Friesoythe Als sich Pfarrer Joachim Prunzel vor zwei Jahren im Dezember der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Friesoythe vorstellte, gab er an, die ökumenische Zusammenarbeit fördern, die Seniorenarbeit unterstützen und neue Ideen in die Gemeinde einfließen lassen zu wollen. Er bekam den Job und hielt seine Wahlversprechen.

Als „der Neue der Neues mitbringt“ beschreibt er seine damalige Rolle heute. „In der Gemeinde fühle ich mich sehr wohl und auch gut angenommen“, sagt der Pfarrer. Der Anfang sei spannend gewesen, gezeichnet von Ausfällen: Kollegin Nicole Ochs-Schulz ging in Elternzeit, Meike von Kajdacsy kämpfte mit einer Lungenentzündung – der frisch aus Nordrhein-Westfalen gekommene Pfarrer schlug sich durch. Seit dem Weggang der Kollegin ist die Stelle mit zu versorgen. Auch nach zwei Jahren gibt es noch keine volle Besetzung, eventuell wird sie bald durch seine Frau Sabine gefüllt. „Die einzig sinnvolle Lösung“, findet Prunzel.

Viele Änderungen

„Die gravierendste Umstellung waren die neuen Gottesdienstzeiten“, erinnert sich Joachim Prunzel. Am Anfang seiner Amtszeit sei versucht worden, hier und da einen Gottesdienst ausfallen zu lassen und dafür den Fahrdienst in eine andere Kirche zu übernehmen. „Das hat nicht gut funktioniert“, weiß er es heute besser. Eine dauerhafte Lösung wäre das ohnehin nicht gewesen.

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Die neuen Gottesdienstzeiten funktionierten aber: „Das wird auf Dauer aufgehen. Wir haben lange nach dem besten System gesucht.“ Zwei Personen könnten nun ein Wochenende abdecken, alle zwei Wochen wäre das sogar alleine möglich.

Weitere Neuerungen hielten Einzug. So war es Joachim Prunzel wichtig, das Gemeindegefühl zu stärken. „Die Seniorenkreise Sedelsberg und Friesoythe treffen nun im monatlichen Wechsel aufeinander.“ Eine Gemeinde in drei Bezirken zu einem Wir-Gefühl zu verhelfen, sei nicht so einfach, da seien die Treffen ein guter Weg. „Es gibt da richtig Gesprächsstoff. Das wird von Böseler Seite auch nachgefragt.“ Die Gemeinde komme dabei für den Transport auf, dafür entstehe ein gemeinsamer Kreis.

Auch der Taufbaum in der Michaeliskirche ist eine neue Idee. „Auf ihm sieht man, wie viele Täuflinge wir seit Pfingsten hatten.“ Dazu gibt es Tauferinnerungs-Gottesdienste, die Bilder der Kinder werden jahrgangsweise gelagert und dazu wieder herausgeholt. Das könnte viele junge Menschen mit ihrer Kirchengemeinde enger verbinden, hofft der Pfarrer.

Ökumene funktioniert

Gut gefallen hat Joachim Prunzel die Zusammenarbeit mit den katholischen Kirchengemeinden. „Es gibt einen Ansatz, dass bei Schulgottesdiensten einer stellvertretend für beide Kirchen den Gottesdienst hält. Das ist mutig und ich glaube, dass das nicht überall so problemlos laufen könnte.“ Aber die Kirchen arbeiteten an der gleichen Sache und entlasteten sich so auch ein Stück weit. „Ich würde aber nicht zu Allerheiligen sprechen und ein Kollege wohl nicht zur Reformation“, sagt Prunzel.

Tiefes Vertrauen ineinander zu haben, braucht viele Jahre bis ein Bezug hergestellt ist, weiß Pfarrer Joachim Prunzel. „In der letzten Gemeinde hat das acht Jahre gedauert. In Friesoythe geht der Prozess des Vertrauens erst jetzt richtig los. Ich bin aber menschlich schon sehr vielen nahe gekommen.“

Am meisten gefreut habe ihn, den Entwicklungsprozess in der Gemeinde miterleben zu dürfen und der setze sich auch 2017 fort. Sei einem Jahr ist er außerdem geschäftsführender Pfarrer. „Es ist vieles in Bewegung und so möchte ich weitermachen.“ Auch die nächste Idee steht bereits im Raum, genauer gesagt in den Gemeinderäumen: „ Die sollen medial aufgerüstet werden. Das ist besser für Vorträge und wir können dann da auch mal einen Film zeigen.“ Die Ausstattung gebe es dann nur in Friesoythe. „Aber den Transport bekommen wir hin“, verspricht Prunzel.

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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