Cloppenburg Im Hinspiel hatten sie zeitweise blauäugig agiert, nun wollen sie dafür sorgen, dass der Gegner sein blaues Wunder erlebt: Die Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg treten an diesem Sonntag (14 Uhr) beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II an. Die bittere 1:5-Heimniederlage aus dem September noch im Kopf, dürfen sie sich im Aufstiegsrennen keine Niederlage leisten. „Der Druck ist da, wir müssen etwas mitnehmen“, sagt Tanja Schulte, die zusammen mit Imke Wübbenhorst das Trainerduo des BVC bildet. „Ich glaube nicht, dass Werder im Heimspiel gegen Gütersloh Punkte abgibt.“

Dabei hat Gütersloh gerade erst gezeigt, dass es Tabellenführer stürzen kann. Mit einem 0:0 zu Hause gegen die Wolfsburgerinnen sorgte der FSV dafür, dass die Bundesliga-Reserve auf Rang zwei abrutschte und Werder Bremen die Spitze erklomm. Beim Tabellendritten in Cloppenburg würde man sich über eine weitere Überraschung durch die Gütersloherinnen freuen. Schließlich sind die Hansestädterinnen der einzige verbliebene Gegner des BVC im Aufstiegskampf, da Wolfsburg II nicht zum eigenen ersten Team ins Oberhaus aufsteigen darf.

Dass die Wolfsburgerinnen dennoch, oder vielleicht sogar deshalb, ein ungeheuer starker Gegner sind, haben die Cloppenburgerinnen im Hinspiel gemerkt. Zwar hatten sie die ersten 25 Minuten bestimmt, aber dann nahm das Spiel für sie einen ernüchternden Verlauf. „Wir hätten 1:0, 2:0 führen müssen, dann bekommen wir ein Tor, rennen blauäugig an und werden ausgekontert“, erinnert sich Schulte mit Grausen an die 1:5-Klatsche.

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Diesmal dürfe ihr Team nicht so naiv agieren: „Wir müssen geduldiger spielen und erst einmal die Null halten. Ein Remis in Wolfsburg wäre ja kein Drama.“

In einer defensiver ausgerichteten BVC-Startelf könnte Marta Stobba oder Anna Johanning zu finden sein. Beide hatten sie nach ihrer Einwechslung im Spiel gegen den SV Meppen (2:0) überzeugt. Auf jeden Fall im Tor stehen wird Dominika Wylezek, da Nienke Olthof noch ein Spiel gesperrt ist.

Nun gilt es angesichts der regnerischen Wetterlage, erst einmal abzuwarten, auf was für einem Platz gespielt wird. „Auf Rasen würde es ein Kampfspiel werden, auf Kunstrasen geht es mehr ums Spielerische“, sagt Schulte, die sich mit den Trainerinnen des FSV Gütersloh lange über deren Erfolg gegen Wolfsburg II unterhalten hat und keine der beiden Platz-Möglichkeiten favorisiert.

Die Bundesliga-Reserve der Wolfsburgerinnen ist spielstark, hat aber vor allem an Erfahrung hinzugewonnen. „Die zwei, drei Routiniers, die dem jungen Team gefehlt haben, sind nun da“, erklärt sich Schulte die Steigerung der noch in der Vorsaison mittelmäßigen Zweitvertretung.

„Die Türkin Cagla Korkmaz und die Polin Agata Tarcynska helfen dem Team enorm weiter. Tarcynska ist zudem wie Anna-Lena Stolze sehr torgefährlich“, warnt Schulte in der Hoffnung, dass den Cloppenburgerinnen nach dem Duell mit den Wölfinnen am Sonntag nicht wie nach dem Heimspiel zum Heulen zumute sein wird.

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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