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Peheim Scharf prallten im Peheimer Pfarrheim die Fronten aufeinander. Auf der einen Seite saßen die Mitglieder des Peheimer Rentnerclubs „Wi packt wat an“, die sich zur Generalversammlung mit anschließendem Weihnachtsessen getroffen hatten. Auf der anderen Seite stand Pfarrer Uwe Börner ziemlich allein da. Sogar Molbergens Bürgermeister Ludger Möller mochte ihn nicht so recht unterstützen. Denn die 16 aktiven Rentner, die sich alle zwei Wochen zur Arbeit im Dorf treffen und schon die gärtnerischen Anlagen auf dem Friedhof auf Vordermann gebracht hatten, wollten nun auch die Hauptwege pflastern.

Eigentlich ein löbliches Vorhaben, für das die Besucher des Friedhofs sicher dankbar sein würden, hatten die Clubmitglieder geglaubt. Also hatten sie einen Antrag an die politische Gemeinde auf Unterstützung des Vorhabens gestellt. Fast unbürokratisch und ganz schnell hatten sie eine Zusage auf Übernahme der Kosten für Steine und Schotter bekommen. Ein Sponsor wollte die weiteren Kosten tragen. Und Arbeitslohn fiel ja nicht an.

Nun informierten die engagierten Mitglieder ihre Kirchengemeinde. Euphorisch gingen sie von der Zusage einer dankbaren St.-Johannes-Baptist-Gemeinde aus. Doch umso größer war die Enttäuschung, als nach einem Termin mit dem Kirchenprovisor der Kirchenausschuss das Vorhaben der engagierten Rentner schlichtweg ablehnte.

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„Die Pfarrgemeinde ist sehr dankbar für die Arbeit der Gruppe. Die Mitglieder brennen für ihre Aufgabe und sind für Peheim ein Gewinn. Aber wir haben im Umfeld von Kirche und Pfarrheim einige Aufgaben, die zunächst dringender sind. Außerdem ist unsere örtliche Finanzlage so, dass wir uns keine Kosten für die Friedhofsgestaltung ans Bein binden können“, suchte Pfarrer Börner nach Verständnis.

„Eigentlich ist das Friedhofswesen inzwischen eine kommunale Aufgabe. Wir haben diese Aufgabe weiterhin den Kirchen übertragen, die das auch ordentlich machen“, erläuterte Bürgermeister Möller. „Die Gemeinde Molbergen fördert und unterstützt ehrenamtliches Engagement. Deshalb haben wir auch die Materialkosten für die Pläne der Gruppe gern übernommen. Denn der Arbeitslohn ist am teuersten“, so Möller, der Ende November Pfarrer Börner im Rathaus über die Detailplanung der Rentnertruppe informiert hatte, wie er sagte.

„Wir können nicht sagen: Wir machen mal eben. Ich möchte, dass wir nach Weihnachten nach einer guten Lösung suchen“, bat Pfarrer Börner um eine längere Planungszeit: „Wenn wir die Hauptwege pflastern, kommt ein Anspruchsdenken. Dann sollen auch die Nebenwege gepflastert werden, denn am Hauptweg liegen nur wenige Gräber. Außerdem ist euer Antrag an die Gemeinde nicht über den Pastor gegangen.“ Dies schien auch ein nicht unerheblicher Grund für die Ablehnung gewesen zu sein.

Nach teils scharfer Kritik bat Pfarrer Börner darum, die Diskussion nicht auf die Spitze zu treiben. Ihm gehe es um ein gutes Miteinander. Kirche und Politik dürften sich nicht gegeneinander ausspielen. „Es müssen in Peheim noch viele Projekte angepackt werden. Es muss ja nicht der Friedhof sein“, versuchte Werner Tellmann seine Mitstreiter zu motivieren, wobei einige den Satz auch als Provokation verstanden. „Druck machen und gegeneinander arbeiten, das geht nicht“, so Pfarrer Börner, der zur Kooperation mahnte. Am 27. Januar gibt es nun einen Ortstermin auf dem Friedhof, zu dem alle Beteiligten ihr Kommen zugesagt haben, um miteinander weitere Planungen zu besprechen.

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