Schwaneburgermoor Bereits im Jahr 2014 hat die Stadt Friesoythe die Einrichtung einer alten Schmiedewerkstatt aufgekauft. Für 10.500 Euro wurde eine private Sammlung aus Hatter-Wüsting erworben. Man wollte sich die Gegenstände sichern, um das Profil „Eisenstadt“ durch ein Schmiedemuseum zu stärken. Doch bis heute sind die Werkzeuge der Schmiede eingelagert. Das wird auch wohl zunächst so bleiben.

Dabei sah es mit Blick auf ein Schmiedemuseum bis vor Kurzem noch sehr gut aus. Der Orts- und Bürgerverein Schwaneburgermoor/Schillburg und eine eigens gegründete Projektgruppe „Schmiedeausstellung“ schlug vor, ein altes Gebäude an der Schwaneburger Wieke als Museum herzurichten. Das Haus steht direkt neben der Kapelle und dem Dorfhaus in Schwaneburgermoor. Der Clou: Der Backsteinbau diente vor über 100 Jahren tatsächlich als Schmiede des damaligen Torfwerkes Schwaneburg.

Die Planungen zur Herrichtung des Gebäudes waren auch recht weit. Die Kostenaufstellung sah eine Investition von rund 122.000 Euro vor. Die Hälfte der Kosten sollte über Fördermittel gedeckt werden. Die andere Hälfte durch die Stadt Friesoythe und Spendengelder. Der Stadtrat stellte im Februar 2018 eine Kostenübernahme in Höhe von maximal 40.000 Euro in Aussicht. Es wurden auch schon jährliche Bewirtschaftungskosten in Höhe von 1.000 Euro errechnet.

Doch am Mittwoch teilten der Orts- und Bürgerverein und die Projektgruppe gemeinsam mit, dass das Projekt von der Dorfgemeinschaft nicht mehr weitergeplant und somit nicht umgesetzt werde. In der Mitteilung heißt es: „Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitungen ist es nicht leicht gewesen, diesen guten Gedanken der Schmiedeausstellung im alten Schmiedegebäude an der Schwaneburger Wieke fallen zu lassen.“ Doch die Absage habe eine handfesten Grund: „Leider wurde das vorhandene Gebäude nach einer Prüfung als baufällig eingestuft und die Errichtung eines Neubaus wäre notwendig.“

Hier stoße die Dorfgemeinschaft aber an ihre Grenzen. Das Schwaneburgermoor sei als Einheit einfach zu klein, um die Herausforderungen zu stemmen. Dabei gehe es nicht nur um die finanzielle Beteiligung, sondern auch um Eigenleistung und die Sicherung der Bewirtschaftung.

Dabei scheuen die Vereinsmitglieder keineswegs Mühen und Arbeit. Erst im Juni 2016 wurde das Dorfhaus neben der Kapelle nach einer umfassenden Sanierung eingeweiht. 1657 ehrenamtliche Arbeitsstunden stecken in dem Dorfgemeinschaftshaus. Für diese Leistung erhielten die Bewohner 2017 sogar einen Sonderpreis der Initiative „Unser Dorf hat Zukunft“.

Ein erneutes Großprojekt sei derzeit nicht zu stemmen, doch der Verein und die Projektgruppen würden sich freuen, wenn die „Schmiedeausstellung“ an anderer Stelle verwirklicht werden könne. Bei der Realisierung biete man auch gerne Hilfe an.

Bürgermeister Sven Stratmann bedauert die Entscheidung des Orts- und Bürgervereins, kann die Begründung aber absolut nachvollziehen: „Wir sind an dieses Projekt sehr optimistisch herangegangen und hätten die Beteiligten gerne auf ihrem Weg begleitet. Es wäre eine tolle Sache gewesen. Doch die Bewohner haben die Situation aus ihrer Sicht realistisch betrachtet, daher kann man den Entschluss natürlich akzeptieren“, sagte Stratmann. Er dankte dem Mitgliedern des Vereins und den Teilnehmern der Projektgruppe für ihr Engagement.

Abschreiben möchte der Bürgermeister ein Schmiedemuseum aber nicht. Er sei zuversichtlich, dass eine vernünftige Verwendung der Schmiedegegenstände und auch eine örtliche Alternative gefunden werde.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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