Cloppenburg Rückblende: Am Ende der Spielzeit 2014/2015 ist Fußball-Regionalligist BV Cloppenburg als Drittletzer sportlich abgestiegen. Doch der Fußball-Gott hilft: Meister Werder Bremen II steigt, obwohl gegen Gladbachs Reserve nicht der Favorit, via Relegation auf. Der BVC bleibt Viertligist.

Die richtigen Schlüsse wurden in der Sommerpause an der Friesoyther Straße dann offenbar nicht gezogen. Mit den Trainern Jörg-Uwe Klütz und Mario Neumann gingen zwei langjährige Identifikationsfiguren von Bord. Auch die pro Saison regelmäßig 20 bis 25 Tore garantierenden Stürmer Tim Wernke und Andreas Gerdes-Wurpts wurden nicht gehalten. Die Trainersuche zog sich hin. Kurioserweise wurde dann zunächst Ex-Stürmer Alket Zeqo als Co-Trainer verpflichtet. Es folgte der Emder A-Lizenzinhaber Uwe Groothuis als Cheftrainer – ein Duo ohne jede Regionalligaerfahrung.

Die Neuzugänge boten sich fast ausnahmslos selbst an. Ein echter Torjäger wurde nicht geholt. Von den Neuen wussten Rückkehrer Milad Faqiryar und der zuletzt stärker werdende Steven Bentka am ehesten zu überzeugen. Der Saisonstart gelingt. Zwar ist das Pokal-Aus zu Hause gegen den hoch gehandelten BSV Rehden (1:2) nach einer Führung bitter. Aber die Leistung stimmt. Die Meisterschaft wird mit einem 1:1 ebenfalls zu Hause gegen die starken Weicher eröffnet. Es folgt ein hart erkämpftes 1:0 bei Aufsteiger Drochtersen/Assel. Trotz der Heimpleiten gegen Norderstedt (0:5) und Meppen (0:4) ist der BVC dank eines 1:0 bei Braunschweig II – der zweite und bislang letzte Saisonerfolg – und eines unglücklichen 1:1 gegen die 96-Reserve nach sieben Runden Siebter. Die Welt scheint in Ordnung.

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Doch dann ging’s steil bergab. Viermal am Stück muss sich der BVC 1:2 geschlagen geben. Der Abstiegskampf, der vermieden werden sollte, hat längst begonnen.

Nach dem leblosen 0:3 am 14. Spieltag bei Mitkonkurrent Goslarer SC ist das Trainerexperiment gescheitert. Der Club zieht die Reißleine und stellt Groothuis und Zeqo frei. Fast erwartungsgemäß springt Klütz interimsmäßig ein. Doch die Mannschaft ist völlig verunsichert. Gegen Schilksee soll der Heimfluch beendet werden. Doch selbst gegen das abgeschlagene Schlusslicht reicht es nur zu einem 1:1. Auch in der Vorsaison war gegen den Letzten FT Braunschweig nur einer von sechs möglichen Zählern eingefahren worden.

Nach dem 0:2 in Wolfsburg wird Ex-Profi und Ex-BVCer Steffen Bury als neuer Chefcoach verpflichtet. Bezirksligist SV Altenoythe hatte ihn freigegeben. Klütz bleibt beratend tätig. Ex-Fänger Stefan Tilling wird Co-Trainer. Bury startet gegen Gegner von oben mit drei durchaus beachtlichen Unentschieden, wobei unter dem Strich in den Partien gegen D/A (1:1) und in Norderstedt (0:0) noch vier Punkte förmlich verschenkt wurden. Positiv: Die Mannschaft zeigte ein völlig anderes Gesicht.

Fakt ist, dass Bury vor einer Herkulesaufgabe steht. Mit nur 14 Punkten aus 19 Partien ist der BVC seit Wochen Vorletzter. Vor allem die Offensive lahmt. Nur 13 Treffer gelangen. Das ist ligaweit der letzte Platz. Zu Hause lief gar nichts. Der letzte Heimsieg gelang in der Vorsaison im April gegen Goslar. Alle Werte deuten derzeit auf einen Abstieg hin. In 15 Spielen – weiter geht’s voraussichtlich am 12. Februar zu Hause gegen die HSV-Reserve – sind noch 45 Punkte zu vergeben. Davon müssen die Cloppenburger weit über die Hälfte einfahren, um auf die magische Marke von 40 Punkten zu kommen. Abzuwarten bleibt, ob der Club in der Winterpause im Angriff entscheidend nachlegt.

Derzeit ruhen alle Hoffnungen auf Bury, der Optimismus und Selbstbewusstsein versprüht. „Wir sind noch nicht weg vom Fenster. Wenn ich nicht fest an die Rettung glauben würde, wäre ich nicht gekommen.“

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