Scharrel Aller Anfang ist schwer: Dieses Sprichwort beschreibt gut den Beginn der Theatergruppe „de Spälkoppel“ Scharrel. Zumindest war es keine leichte Zeit, als sich die Gruppe vor fast genau 25 Jahren gegründet hatte: „Wir waren ein Wanderzirkus“, sagt Marion Osterwieck, die zu den rund 20 Spielleuten gehörte, die am 31. Oktober 1994 im Scharreler Bahnhof zusammengekommen waren und die Gruppe ins Leben riefen.

Während die anderen Theatergruppen im Saterland zu der Zeit schon über Bühnen verfügten, mussten sich die Scharreler ihre erst bei der Gemeinde leihen und ein eigenes Bühnenbild bauen. Auch ein fester Spielort fehlte zunächst.

Stücke nur auf Platt

Das erste Stück „Dat Inserat“ feierte am 12. März 1995 im Saal der Gaststätte Rohde in Scharrel Premiere. Bei den vier Aufführungen des Stücks zeigte sich schon der Erfolg der Gruppe: Bei allen war der Saal voll besetzt. Bis 1997 konnten die Scharreler bei Rohde spielen, doch dann ging es nicht mehr. „Wir wussten nicht wohin“, erzählt Hans Thoben. Der 81-Jährige war 15 Jahre lang Spielleiter und in den ersten acht Jahren Vorsitzender der Theatergruppe. Während seiner Amtszeit bekam diese 1996 auch ihren jetzigen Namen „de Spälkoppel“, da sie nur plattdeutsche Stücke spielte.

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Als einzige Spielstätte habe sich dann nur der Schützenhof in Sedelsberg angeboten und ab 1998 spielte die Gruppe zusätzlich auch bei Dockemeyer in Ramsloh. „Das Schlimmste war, dass wir unsere Bühne für die Auftritte und Proben immer auf- und abbauen mussten“, sagt Thoben.

Doch das habe immer sehr gut geklappt. „Wir hatten auch damals einen super Zusammenhalt. Viele haben mitgeholfen“, ergänzt Heinrich Pörschke, der zu den Gründungsmitgliedern gehört.

2001 kehrte die Theatergruppe dann wieder nach Scharrel zurück und spielte zunächst im Saal „von Grönheim“. Drei Jahre später fand sie ihre Heimat im Bonifatiushaus, wo sie heute noch ihre Stücke auf einer fest eingebauten Bühne aufführt. Die sei jedoch zunächst nicht in den Bauplanungen der katholischen Kirchengemeinde gewesen, sagt Thoben. Mit Hilfe des Architekten konnte sie dann doch realisiert werden.

„Das war keine leichte Zeit am Anfang“, sind sich die drei Gründungsmitglieder und Michael Schade, der kurz nach der Gründung zur Theatergruppe kam, einig. Bei Rohde sei es am Anfang sehr eng gewesen – und schwer auf Toilette zu gehen. Eigentlich bestand nur die Möglichkeit durch ein Fenster zu steigen. Aber wenn da der Schäferhund vom Saalbesitzer lief, war das auch nicht möglich.

Türspion als Guckloch

Auch das Theaterspielen hat sich verändert. Zu Beginn musste Thoben als Spielleiter noch durch einen kleinen Türspion gucken, um das Geschehen auf der Bühne verfolgen zu können. Nur so konnte er sehen, wann die hinter dem Vorhang wartenden Schauspieler, ihren Einsatz haben und ihnen ein Zeichen geben, auf die Bühne zu gehen. Dabei sei es auch mal zu Verwechslungen gekommen.

Mittlerweile gibt es eine Kamera, die die Aufführung live in einen Raum hinter der Bühne überträgt. „Geschichten kann man genug erzählen“, sagt Pörschke. Schon zu Beginn waren die Gründungsmitglieder mit der Aufstellung der Theatergruppe zufrieden: „Die Altersstruktur passte von Anfang an zu den Rollen“, sagt Pörschke – und das habe sich bis heute nicht verändert.

Mit den Jahren seien immer neue Mitglieder nachgekommen, sodass sowohl die jungen als auch die älteren Rollen immer gut besetzt werden könnten. „Ich bin vom Liebhaber zum Opa geworden“, erzählt Pörschke schmunzelnd, wie sich seine Rollen in den vergangenen 25 Jahren verändert haben. Mittlerweile hat er gemeinsam mit Stephanie Mödden die Spielleitung übernommen.

In den 25 Jahren hat sich bei der Scharreler Theatergruppe viel verändert. Nicht nur wurde ein fester Spielort gefunden. Auch gebe es nun Räume zum Umziehen und Ausruhen, sagen die Mitglieder. Vom eher provisorischen Anfang sei man fast schon professionell geworden.

Und das würden auch die Zuschauer honorieren. Es gebe ein Stammpublikum, das seit vielen Jahren treu sei.

Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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