Cloppenburg Angesprochen auf den Imageschaden, den der erneute Wassereinbruch am 28. März beim seit August 2018 geschlossenen Soestebad angerichtet hat, gibt sich Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) betont schmallippig : „Jeder Tag, an dem das Bad geschlossen ist, ist ein schlechter Tag“, sagte der Verwaltungschef lapidar am vergangenen Donnerstag.

Wie berichtet, hatten offenbar gleich drei Sicherungssysteme versagt und dafür gesorgt, dass nach dem ersten Fall am 23./24. August 2018 erneut eine nicht unerhebliche Menge Wasser unbemerkt in den Technikkeller des Schwimmbads laufen konnte. Der Sachschaden wurde am Dienstag auf NWZ-Nachfrage von politischen Kreisen auf circa 75000 Euro beziffert. Der Bürgermeister hatte am Montag im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss über den neuerlichen Schaden und die auf unbestimmte Zeit verschobene Wiedereröffnung des Soestebads berichtet und sich offenbar einige kritische Nachfragen aus den Reihe der Ausschussmitglieder gefallenlassen müssen.

Während die Stadtverwaltung betont, dass sie die Anlage aus der jüngsten Reparatur ja noch gar nicht übernommen und damit keine Verantwortung für den jüngsten Wassereinbruch habe, schlägt ihr in den sozialen Netzwerken jede Menge Spott, Häme und Ironie entgegen.

Facebook-Nutzer Klaus-Dieter Oltmanns betont den Vorteil, dass man „jetzt auch im Keller schwimmen“ könne.

Josef Janzen erwidert, dass „se woanders keine Flughäfen und Bahnhöfe können und in Cloppenburg es schon an nem Schwimmbad scheitert“.

Philipp Thomsen glaubt, dass man für die acht Mio. Euro teure Sanierung in 2009 und 2010 sowie die folgenden teuren Schäden 2018/2019 schon ein neues Schwimmbad hätte bauen können. Dieter Becker darauf: „Sag ich schon lange: Abreißen, Bauland verkaufen und davon ein neues Bad bauen.“ Das befürworten im Übrigen auch Bernhard Jun. Schürmann und Tobias Kretschmann. Lisa Bo will sich einen Riesen-Pool kaufen und den bei sich im Garten aufbauen.

Dennis Theilmann-Koch erinnert sich an die Zeit, als eine Tageskarte im Sommer noch zwei Euro gekostet und er in der Bad-Imbiss etwas zu essen plus Eis und Süßigkeiten bekommen habe. Heute koste eine Tageskarte acht Euro, und es gebe nichts mehr zu essen außer aus dem Snack-Automaten.

Ein hiesiger Händler für Badbedarf bietet in einem Facebook-Kommentar „intelligente Wasser-Sensoren“ an, die Alarmmeldungen sogar per App auf dem Smartphone anzeigen würden.

Ruth Fangmann spricht von einer Witzveranstaltung. „Wenn alle so arbeiten würden, dann kämen wir zu was! Bei dem Gedanken, dass wir immer noch nicht zum Schwimmtraining ins Bad können, sträubt sich mir das Nackenhaar! Die ganzen Schüler, deren Schwimmunterricht ausfällt!“

Dieses Thema umtreibt auch die Direktorin des Cloppenburger Clemens-August-Gymnasiums. Die lange Schließung des Soestebads sei sehr bedenklich vor allem im Hinblick auf die Schwimmfähigkeit der Schüler, sagt Annette Ovelgönne-Jansen. Ab der sechsten Klasse werde die Schwimmfähigkeit der Schüler vorausgesetzt, deshalb gebe es in der Fünf noch einen Extra-Kursus an der Schule für Mädchen und Jungen, die noch nicht schwimmen könnten. Dieser Kursus werde im neuen Schuljahr dann wohl aus allen Nähten platzen.

Derweil hätten die Oberstufenschüler, die mit dem Sportprofil Abi machen wollten, bereits Anfang des Jahres ihre praktischen Prüfungen in Garrel und Löningen abgelegt. Auch der Triathlon – Schwimmen, Radfahren, Laufen – sei bereits in Löningen über die Bühne gegangen. Darüber hinaus wähnt die CAG-Direktorin die Bevölkerung bereits vom Soestebad „entwöhnt“. Das wieder anzufahren, sei sehr schwierig.

Wie lange die Wiedereröffnung noch auf sich warten lässt, vermochte die städtische Pressestelle am Dienstag nicht zu sagen. Man warte auf den Bericht des Gutachters, hieß es. Wenn es warm genug sei, so der Bürgermeister bereits am vergangenen Donnerstag, werde das Freibad möglicherweise schon vorzeitig öffnen. Das sei eine Option.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.