BARßEL Mit 15 Jahren ging er einst zur See. Jetzt ist Kapitän a. D. Meinhard Hoffmann aus Barßel 78 Jahre alt – und ein erfolgreicher Autor plattdeutscher Geschichten. Mit seinem in China spielenden Märchen „De Zauberspegel“ hat Meinhard Hoffmann am Erzählwettbewerb des Norddeutschen Rundfunks, von Radio Bremen und dem Hamburger Ohnsorg-Theater teilgenommen. Aus 1800 Einsendungen filterte eine Jury die 25 schönsten und besten Geschichten heraus. Eine davon ist das Märchen aus Barßel.

Jahrzehnte auf Schiffen

Meinhard Hoffmann wuchs in seinem Barßeler Elternhaus mit der plattdeutschen Sprache auf. Sie wurde ihm quasi „in die Wiege“ gelegt. Nach seiner seemännischen Ausbildung, dem Besuch der Seefahrtsschule in Bremen, und der späteren Erlangung seines Kapitäns-Patents ging er auf „große Fahrt“. Frachter und Tanker waren jahrelang sein Zuhause, bevor er 1966 als angestellter Kapitän zur Bundesmarine wechselte und verantwortlich Versorgungsschiffe der Marine steuerte. 1990 sorgte seine angeschlagene Gesundheit dafür, dass er in den Ruhestand wechseln musste.

Mit dem Schreiben hatte Meinhard Hoffmann noch nie Probleme: „In der Seefahrt musste ich regelmäßig dienstliche Berichte verfassen.“ Dieses Talent nutzte Hoffmann. Zunächst schrieb er Geschichten in hochdeutscher Sprache: „Die Glocke des Schlachtschiffes Scharnhorst“. Diese alte Schiffsglocke hängt heute im Turm der Barßeler Kirche. Hoffmann hat sie beschrieben: „Nach dem Krieg wurde die zerstörte Kirche wieder aufgebaut. Wie die Schiffsglocke nach Barßel kam ist nicht bekannt, vermutlich brachten sie Barßeler Seeleute mit.“

„Tod in der Soeste“

In Veröffentlichungen des Barßeler Bürger- und Heimatvereins finden sich immer wieder Werke aus der Feder von Meinhard Hoffmann. So erzählt der Bericht „Tod in der Soeste“ von einem tragischen Ereignis aus dem Jahre 1941. Damals war Meinhard Hoffmann noch ein Kind – und er war dabei, als ein Schulkamerad in der Soeste in Barßel ertrank.

Später richtete der Barßeler Autor seinen Fokus auf die plattdeutsche Sprache. Meinhard Hoffmann: „Plattdeutsch ist meine Muttersprache.“ Das es dabei keine niedergeschriebenen Regeln gibt, lässt ihm Freiraum beim Schreiben. Woher stammen seine Ideen? Meinhard Hoffmann hat eine einfache Erklärung: „Man muss anderen Menschen gut zuhören können, dann stößt man fast von alleine auf die Themen.“

Der jährliche Erzählwettbewerb der beiden Radiosender und des Hamburger Theaters hatte der Autorenszene für dieses Jahr plattdeutsche Märchen für Kinder aufgegeben. Meinhard Hoffmann schrieb mit „De Zauberspegel“ ein Märchen im klassischen Stil, schickte es ein – und wurde vor einigen Wochen im Mai mit der Einladung in das Ohnsorg-Theater belohnt.

Spezial: Weitere Berichte zur Literatur im Nordwesten Gala in Hamburg Zwar schaffte es „De Zauberspegel“ nicht bis auf einen der besonders herausgehobenen ersten fünf Plätze des Erzählwettbewerbs. Dennoch war es für den Barßeler eine große Ehre, gemeinsam mit seiner Ehefrau an einer unterhaltsamen Gala in dem berühmten Theater an der Elbe teilnehmen zu dürfen. Die bekannte Volksschauspielerin Heidi Mahler – Tochter der legendären Theater- und Fernsehmimin Heide Kabel – sowie der Schauspieler Uwe Friedrichsen lasen während der Gala aus den prämiierten Werken vor. Meinhard Hoffmann: „Das war schon ein beeindruckendes Erlebnis.“

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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