STRüCKLINGEN – Viele Musikinteressierte waren am Sonntag der Einladung in die Pfarrkirche St. Georg in Strücklingen zu einem besonderen Orgelkonzert gefolgt. Zu Gast war die Domorganistin Prof. Larisa Bulava aus der lettischen Hauptstadt Riga, die durch ihre Konzerte, Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen europaweit bekannt ist und geschätzt wird.

Mit ihrem mehr als einstündigen Programm stellte sie auch in Strücklingen ihre Spitzenklasse unter Beweis. Makellose Technik im Manual- und Pedalspiel sowie absolute Souveränität in der Kunst des Registrierens bestimmten das ganze Programm. Dabei machte ihr die relativ kleine Orgel mit ihren nur zwei Manualen, 22 Registern und nur zwei freien Kombinationen die Interpretation der zum Teil hochvirtuosen Werke nicht unbedingt leicht.

Im schwergewichtigen ersten Teil des Programms stellte die Organistin Werke von J. S. Bach vor. Die große Passacaglia c-Moll am Beginn erfuhr weniger eine permanente Steigerung der Variationen als vielmehr eine klangprächtige Architektur vom mächtigen Themeneinsatz bis zur abschließenden kunstvollen Fuge. Zwei Choralbearbeitungen, „An Wasserflüssen Babylon“ und „Aus der Tiefe rufe ich“ boten der Interpretin Gelegenheit zu meditativer Gestaltung voll Innigkeit und Tiefe.

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Zwei freie Werke, die Fuge G. Dur und das Trio G-Dur, eine Übertragung eines kammermusikalischen Werks auf die Orgel, bestachen mit ihrer Lebendigkeit und rhythmischen Präzision. Den Abschluss des ersten Teils bildete der Schlusschor aus der Matthäuspassion in einer freien Orgelübertragung des französischen Komponisten Charles-Marie Widor, deren Wirkung an das Chor-Original nicht heranreicht, auch wenn die überragende Technik der Interpretin bestach.

Der zweite Teil begann mit Variationen über ein niederländisches Lied des 1900 geborenen niederländischen Komponisten Cor Kee. Bewundernswert, welch vielseitige farbige Registrierungen mit den nur 22 Registern der Künstlerin gelangen. Das zeigte sich ebenso in dem folgenden Thema mit vier Veränderungen des württembergischen Komponisten J. H. Knecht ( 1752 bis 1814 ), eines Zeitgenossen von Joseph Haydn.

Krönender Abschluss des ganzen Programms war das virtuose Finale der 1. Sinfonie von Louis Vierne, in dem alle Vorzüge des souveränen Spiels der Interpretin in hellem Licht erstrahlten.

Katharina Haselier

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