gastgeberinnen den Favoriten fast zur Verzweiflung gebracht. Der BVC zog sich in Hälfte eins bei Ballbesitz des Gegners immer wieder schnell zurück, und die Gladbacherinnen fanden kein Mittel gegen den gut stehenden Außenseiter. Spielten sie doch einfach zu behäbig, zu unpräzise und nicht gerade ideenreich. So brachten ihnen die Feldvorteile nichts ein.

Viel effizienter war da der BVC. Blitzschnell war der Ball in der Spitze, wenn sich mal die Chance ergab. So zum Beispiel in der elften Minute, als Jana Radosavljevic auf Agnieszka Winczo durchsteckte, die ins lange Eck zum 1:0 traf.

Doch der Jubel des Großteils der 252 Zuschauer legte sich schnell wieder, weil Radosavljevic liegen geblieben war. Sie musste mit Schmerzen im Knie raus, Lena Hasenkamp kam ins Spiel. Der jungen Spielerin gelang naturgemäß nicht alles, aber sie machte den einen oder anderen Stellungsfehler mit großem Kampfgeist wett.

Und die Borussia stellte die BVC-Defensive auch anschließend kaum mal vor Probleme. Dafür hatte Vanessa Fürst auf der anderen Seite umso mehr Schwierigkeiten mit Winczo. So konnte sich die Polin in der 37. Minute nach Pass von Hasenkamp erneut durchsetzen und halbhoch in die Mitte flanken, wo Jannelle Flaws den Ball direkt aus der Luft nahm und so ins Netz jagte.

Damit nicht genug: In der 43. Minute setzte Lisa Josten ihre Mitspielerin Winczo in Szene, deren Flanke erneut Flaws erwischte – diesmal aber nicht richtig, so dass der Torjubel ausblieb. Und nur Sekunden später stand es statt 3:0 nur noch 2:1. Im Gegenzug ging es dann auch mal für die Borussia schnell, Amber van Heeswyk bediente Kelly Simons, die ins lange Eck vollstreckte.

In der zweiten Hälfte präsentierte sich die Borussia zunächst wesentlich energischer. So jagte in der 50. Minute nach einem Missverständnis zwischen Anna Johanning und Pia Siegel zunächst Simons und dann Vanessa Wahlen den Ball an die Latte des Gastgeber-Gehäuses.

In der 62. Minute lief es für den BVC ähnlich unglücklich wie zum Ende der ersten Halbzeit. Fürst brachte Winczo im Gladbacher Strafraum zu Fall, aber der Pfiff blieb aus. Aus dem nächsten Borussia-Angriff resultierte eine Ecke, die Josten zunächst abwehrte. Aber Simons brachte den Ball erneut hoch in den Strafraum, und Kerstin Bogenschütz köpfte gekonnt ein (63.).

Kurze Zeit später war das Spiel gedreht: Bogenschütz präsentierte sich als gute Freistoßschützin, die den Ball aus 20 Metern Entfernung in den Winkel jagte (68.). Allerdings war höchst umstritten, ob es überhaupt Freistoß hätte geben dürfen.

Aber der BVC ließ sich nicht beirren, und Winczo lief der Gäste-Abwehr einmal mehr weg, um zum 3:3 ins lange Eck zu treffen (72.). Anschließend spielte fast nur noch der BVC. Chancen durch Josten (73.), Flaws (79., Latte) und Kishikawa (86.) brachten aber keinen Erfolg. Umso bitterer, dass in der 90. Minute Sarah Abu Sabbah lang geschickt wurde, und sie zum 4:3 für Gladbach vollendete. „Wir haben zwei, drei Situationen anders als die Schiedsrichterin gesehen. Aber letztendlich brauchen wir uns nicht beschweren, wir hatten die Chancen, um hier als Sieger vom Platz zu gehen“, sagte Schulte.

BVC: Fischer - Josten, Siegel, Luker, Dimitriou - Johanning, Kishikawa - Meyer, Flaws, Radosavljevic (11. Hasenkamp/82. Müller) - Winczo. Sr.: Nadine Westerhoff (FC Frohlinde).

Steffen Szepanski
Lokalsport
Redaktion Münsterland

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