Emmerich /Cloppenburg Der ehemalige Cloppenburger Kaplan Karsten Weidisch wird endgültig nicht als Stadtpfarrer nach Emmerich zurückkehren. Diese Entscheidung gab der 42-Jährige am Mittwochabend nach einem Gespräch mit Vertretern des Bistums, Mitgliedern des Rates der Seelsorgeeinheit sowie Teilen der so genannten „kritischen Gruppe“ bekannt. Am kommenden Wochenende endet Weidischs Zeit als Urlaubspfarrer in Langeoog, in der kommenden Woche geht es zum Stiftshof „Schloß Freckenhorst“ (Stadt Warendorf). Außerdem müsse er – so Weidisch – noch seinen Umzug aus Emmerich vorbereiten. Wohin es geht? „Ich weiß es nicht“, zitiert ihn die Online-Ausgabe der WAZ.

Wie berichtet, hatte der während seiner Cloppenburger Zeit (2008 bis 2011) äußerst beliebte Geistliche am 20. Januar die Stadtgemeinde Emmerich verlassen. Eine Gruppe von konservativen Kritikern hatte ihn monatelang wegen seiner offenbar aus deren Sicht zu modernen Gemeindeführung gemobbt. Dass dieses Verhalten Weidisch stark zugesetzt hatte, konnte man förmlich in seinem ausgemergelten und eingefallenen Gesicht ablesen. Seit zwei Monaten protestieren große Teile der Gemeinde gegen die Entpflichtung Weidischs – der Protest hat inzwischen bundesweite Aufmerksamkeit gefunden.

Weidisch ist nicht der einzige, der seine Konsequenzen aus den Vorgängen in Emmerich zieht. Sein loyaler Kaplan Christian Olding, der mit seinen progressiven „Veni“-Gottesdiensten vor allem junge Leute in Scharen in die Kirchen lockte, wird Emmerich vor dem Ablauf seiner regulären Kaplanzeit verlassen. Das Bistum Münster hätte es lieber gesehen, wenn Olding bis zum Sommer 2015 geblieben wäre, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung.

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Darüber hinaus haben offenbar auch die Laien in Emmerich resigniert. Nach dem Gespräch am Mittwochabend legte auch die Gemeindesprecherin Gabriele Debiel ihr Amt nieder. Darüber hinaus trat der gesamte Rat der Seelsorgeeinheit – bis auf Karl-Heinz Lammerich (der Mitglied der „kritischen Gruppe“ sein soll) – zurück.

Die bisherig Vorsitzende dieses Gremiums, Andrea Schaffeld, erklärte, dass man mit den Kräften am Ende sei. Deren Co-Vorsitzende Gabriele Wawrzyniak meinte, dass nicht nur die „kritische Gruppe“ Schuld an dem Desaster in Emmerich trage. „Vielmehr hat sich gezeigt, dass unser eigentlicher Gegner das Bistum ist“, sagte sie gegenüber der WAZ. Wie berichtet, hatte Bischof Dr. Felix Genn Mitte Januar dem Wunsch Weidischs auf Entpflichtung auch deshalb entsprochen, damit wieder Ruhe in die Gemeinde einkehrt. Wie sich herausstellte, war das ein Trugschluss.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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