Cloppenburg Er war 45 Jahre lang als Fußball-Funktionär tätig und hat offenbar kein Stück seiner Leidenschaft verloren. Wenn Werner Busse über die tolle Arbeit vor allem kleiner Vereine, die Möglichkeiten der Integration über den Sport oder die seiner Meinung nach problematische Tendenz, immer mehr Fußballkreise zusammenzulegen, spricht, könnte man meinen, er bewerbe sich um das Amt des NFV-Kreisvorsitzenden. Dabei gibt der 73-Jährige, der immer noch mit Herzblut dabei ist, den Chefposten an diesem Sonnabend nach 13 Jahren ab. Schon als er vor drei Jahren erneut im Amt bestätigt worden war, hatte er den Entschluss bekanntgegeben. Und zu seinen Entscheidungen steht Busse.

„Ich wollte von mir aus gehen und nicht dazu aufgefordert werden. Nun ist es an der Zeit, und ich werde mich nicht mehr einmischen“, sagt der in Cloppenburg lebende ehemalige Verwaltungsangestellte im Finanzamt. „Aber wer um Rat fragt, dem werde ich antworten.“

Sich in den Vordergrund zu drängen, war eh nie Busses Art. Mehr durch Zufall als durch Planung ging er seinen Weg bis an die Spitze des NFV-Kreises Cloppenburg und des Bezirksspielausschusses, dessen Vorsitz er 2014 abgab. Wenn irgendwo eine helfende Hand gefragt war, wussten die Verantwortlichen, dass sie auf den ehemaligen Varrelbuscher Fußballer zählen konnten. Ob nun in seinem Verein SV Höltinghausen, im Cloppenburger Kreisverband des niedersächsischen Fußballverbands (NFV) oder eben im Bezirksverband (siehe auch Kasten auf dieser Seite).

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Beliebt ist Busse bis heute unter anderem wegen seiner bescheidenen Art: „Wir organisieren den Betrieb in den Ausschüssen ja nur, die meiste Arbeit haben die Vereine. Und die haben in den letzten Jahren Enormes geleistet“, sagt er etwa. Und mit den Clubs sei die Zusammenarbeit stets gut gewesen.

Auch die gemeinsame Arbeit mit dem NFV-Kreis Vechta, der ihm zu seiner großen Freude vor Kurzem die Goldene Ehrennadel verliehen hat, habe er stets geschätzt. Schon deshalb ist einer seiner großen Wünsche, dass etwa die gemeinsame Bezirksliga IV erhalten bleibt und die Kreise nicht durch die Tendenz, größere Einheiten zu bilden, getrennt werden. „In dem Bereich muss man eh aufpassen, dass man sich nicht selbst das Wasser abgräbt. Wer weiß, vielleicht braucht man bald die Bezirksverbände nicht mehr, wenn es kaum noch Kreise gibt.“

Aber nicht nur die „kleinen“ Kreise, auch die kleinen Vereine sollten erhalten bleiben. In den familiären Strukturen kleiner Clubs sei etwa die Integration von Flüchtlingen gut möglich. „Und in vielen Orten sind sie nach der Schließung der Kneipen die einzige Möglichkeit, sich noch zu treffen“, sagt Busse.

Die Bedeutung der kleineren Vereine, die nicht über große Budgets und Sponsorengelder verfügen, hebt Busse oft hervor. Sie seien für ihre Ortschaften eminent wichtig. Auch die Gründung von Jugendspielgemeinschaften halte er grundsätzlich für eine gute Idee. Gerade in den Zeiten des demografischen Wandels. Busse: „Kleinere Vereine sind in einigen Altersklassen nicht mehr in der Lage, eine eigene Mannschaft auf die Beine zu stellen.“

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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