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Ramsloh Philipp Hermes aus Ramsloh hat eine Leidenschaft: Wenn der 22-jährige Wirtschaftsstudent nicht gerade in der Uni in Wilhelmshaven sitzt, geht er schießen. Genauer gesagt Trapschießen – eine Sportart, bei der mit einer Bockdoppelflinte auf Scheiben geschossen wird. Und dieses Hobby betreibt er sehr erfolgreich. „Da man nach dem Auslösen der Wurfmaschine nur etwa 0,5 Sekunden Zeit hat, um die Scheibe zu treffen, muss man vor jedem Schuss zu 100 Prozent konzentriert sein“, sagt Philipp. „Das, verbunden mit der Umsetzung der Technik, macht für mich den größten Reiz an meinem Sport aus.“

Philipp wurde von seinem Vater Wilfried Hermes, der im Trapschießen ebenfalls sehr erfolgreich ist, an den Sport herangeführt und seitens seiner Familie bei allem unterstützt. So hatte sich der Vater für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und wurde Landesmeister mit 120 von 125 getroffenen Scheiben.

Der 22-Jährige steht ihm aber in nichts nach. Bereits von drei Jahren hatte Philipp, der den Schießsport seit fast zehn Jahren betreibt, als Junior an der Weltmeisterschaft in Spanien und der Europameisterschaft in Ungarn teilgenommen. Qualifiziert hatte er sich zudem für den Weltcup in München.

Heute schießt er in der Herrenriege (21. bis 45. Lebensjahr) für den Ostfriesischen Jagd- und Wurftaubenclub (OJWC) und hat an den beiden Deutschen Ranglisten-Wettbewerben, im Mai in Suhl (Thüringen) und am 11. Juni in Frankfurt/Oder, teilgenommen.

Trapschießen

Beim Trapschießen wird mit einer Bockdoppelflinte auf Scheiben mit einem Durchmesser von elf Zentimetern geschossen. Beim Schießen stehen fünf Schützen in einer Reihe mit 15 Wurfautomaten. Für jeden Schützen gibt es drei Automaten, die auf Befehl die Scheiben in unterschiedlicher Richtung bis zu 75 Meter weit schleudern. Der Schütze muss innerhalb 6/10 Sekunden schießen. Dabei darf er zweimal pro Scheibe schießen.

Bei beiden Wettbewerben belegte Philipp den zweiten Platz und hat sich damit für die Europameisterschaft in Baku (Aserbaidschan) Ende Juni qualifiziert. Zusammen mit seinen beiden Mannschaftskameraden Stefan Veith und Sportsoldat Andreas Löw aus Bayern hat Philipp die große Chance, sich dort für die Weltmeisterschaft in Moskau zu qualifizieren. Zusätzlich wurde er am 11. Juni Landesmeister des Nordwestdeutschen Schützenbundes mit 123 von 125 getroffenen Scheiben. Damit ist er für die Deutsche Meisterschaft in München/Hochbrück Ende August qualifiziert. Mit der Mannschaft erzielten Philipp, Harald Schonhofen aus Minden und Cord Kelle aus Hannover auf Landesebene einen neuen Landesrekord mit 261 von 275 getroffenen Scheiben.

Viel Zeit opfert Philipp für diesen Sport. Zwei- bis dreimal die Woche wird für mehrere Stunden am Tag trainiert.

Das muss akribisch genau von Philipp, der üblicherweise in Wilhelmshaven trainiert, koordiniert werden. Sehr oft muss er in Leer/Loga trainieren, muss nach Suhl, Frankfurt-Oder, Wiesbaden-Schale und München, wo die Trainings-Stützpunkte sind.

Gegenüber einem Sportsoldaten ist Philipp immer im Nachteil, umso mehr ist seine Leistung zu würdigen. „Zu viel“ werde es ihm aber nicht, sagt Philipp, da er den Sport gerne ausübe.

„Allerdings muss man in der Hauptsaison natürlich Abstriche machen beim Feiern und manchmal auch beim Studium. Aber so ist es nun mal bei fast jeder Sportart beziehungsweise jedem Hobby“, sagt er weiter. Man müsse einen guten Mittelweg finden.

Der Spaß an der Sache geht für Philipp mit dem Erfolg einher. „Die Motivation besteht für mich darin, besser zu werden. Man hat klare Ziele vor Augen, wie dieses Jahr die Qualifikation zur Europameisterschaft“, sagt er. Ohne die Bestätigung in Form des Erfolgs, hätte er zwar nicht mit dem Schießen aufgehört, aber würde natürlich nicht in diesem Umfang Zeit und Aufwand investieren.

Ohne die große Unterstützung der Familie wäre dieses Hobby für Philipp nicht möglich. Zwar werden die Munition und einige andere Kosten vom Verband bezahlt, aber es bleiben immer noch viele Kosten übrig, die der Schütze selber zahlen muss.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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