Scharrel Informativ, aber auch heimatverbunden und vor allem unterhaltsam – das ist die Sendung „Middeeges“ (mittags) vom „Studio Skäddel“ im „Seelterfräisken Kulturhuus“ in Scharrel. Seit zehn Jahren wird hier auf einem Sendeplatz der Ems-Vechte-Welle Radio gemacht – hauptsächlich auf saterfriesisch. Jeden zweiten Sonntag geht das Studio von 11 bis 13 Uhr auf Sendung.

Am 30. Oktober 2004 seien sie an den Start gegangen, berichtet Radiomacher Heinrich Pörschke, der seit Anfang an dabei ist. Damals wurde die Sendung meistens sonntags fertig gestellt, als Konserve produziert, und dann am Dienstagnachmittag gesendet, erinnert er sich. Heute sitzen insgesamt vier Ehrenamtliche an den Reglern: Antonius Kanne, Ludger Hilwers, Heinrich Pörschke und Studioleiter Dieter Wallschlag.

Junger Nachwuchs

Unterstützt wird das Team bereits seit zwei Jahren von dem zehnjährigen Linus Heyens aus Scharrel, der die Gäste auf saterfriesisch interviewt.

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Der Erhalt der Sprache sei auch das Hauptanliegen ihrer Arbeit, sagen Heinrich Pörschke und sein Kollege Antonius Kanne. Deshalb sprechen die Moderatoren auf saterfriesisch und ihre Gäste antworten je nach Wortschatz auf plattdeutsch, saterfriesisch oder hochdeutsch. „Wir wollen einen gegenseitigen Austausch schaffen“, sagen die Radiomacher. Der Spaßfaktor komme dabei nie zu kurz, so dass anfängliche Berührungsängste der Gäste schnell abgelegt werden.

Dass ab und zu auch ein kleiner Huster oder Versprecher gesendet wird, oder die Kirchturmglocken zu hören sind, nehmen die Männer nicht so eng. „Das ist eben live“, sagt Pörschke. Sie hätten eben kein schalldichtes Studio. „Wir sitzen im Sommer sozusagen auf der Weide und haben Türen und Fenster offen. Es muss nicht perfekt sein“, erzählt er.

Mindestens zwei Personen sitzen im Studio – einer kümmere sich um die Technik, der andere um die Moderation. „Meistens reden wir aber doch zusammen“, sagt Antonius Kanne. Die Musik für die Sendung suchen sie dabei selbst aus oder werde von den Gästen mitgebracht.

Inzwischen waren in den zehn Jahren unter anderem saterfriesische Autoren wie Gretchen Grosser zu Gast. Interviewpartner werden auch zu Brauchtümern in der Region befragt oder berichten von persönlichen Erinnerungen. Auch Vereinen wird im Radio eine Plattform geboten, um sich vorzustellen. Die Männer senden aber auch aus einem besonderen Anlass heraus, wie einem Schützenfest oder Jubiläum. Mit einer Außenübertragung von „Rock am See“ und der Gewerbeschau in Barßel seien sie ebenfalls schon auf Sendung gewesen. Prominentester Gast war bislang der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff.

Hörer in aller Welt

Wie viele Hörer sie genau haben, wissen Pörschke und Kanne allerdings nicht. Nur, dass ihre Sendung auf der ganzen Welt verfolgt wird. So wie von Pater Hermann aus Strücklingen. Der konnte von Brasilien aus eine saterfriesische Messe im Internet mithören. Auch vom Nordkap habe es einen Anruf vom ehemaligen Scharreler und Stammhörer Alfons Fugel in der Sendung gegeben.

Dass ihr Radio schon zehn Jahre besteht, darauf seien sie sehr stolz, so Pörschke. „Das liegt auch an den Freiwilligen, die da mitziehen“, sagt er. Die freuen sich schon auf Mischpult, Rechner sowie neue Mikrofone, womit die Technik demnächst aufgewertet wird.

Wer die unterhaltsamen Radiomacher live erleben möchte, kann am kommenden Sonntag, 16. März, von 11 bis 13 Uhr auf 99,3 UKW schalten. Dann ist das „Studio Skäddel“ wieder mit „Middeeges“ auf Sendung.

Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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