Cloppenburg Eine Weisheit im Fußball gilt immer: Die Tabelle lügt nicht. Und wer sich als Anhänger des BV Cloppenburg nach dem Ende der Hinrunde in der Oberliga Niedersachsen das Tableau anschaut, der ist schockiert.

Der als handfester Kandidat für einen direkten Wiederaufstieg gehandelte Traditionsverein von 1919 ist nach 15 absolvierten Spielen Zwölfter, nur dank der Tordifferenz vor dem ersten von vier Abstiegsplätzen liegend. Das Thema Regionalliga ist – vorerst – keines mehr. Vielmehr drohen Duelle mit Hansa Friesoythe, dem SV Bevern und wohl auch dem ebenfalls von Mäzen Albert Sprehe gesponsorten BV Essen.

Klar, der BVC-Kader ist klein – aber das sollte so sein – und es gab jede Menge Verletzungspech. Dennoch hecheln die Cloppenburger ihrem Anspruch meilenweit hinterher. Immerhin verfügten fast immer 50 Prozent der Startelf-Spieler – anders als bei den meisten Konkurrenten – über Viertliga-Erfahrung. Es ist an der Zeit, verstärkt in die Ursachenforschung einzusteigen.

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Warum liefern die – dem Vernehmen nach gut bezahlten – Spieler nicht? Eklatant, seit sieben Monaten gelang kein Heimsieg mehr. Und mit sieben Unentschieden nimmt der BVC ligaweit ausnahmsweise eine Spitzenposition ein. Dabei hätten allein diese sieben Partien allesamt locker gewonnen werden können. Zu viel Selbstzufriedenheit im beschaulichen Cloppenburg also? Die letzten vier bis fünf Prozent haben einfach zu oft gefehlt. Dass der Frust bei den wenigen verbliebenen treuen Anhängern überläuft, ist kein Wunder. Fast logisch wird immer offener eine Trennung von Cheftrainer Steffen Bury gefordert. Ob’s aber tatsächlich am Trainer liegt, der sich taktisch sicher hier und da vergriffen hat, muss bezweifelt werden. Der in Varrelbusch lebende Ex-Profi weiß, wie Fußball geht. Als rotzfrecher Außenstürmer war er in Profiligen stets ein gefürchteter Gegenspieler. Und der gebürtige Breisgauer versprüht reichlich Herzblut.

Allerdings müssen er und der Sportliche Leiter Sebastian Schütte – die anfänglich ausstrahlende Aufbruchstimmung ist längst dahin – jetzt verstärkt liefern. Sie müssen es schaffen, die Korsettstangen wieder zu solchen zu machen und die entscheidenden Prozente aus dem Team herauszukitzeln. Dann könnte die nach außen hin verkaufte Übergangssaison vielleicht noch mit einem versöhnlichen Ende enden.

Nicht alles war schlecht – sprich Eigengewächse: Auch wenn ein ehrgeiziger Spieler wie Lennart Blömer in seiner Entwicklung ein wenig stagniert, Enes Muric meist von der Bank kommt, hat sich mit Leon Demaj ein Talent längst in der Stammelf etabliert. Wichtig: die Club-Oberen müssen wieder Nestwärme erzeugen. Der Verein muss an der Außendarstellung nacharbeiten, der Termin für die seit Jahren vermisste Mitgliederversammlung muss raus.

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