Garrel 70 Jahre – ein Menschenleben, wenn auch ein kurzes. Vielen Menschen Halt und (neue) Heimat geboten hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Garrel in den vergangenen 70 Jahren, in denen sie in Garrel besteht. Dieses Jubiläum bietet Anlass für einen großen Festgottesdienst, der am Sonntag, 11. Juni, um 10 Uhr mit Pfarrer Holger Ossowski und Pfarrer Dr. Oliver Dürr in der Garreler Friedenskirche gefeiert wird. Im Anschluss wird Dr. Dürr den Festvortrag zu „Reformation für heute oder die Ausrufezeichen der Reformation“ in der Friedenskirche halten.

Die Kirchengemeinde wurde am 21. Mai 1947 als Kapellengemeinde der Kirchengemeinde Cloppenburg gegründet. Die Kirchengemeinde Molbergen, die auch 70-jähriges Bestehen feiert, war damals Tochtergemeinde Garrels. Sie ist seit 2000 selbstständig. Anlass für die Gründung bot der Zuzug von Menschen evangelischen Glaubens in Folge des Zweiten Weltkriegs: Zwischen Dezember 1945 und Dezember 1946 kamen 1006 Menschen aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen beim Garreler Bahnhof an, die aufgrund von Flucht und Vertreibung Heimat und Besitz verloren hatten. Die Garreler Bevölkerung musste sie aufnehmen. Nicht immer verlief das reibungslos. Neben „Gesten der Dankbarkeit“ sei es auch zu „zwischenmenschlichen Verletzungen“ gekommen, schreiben Holger Ossowski und Dr. Oliver Dürr im Gemeindebrief: „Die Not der Neuankömmlinge war groß und der Anfang schwer.“

Betreut wurde die Kapellengemeinde von Pfarrer Günther Michalke, der in Cloppenburg wohnte, zunächst per Fahrrad, dann per Motorrad. Anfangs wurden die Gottesdienste in Klassenräumen der Schulen gehalten, später wurden sie in die Gastwirtschaft „Zur alten Kapelle“ verlagert. In Molbergen wurde in der Gaststätte Thole-Vorwerk gefeiert.

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Im Jahre 1950 bekam die Gemeinde in Garrel eine „Notkirche“ des Architekten Otto Bartning. Erster Spatenstich am 27. Juli 1950 an der Adresse Auf’m Halskamp. Die Einweihung nahm Oberkirchenrat Dr. Heinz Kloppenburg vor, auf dessen Vermittlung der Ökumenische Rat der Kirchen bereit war, der Garreler Kirchengemeinde eine Kirchen-Stiftung zu schenken. Zu Weihnachten 1950 läutete die Glocke der evangelischen Kirche in Garrel erstmals.

Die Entwicklung der Gemeinde Garrel und der Zuzug vieler Aussiedler aus den Gebieten Kasachstan und Omsk machte einen Wegzug aus dem Industriegebiet und eine Vergrößerung der Friedenskirche notwendig. Die denkmalgeschützte Kirche wurde 2009 an die Straße Am Friedhof umgesetzt und um ein Gemeindehaus erweitert.

In Molbergen wurde die Kirche „Zum Schifflein Christi“ 1967 erbaut, 1986 wurde ein Gemeinderaum angebaut und 2012 ein neues Gemeindehaus errichtet. Die „Lutheraner“ haben sich dort bis heute fast verfünffacht. Am Samstag, 10. Juni wird es dort einen Festgottesdienst um 18 Uhr anlässlich der 50-jährigen Kirchweih geben.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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