FRIESOYTHE Nie hätten sich die Chinesinnen E Liu (20 Jahre) und Tian Jing (20) vorstellen können, zum Neujahrsfest einen Tannenbaum zu schmücken. In Usbekistan, der Heimat des 20-jährigen angehenden Medizinstudenten Ulugbek, ist es so Brauch. Und Weihnachten fällt für den Muslimen ganz aus. Sieben Studenten und Schüler aus fünf verschiedenen Ländern staunten nicht schlecht, als sie bei einem gemeinsamen Plausch an der Teetafel von den festtäglichen Gepflogenheiten fremder Kulturen erfuhren.

Wie Anna aus der Ukraine. Die 20-jährige Anglistik- und Germanistikstudentin ließ sich von Alma (19) und Manuel (18) aus Mexiko ein zweites und drittes Mal erklären, wie das in Mexiko mit den „Posadas“ und „Piñatas“ ist. Die Friesoytherin Gisela Krauß hatte die Sieben, die über Weihnachten und Silvester 14 Tage in Gastfamilien der Region verbringen, in ihrer Funktion als Betreuerin der Austauschorganisation „Experiment“ zu Plätzchen, Stollen und Ostfriesentee eingeladen.

„In meiner Straße gibt es neun Posadas“, sagt Alma in nahezu akzentfreiem Deutsch. Das Fest wird zwischen dem 16. und 24. Dezember gefeiert. Dabei schlagen Kinder mit Stöcken so lange gegen eine große, sternförmige Piñata, die prall gefüllt mit Nüssen, Obst und Süßigkeiten am Baum hängt, bis diese berstet und sich die Kinder überglücklich auf den Inhalt stürzen. So viel zu Weihnachten. Silvester, so berichten Alma und Manuel, die sich erst im Haus von Krauß kennen lernten verbringen Mexikaner traditionell mit ihren Familien, mit denen sie in Restaurants oder Hotels feiern. Beiden gefällt es in Deutschland und sie wollen noch bis zum Sommer bleiben. Manuel, der aus der 25 Millionen-Metropole Mexiko-Stadt kommt, hält Oldenburg für ein „nettes, kleines Dorf“.

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Der erst 16-jährige Dominik Wichmann aus dem amerikanischen Bundesstaat Colorado schätzt die freundliche Art der Deutschen und die kurzen Entfernungen. In Kalifornien geboren wuchs er in Bayern auf, ehe seine Familie vier Jahre später nach Colorado zog. Nicht ganz zufällig verbringt der Schüler seinen Deutschland-Aufenthalt bei derselben Altenoyther Familie, in der sein Vater vor 30 Jahren seine Liebe zu Deutschland entdeckte. Weihnachten und Silvester laufen im christlichen Amerika ähnlich ab wie hierzulande. Dem Truthahnessen am 1. Weihnachtsfeiertag folgt in der Neujahrsnacht „The dropping of the ball“, wenn die ganze Familie vor dem Fernseher gespannt darauf wartet, dass in New York um Mitternacht ein riesiger Ball zu Boden fällt.

Ungläubig schaut Dominik die Chinesinnen E Liu und Tian Jing an. E Liu erzählt, dass Weihnachten in China kein typisches Fest ist. Bedeutsamer und größter sei das Frühlingsfest, dass am 1. Januar nach dem Mondkalender gefeiert wird, im Jahr 2009 am 26. Januar nach dem Sonnenkalender. Die Bräuche seien in dem riesigen Land jedoch regional unterschiedlich. Tian Jing fügt hinzu, dass man am Frühlingsfest mit der Familie und Freunden auch das neue Jahr begrüßt, weil es zeitlich dicht beieinander liegt. Während sie in einem halben Jahr in die Heimat zurückkehrt, wird E Liu noch zweieinhalb Jahre in Deutschland bleiben, um ihr Mechatronikstudium in Wilhelmshaven zu beenden.

Auch die Ukrainerin Anna wird bis zum Ende ihres Studiums noch drei Jahre in Kassel bleiben. In der Heimat, so sagt sie, werde Weihnachten ganz ähnlich gefeiert wie in Deutschland, mit einem geschmückten Tannenbaum oder Tannenzweigen, mit der Familie und viel gutem Essen. Das neue Jahr begrüßen die Ukrainer mit lauten, aufwendigen Feuerwerken, Sekt und Tanz, nachdem man sich im Kreise der Familie und Freunde die Neujahrsrede des Präsidenten im Fernsehen angeschaut hat. „Die Feierlichkeiten können bis zum 4. Januar dauern“, sagt Anna.

Die Austauschorganisation „Experiment“ sucht ständig nach weiteren Gastfamilien, die es ausländischen Studenten und Schülern ermöglichen, die deutsche Kultur zu erleben. Interessierte Familien wenden sich bitte an Gisela Krauß unter 04491/40544.

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