Cloppenburg Der Boden war tief, aber die Enttäuschung sitzt noch tiefer: Ein über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten spielender BV Cloppenburg scheint sich unten in der Frauenfußball-Zweitliga-Tabelle festzusetzen. Nach einer 1:3-Heimniederlage im Kellerduell mit dem 1. FFC Frankfurt II ist das Team des Trainers Sven Thoß als Vorletzter punktgleich mit Schlusslicht 1. FC Saarbrücken (siehe auch Seite 19). Aber nicht die Niederlage selbst, sondern der über weite Strecken blutleere Auftritt des BVC war die eigentliche Enttäuschung. „Ich kann mir die Diskrepanz zwischen unseren Leistungen nicht erklären“, sagte Thoß, der nach dem Spiel alleine und gedankenversunken auf der Ersatzbank saß. „Erst zwingen wir den Tabellenzweiten Meppen fast in die Knie, und dann folgt so eine Leistung. Da habe ich kein Verständnis für. Einige Spielerinnen verstehen wohl nicht, dass so ein Punkt in Meppen nach einer Niederlage gegen Frankfurt nichts wert ist.“

An einem zu dem Kellerduell passenden düsteren Sonntagvormittag musste Nadine Anstatt schon in der 16. Minute verletzt vom Platz, und der BVC verbuchte erst in der 27. Minute die erste eigene Chance. Viel zu oft ließen sich die Cloppenburgerinnen umkurven, viel zu wenig kam von ihnen nach vorne. Da konnte der Gastgeber von Glück reden, dass die Frankfurterinnen so wie viele zweite Mannschaften in der zweiten Frauen-Bundesliga spielten: technisch gut und kombinationsstark, aber ungefährlich vor dem Tor.

In der 37. Minute passierte es dennoch: Shiho Tomari, die einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, entwischte Frankfurts Valentina Limani, die unbedrängt in die Mitte spielen konnte. BVC-Torhüterin Vanessa Fischer wehrte den anschließenden flachen Schuss von Caroline Krawczyk ab, aber im Nachsetzen sorgte Alexandra Emmerling für die Frankfurter Führung.

Und die war vor offiziell 156 Zuschauern zur Halbzeitpause vollauf verdient. Aber der BVC steigerte sich im zweiten Abschnitt. Die Cloppenburgerinnen spielten nun deutlich engagierter und kamen zu Chancen. Und direkt nach einer längeren Verletzungspause – Caroline Krawczyk war nach einem Zusammenprall mit Sarah Geerken verletzt liegengeblieben und musste schließlich vom Platz getragen werden – köpfte Natsuki Kishikawa eine Ecke von Jana Radosavljevic zum 1:1 ein (67.).

Nun schien sogar noch ein BVC-Sieg möglich zu sein, aber der Gastgeber ließ sich in der Folgezeit überrumpeln. So steckte Emmerling den Ball in der 76. Minute für Valentina Limani durch, die frei auf Fischer zulief, diese umkurvte und zum 2:1 einschoss. Kurz darauf die Entscheidung: Limani setzte sich nach einem Einwurf gleich gegen drei Cloppenburgerinnen durch und passte auf Mai Hirata, die aus spitzem Winkel einschoss.

Zwar war die Nachspielzeit am Ende viel zu kurz, aber die Frankfurterinnen waren dem 4:1 näher als der BVC dem Anschlusstreffer. „Heute hätten wir wohl kein Tor mehr gemacht, egal wie lange nachgespielt worden wäre“, sagte die sportliche Leiterin des BVC, Tanja Schulte.

Am nächsten Sonntag steht nun das nächste Kellerduell bei Arminia Bielefeld an (14 Uhr). Dann folgt das Heimspiel gegen Spitzenreiter Werder Bremen. Spätestens dann sollte es für den BVC wieder besser laufen. „Anscheinend können wir ja nur gegen Topteams stark spielen“, sagte Thoß, dem zudem Sorge bereitet, dass Lisa Josten nur noch zweimal für den BVC auflaufen kann. Anschließend geht sie auf Weltreise. Umso fraglicher ist, wo die Reise des BVC hingeht . . .

BVC: Fischer - Luker, Clausen, Geerken, Tomari (46. Prica) - Johanning, Kishikawa - Radosavljevic (78. Schmolke), Anfang (16. Reck), Josten - Flaws.

Schiedsrichterin: Sonja Reßler (Mannheim).

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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