Cloppenburg Schon wegen des zurzeit trüben Herbstwetters ist es durchaus empfehlenswert, sich an sonnige Sommertage zu erinnern. Die Fußballerinnen des Zweitligisten BV Cloppenburg haben aber noch einen guten Grund, sich in Gedanken auf die Reise in den Juli zu begeben. Schließlich besiegten sie am letzten Wochenende des siebten Monats in einem Testspiel Werder Bremen mit 2:0. An diesem Sonntag (Anpfiff: 14 Uhr) sollen die Grün-Weißen zum Punktspiel nach Cloppenburg kommen, und der BVC würde nur allzu gerne das Erfolgserlebnis wiederholen. Allerdings sind die Aussichten trübe. Und zwar in doppelter Hinsicht: Wegen der Regenfälle der zurückliegenden Tage und der noch zu erwartenden Nässe vom Himmel ist das Spiel von einer Absage bedroht. Und sollte es stattfinden, würde Werder als klarer Favorit in die Partie gehen. Schließlich haben die Bremerinnen in den ersten zehn Spielen der Saison doppelt so viele Punkte (24) wie der BVC (12) gesammelt. „Alles andere als ein Werder-Sieg wäre eine Überraschung“, meint Tanja Schulte, die mit Luc Diamesso das Cloppenburger Trainerduo bildet.

Allerdings könnten die trüben Aussichten dem BVC durchaus zu einem glänzenden Jahresabschluss verhelfen. Zwar gelten norddeutsche Regengüsse als „Werder-Wetter“, in diesem Fall müssen sie aber kein Vorteil für die Hanseatinnen sein. „Sollte das Spiel stattfinden, dürfte es wegen der Bodenverhältnisse zu einem reinen Kampfspiel werden. Das könnte ein Vorteil für uns sein“, sagt Schulte.

Aber nicht nur die Platzverhältnisse sprechen für den BVC. So konnten die Cloppenburgerinnen zuletzt einen Aufwärtstrend – nur nicht in der Tabelle – mit dem 1:1 beim SV Meppen, dem 3:0-Heimsieg gegen Union Berlin und dem 1:1 beim FFV Leipzig verzeichnen, während Werder die letzten zwei Auswärtsspiele verloren hat. Die Niederlagen bei Turbine Potsdam II (2:4) und dem VfL Bochum (2:5) haben dafür gesorgt, dass die Grün-Weißen nach sechs Siegen in den ersten sechs Spielen von der Spitze auf Tabellenplatz zwei abrutschten (siehe Grafik).

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Zwar ist die Heimbilanz des SVW weiterhin makellos und die Niederlage in Bochum angeblich von falschen Schiedsrichterentscheidungen eingeleitet worden, aber die Grün-Weißen dürften von den ersten Misserfolgen nicht völlig unbeeindruckt sein.

Zudem ist rechtzeitig zum Spiel gegen Werder auf BVC-Seite eine Spielerin wieder fit, die die Bremerinnen im Juli mächtig geärgert hat: Katarina Kolar war im Sommer im Testspiel in Altenoythe gegen eine fast in Bestbesetzung angetretene Bremer Mannschaft die beste BVC-Spielerin. In Leipzig kam sie vor knapp einer Woche nach ihrer langen Verletzungspause wegen einer Knöchelverletzung zu einem Kurzeinsatz. Nun könnte sie wieder länger spielen – und muss das wohl auch. Schließlich ist Nadine Luker, die Kolar im Sturm glänzend vertrat, im Training unglücklich aufgetreten. Sie fällt wegen eines Bänderrisses aus.

„Das ist ein harter Schlag, weil sich Nadine in den letzten Wochen so gut präsentiert hat. Wir hätten auch mit Nadine und Katarina spielen können. Aber umso wichtiger ist es, dass Katarina zurückkehrt“, sagt Schulte, die mit Sicherheit auch noch auf die gesperrte Tanja Thormählen, die verletzten Imke Wübbenhorst und Dominika Wylezek sowie wahrscheinlich auf die angeschlagene Annabel Jäger verzichten muss.

Dafür würde in dem Fall, dass das Spiel stattfindet, wohl eine weitere Rückkehrerin auf dem Feld stehen. Allerdings im Werder-Trikot: Die im Sommer vom BVC in die Hansestadt gewechselte Marie-Louise Eta (vormals Bagehorn) gehört zu den Topspielerinnen des SVW. Der hat allerdings noch viele weitere herausragende Spielerinnen wie etwa die ungemein torgefährlichen Angreiferinnen Stephanie Goddard und Cindy König. „Im Sturm und im Mittelfeld ist Werder besonders gut aufgestellt“, sagt Schulte, was wohl im Umkehrschluss heißt, dass die Abwehr zu knacken ist.

Kolar hat gezeigt, dass sie weiß, wie es geht. Ob sie die Chance bekommt, die eine oder andere Werder-Spielerin nass zu machen, hängt davon ab, wie nass der Platz am Sonnabend ist. Dann soll sich entscheiden, ob gespielt wird.

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.