Cloppenburg Die Zuschauer standen vor ihren Sitzen und wollten gar nicht mehr aufhören zu applaudieren. Gerade hatten die Bundesliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg mit 0:2 gegen den VfL Wolfsburg verloren, da bewies das BVC-Publikum einmal mehr, dass es zur Bundesliga-Spitze gehört. Offen blieb nur, ob das Klatschen am Sonntag ein Abschieds-Beifall aus der ersten Liga oder ein Aufmunterungs-Applaus für den letzten Spieltag sein sollte. Schließlich besteht noch etwas Hoffnung, dass sich die Cloppenburgerinnen doch im Oberhaus halten können. „Das Publikum hier in Cloppenburg ist auf jeden Fall erstklassig“, sagte Trainerin Tanja Schulte nach dem Spiel.

Allerdings müsste am kommenden Sonntag schon einiges zusammenkommen, damit auch die Mannschaft erstklassig bleibt. Bei zwei Punkten Abstand auf das rettende Ufer vor dem letzten Spieltag, an dem die Schulte-Elf beim SC Freiburg antritt, und der Konkurrent MSV Duisburg den vermeintlich leichtesten Gegner VfL Sindelfingen empfängt, muss der Verein allerdings auch schon an eine mögliche Zukunft in Liga zwei denken. „Fast alle Spielerinnen haben einen Zweijahresvertrag, der aber nur für die erste Liga gilt“, sagt Schulte. „Ich hoffe, dass in den nächsten 14 Tagen einiges in die Wege geleitet wird.“

Kein Geheimnis ist allerdings, dass die BVC-Führung erst verhandeln kann, wenn klar ist, ob – und wenn ja wie sehr – sich Sponsor Albert Sprehe weiter engagiert. Dass neben Annabel Jäger, die wegen ihrer Ausbildung bleiben dürfte, weitere Leistungsträgerinnen gehalten werden können, hält Schulte für gut möglich.

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Hätten doch Spielerinnen wie Imke Wübbenhorst und Daniela Löwenberg wegen ihres Referendariats und Eve Chandraratne wegen ihrer Ausbildung zur Ärztin durchaus gute Gründe, in der Region zu bleiben. „Andere werden schon wegen ihrer Nationalmannschaftsambitionen weiter erstklassig spielen wollen“, sagt Schulte.

Sie selbst würde gerne bleiben, würde sich im Falle eines Abstiegs aber „in der Hauptverantwortung“ sehen. Da ändere auch nichts dran, dass zehn der anderen elf Bundesligisten einen größeren Trainerstab mit Athletik-Coach und Video-Analysten hätten. „Aber ich wäre bereit dazu, weiterzumachen, wenn man mir das Vertrauen schenken sollte. Ich könnte aber auch verstehen, wenn man bei einem Abstieg einen Schnitt machen würde.“ Sie ist überzeugt davon, dass der BVC im Abstiegs-Fall gute Chancen auf den direkten Wiederaufstieg hätte.

Aber die Saison ist ja noch nicht vorbei, und die Entwicklungen während der Spielzeit könnten ein Nachspiel haben. So ist den BVC-Verantwortlichen zu Ohren gekommen, dass es beim Aufgehen des FCR im MSV Duisburg einen Formfehler gegeben haben könnte. „Wir überprüfen das. Noch ist längst nichts sicher“, sagte der BVC-Präsident Bernhard Dorissen am Montag. Es bleibt spannend – auf und neben dem Feld.

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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