Cloppenburg /Bremen Zuerst gab es Geschenke für die scheidende Lisa Josten, dann unbeabsichtigt für Gegner Werder Bremen – und am Ende konnte sich der ganze BV Cloppenburg über ein Präsent freuen. Und zwar über ein Präsent in Form eines nicht eingeplanten Punktes. 2:2 (1:1) haben sich die Zweitliga-Fußballerinnen des BVC am Sonntagnachmittag von Spitzenreiter Werder Bremen getrennt. Und das ist mal ein Unentschieden, über das sich die Cloppenburgerinnen auch freuen können, nachdem sich ja so manches Remis zuvor wie eine Niederlage angefühlt hatte. „Ich bin heute mit der Leistung zufrieden, wir haben viel und gut gegen den Ball gearbeitet. Aus dem Spiel heraus haben wir kaum etwas zugelassen“, sagte BVC-Trainer Sven Thoß, dessen Team wegen des 7:4-Sieges des 1. FC Saarbrücken gegen den FC Ingolstadt und eines 1:1-Remis’ des 1. FFC Frankfurt II bei der U-20 der TSG Hoffenheim trotzdem auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist. „Das Remis ist ein Erfolg, auch wenn wir bei beiden Werder-Toren kräftig mitgeholfen haben.“

Obwohl für Werders Männer-Team Unentschieden zurzeit das Standard-Ergebnis sind, war in dieser Partie des Vorletzten gegen den Ersten nicht mit einer Punkteteilung zu rechnen. Erst recht nicht, nachdem Werder schon in der dritten Minute mit gütiger BVC-Hilfe in Führung gegangen war. Torhüterin Vanessa Fischer hatte mit einem Abschlag die aus dem Strafraum laufende Sarah Geerken von hinten getroffen. Der Ball fiel Toptorjägerin Selina Cerci vor die Füße, die Fischer bei deren Rettungsversuch umkurvte und einschoss.

Anschließend war Werder zwar spielbestimmend, aber das war auch Folge der defensiven Cloppenburger Grundausrichtung. Meist stand der BVC mit einer Fünferreihe bestehend aus Nadine Luker, Anna Johanning, Nora Clausen, Sarah Geerken und Shiho Tomari hinter einer Viererkette. Die bildeten Lisa Josten, die in ihrem – vorerst – letzten Spiel für den BVC Kapitänin war, Natsuki Kishikawa, Jannelle Flaws und Jana Radosavljevic. Vorne mühte sich derweil Emilia Reck als Spitze ab.

So griffen die Bremerinnen, angefeuert von den Werder-Fans unter den 380 Zuschauern, immer wieder an, meist aber, ohne echte Gefahr vor das Gastgeber-Gehäuse zu bringen. Der BVC versuchte derweil, Nadelstiche zu setzen, von denen einer besonders wehtat. Nadine Luker passte aus der Drehung perfekt auf Josten, deren Flanke gegen den ausgestreckten Arm der reinrutschenden Lisa-Marie Scholz prallte. Keine Frage, die Folge war ein Handelfmeter, den Jannelle Flaws souverän verwandelte (42.).

Auch nach der Pause gab Werder den Ton an, was in der 63. Minute belohnt wurde: Geerken sprang unter einem langen, hohen Ball durch und die – obwohl noch drei BVC-Spielerinnen in der Nähe waren – herausgeeilte Fischer wurde von Cerci umspielt, die anschließend einschoss. „Da hätte Vanessa nicht rauskommen dürfen“, sagte Thoß.

Es war aber auch Fischer, die mit drei tollen Paraden die Chance des BVC auf ein Remis wahrte. In Griffweite geriet der Punkt, nachdem Kishikawa einen abgeprallten Ball etwa 20 Meter vor dem Tor mit der Brust angenommen und volley ins Gäste-Gehäuse gejagt hatte (74.).

Mit großem Kampfgeist überstanden die Cloppenburgerinnen dann auch die Schlussphase, die zeitweise einem Belagerungszustand nahekam, und in der eine Werder-Spielerin nach einem harten Einsteigen gegen Jannelle Flaws Gelb-Rot sah (81.).

Das Unentschieden ist ein toller Erfolg für den BVC, der erst am 17. November (11 Uhr) bei Turbine Potsdam II wieder um Punkte spielt. Es war aber auch ein Erfolg, der noch einmal deutlich zeigte, wie wichtig Lisa Josten für den Club ist. Sie hatte wieder mal ein enormes Laufpensum absolviert und war an fast jeder Cloppenburger Chance beteiligt gewesen.

BVC: Fischer - Luker, Johanning, Clausen, Geerken, Tomari - Josten, Kishikawa, Flaws, Radosavljevic - Reck (70. Prica). Sr.: Susann Kunkel (Eichede).

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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