THüLSFELD Zwei Weinreben erbrachten im Vorjahr 17 Liter Riesling. Das Mauerwerk hilft beim Reifen.

von Thorsten Langenbahn THÜLSFELD - Tipps? Nein, Tipps könne er nicht geben. Er sei doch „blutiger Anfänger“, sagt Werner Tareilus aus Thülsfeld. „Im vorigen Jahr habe ich erstmals richtigen Wein gemacht“, so der 76-Jährige. 17 Liter Weiß- und 10 Liter Apfelwein erbrachten die zwei Rebstöcke, die seit mehr als vier Jahren im Garten Zum Feldkamp wachsen.

„Apfelwein haben wir früher schon zu Hause gemacht“, erzählt der gebürtige Ostpreuße. Einen weiteren Anstoß zum Weinanbau gab der behandelnde Professor nach Tareilus’ Herzoperation. „Abends mal ein Gläschen Rotwein tut ganz gut“, riet der Mediziner. Aus dem Roten wurde Weißer, aber auch der scheint gut zu tun.

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Eine Weinrebe im rund 1000 Quadratmeter großen Garten schlängelt sich das Wohnhaus hinauf, quer über den Balkon im 1. Stock. Ein zweiter Stamm sprießt 20 Meter weiter an der Rückseite des früheren Hühnerstalls. Getragen von einem Geflecht aus Holzlatten, dominieren die gezackten dunkelgrünen Blätter das Bild auf der rund vier Meter hohen Ziegelsteinwand, die gen Süden liegt. „Das Mauerwerk heizt sich über Tag auf und gibt nachts Wärme ab“, erklärt Tareilus das Prinzip. Erstaunlich finde er, dass „die entferntesten Zweige vom Stamm zuerst grün werden“. Abgesehen vom ständigen Nachbrechen (siehe Infokasten) bedürfe der Wein keiner besonderen Pflege. Wenn das Wetter einigermaßen mitspiele, seien die Aussichten für die Traubenernte im September/Oktober in diesem Jahr gut. Drei weitere Stämme hat er voriges Frühjahr angepflanzt. Sein Wissen über den Weinanbau hat er aus Büchern, die ihm die Kinder geschenkt haben, zum Beispiel der Ratgeber „Wein im Garten – so geht‘s“. Ein

Russland-Deutscher von der Krim, der in Sevelten lebt, hatte ebenfalls Tipps auf Lager. Für die Rebsorte Riesling entschied sich Hobby-Winzer Tareilus, nachdem er einen Bericht von der Landwirtschaftskammer gelesen hatte, welche Sorten im Norden gut gedeihen. So wird auch dieses Jahr im Gartenhäuschen wieder gekeltert. Tareilus rechnet mit der doppelten Menge des Vorjahres. Vielleicht halten die Vorräte dann über das Weihnachtsfest hinaus. Wichtig für das Gelingen sei die Traubensüße. „Sonst bekommt man Drei-Männer-Wein: Man braucht zwei Männer, die den Dritten festhalten, der den Wein trinken soll.“

„STändig Nachbrechen“

Gartentipp: Um eine gute Weinernte zu bekommen, widmet Werner Tareilus seinen Rebstöcken viel Aufmerksamkeit. „Man muss den Wein ständig wieder nachbrechen, sonst bekommt man viel Grün, aber wenig Trauben“, rät er. „Nach dem Blühen muss man mindestens einmal pro Woche dadurch“, so der Hobby-Winzer. Als Anfänger lasse man gerne zu viel Grün stehen, spricht Tareilus aus Erfahrung.

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